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Vollständige Version anzeigen: Bundestagswahl-Nachlese 2017
scrub
Nunja - alles irgendwie dann doch wenig schockierend, da mit Ansage...

Immerhin sind 76,1 % (in Sachsen 75,4 %) Wahlbeteiligung ja erstmal doch als äußerst positiv zu bezeichnen.

aber

12,6 % sind das Eine - stärkste Partei im Freistaat das Andere. Da sind 3 direkt gewählte Kandidaten in PIR, BZ und GR ja fast noch glücklich wenig...
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https://www.bundeswahlleiter.de/bundestagsw.../wahlatlas.html

Damit ist DD-Süd ja noch die Insel der letzten Demokraten ist Ostsachsen... Aber selbst hier liegt die PDL nur noch auf Platz 3. (Bei DD-Nord schlägt vmtl. schon das Hochland + Radeberg zu...)
Stinkelutz
Beim nächsten Hochwasser kann Dresden sich umsehen!
scrub
Man könnte fast den Eindruck bekommen, dass Deutschland vom Dreiländereck mit Polen und Tschechien her weggammelt...
mcnesium
Aber was ist mit den Niederlanden, Frankreich, Österreich und der Schweiz? Gammelt das da nicht auch?
scrub
Offensichtlich ist der Demokratie-Titer, aufgrund der längeren Immunisierung, in den gebrauchten Ländern einfach höher...


Aber im Ernst: ich vertrete schon länger die These, dass der systematisch höhere Stimmenanteil rechter Parteien im Osten* (zu einem gewissen Teil) auch darin begründet ist, dass die Linke hierzulande den Status einer Volkspartei ("System-") hat. Daher besitzt sie eine geringere Eignung als Protest-Partei. Der geneigte Wutbürger kann somit nur auf der rechten Seite des politischen Spektrums in die Resterampe greifen.

Das macht es jetzt sicher auch nicht besser, könnte aber [neben den offisichtlichen Ursachen einer rechten Grundhaltung] auch eine der Ursachen sein.

* siehe hier auch die Wahlergebnisse in Sachsen-Anhalt 1998, Brandenburg 1999, Sachsen 2004 und MeckPomm 2006
mcnesium
Mir ist noch nicht ganz klar, wo das hier hinführen soll. Suchst du nach einer Begründung für das hohe AfD-Wahlergebnis?

Ich vertrete die These, dass dieser latente bis ausgeprägte Nationalismus bei großen Teilen der Bevölkerung nie wirklich weg war, allerdings war es eben lange nicht sonderlich angesagt, diesen auch auszuleben. Das brodelt jetzt erst wieder ans Tageslicht, und ich finde es gut, dass das so ist. Da weiß man wenigstens, woran man ist.
Bars
Zitat(scrub @ 26 Sep 2017, 11:49)
Man könnte fast den Eindruck bekommen, dass Deutschland vom Dreiländereck mit Polen und Tschechien her weggammelt...
*


Polen will doch Reparationszahlungen. Leisten wir sie einfach in Naturalien! Treten wir Ostsachsen ab! Dann bekommt Dresden auch endlich einen Polenmarkt um die Ecke!
Padex
In Prohlis weiß man genau, was pasiert, wenn man nicht die AfD wählt...

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Deutsch wird eh überbewertet!!!
scrub
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Zitat
Katapult - Magazin 3. Oktober ·

Der Osten hat die AfD in den Bundestag gewählt? Das ist falsch!

Ohne die Ost-Stimmen wäre die Partei trotzdem mit 8,4 Prozent in den Bundestag eingezogen. Andersherum wäre sie hingegen gescheitert. Würden also lediglich die AfD-Stimmen der neuen Bundesländer gezählt, wäre die rechte Partei unter der 5-Prozent-Hürde geblieben.

Das liegt selbstverständlich daran, dass in den neuen Bundesländern nur etwa 20 Prozent der Deutschen lebt. Es ändert aber nichts daran, dass meist ein falsches Bild von der Wahl gezeichnet wird. Denn diese 20 Prozent sind allein kaum (nur über die 3 Direktmandate) in der Lage, eine Partei in den Bundestag zu wählen. Der Osten ist nicht für den Einzug der AfD verantwortlich.

Anerkannte Journalisten wie Heribert Prantl und Giovanni Di Lorenzo zeichnen derzeit ein falsches Bild über den Rechtsruck in Deutschland. Nur die Bild-Zeitung macht es noch schlechter und schreibt es explizit auf:

“So hat die AfD fast allen Parteien Wähler abgeluchst und den Sprung in den Deutschen Bundestag geschafft – vor allem wegen ihrer vielen Wähler im Osten Deutschlands.“

Richtig ist: Vor allem wegen ihrer vielen Wähler aus dem Westen ist die AfD in den Bundestag eingezogen. Das sind nämlich 3,9 Millionen. Im Osten haben hingegen 1,9 Millionen Menschen die AfD gewählt. Das sind 0,4 Millionen Stimmen zu wenig, um die 5-Prozent-Hürde zu erreichen. Nur durch “den Westen” konnte die AfD in den Bundestag “springen”. Wer sich um einen Rechtsruck sorgt, muss bei der Analyse ganz Deutschland mit einbeziehen.

Den Artikel mit Quellen bei Katapult lesen: http://katapult-magazin.de/de/artikel/arti...das-ist-falsch/
aeon
Zitat(scrub @ 16 Nov 2017, 23:26)
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Es wird ein falsches Bild der Wahl gezeichnet?

Der Artikel aus dem Katapult Magazin ist ganz schön schlecht. Natürlich haben im Osten absolut gesehen weniger Menschen AfD gewählt als im Westen. relativ zur Anzahl der Einwohner aber sehr sehr (SEHR) viel mehr.
Ich bin nicht so gut in Mathe, aber sagen wir in Deutschland leben 60 wahlberechtigte, dann leben 12 in den neuen Bundesländern und von denen haben 2 AfD gewählt, das sind 16,67%. In den Alten Bundesländern leben 48, und 4 von denen haben AfD gewählt. das sind 8,33%. Das sind Doppelt so viele Menschen, die die AfD im Osten gewählt haben. Klar wäre die AfD auch ohne Osten in den Bundestag gekommen. Wenn man beide Länder getrennt betrachtet, dann wäre die AfD aber in beiden über die 5% Hürde gekommen, und in den Neuen BL eben sehr sehr SEHR viel deutlicher, als im Westen. Was wäre aber, wenn alle so wählen würden, wie die Leute in den Neuen Bundesländern?
Die Frage ist auch: Wer sind die Leute, die in den Alten Bundesländern AfD wählen? Lassen sich da vielleicht Parallelen erkennen? Warum sind es im Osten Doppelt so viele Stimmen bezogen auf die Einwohnerzahl?

Es gab im Osten keinen Rechtsruck, sollte auch klar sein. Da war kein Ruck, sondern ein schleichendes "Darf man das jetzt sagen?" mit Grenze immer weiter verschieben. Diese Ressentiments schlummern hier schon seit Jahrzehnten.

Artikel wie diese versuchen lediglich die Diskrepanzen in der Politik und vor allem auch bei der Bildung und Wahrnehmung ewig gestriger zu rechtfertigen.