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Vollständige Version anzeigen: Rezension: Litauische Reise
Fuchs
Litauische Reise - Preibisch auf Goethes Spuren (aber andere Richtung)

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</div>Was passiert, wenn man Schlagerstar, Kartoffeldruckkünstler und Heimatdichter (weil man mal ein Gedicht über Johannstadt geschrieben hat) ist und einen Manager für Osteuropa hat? Richtig: Man bekommt auch mal einen Auftrag in Osteuropa, genauer gesagt in Klaipéda, Lithauen. Und wenn man eben da schonmal hin muss, kann man ja auch gleich ein Buch über die Reise schreiben - hat ja der Goethe auch gemacht. Und so folgt Thomas Preibisch Goethes Spuren, aber eben andere Richtung. Das neue Buch des als "Singenden Klingenden Preibisch" bekannten Allround-Künstlers handelt eigentlich darüber, dass er dieses Buch schreibt. Wir begleiten das "lyrische Uns" (sic!) vom Martin-Luther-Platz Dresden über die "Lausitzmetropole" Cottbus bis nach Klaipéda und wieder zurück, lernen Viktorija kennen und müssen uns vor allem der Frage stellen: Warum hat Goethe seinen Faust II so philosophisch zweifelhaft beendet? "Mysteriös" findet das der Autor und legt uns in gewohnter Preibisch-Manier seine Gedankengänge dar. Sympathisch einfach und teilweise brüllend komisch berichtet er von seiner Reise, seiner Abneigung zur FDP, jungen Frauen ("die freuen sich, wenn man ab und an mal an sie denkt"), Sigmund Jähn und darüber, was ein gutes Buch haben muss. Der Roman liest sich teilweise wie ein Werbeprospekt für den Preibisch selbst, ist voll mit Zeichnungen und dokumentierenden Fotos und auch Gedichten und will - dank mehrerer Schlussteile, einem Quiz und des gleich mitgelieferten Interpretationsversuchs des Buches - einfach nicht zu Ende gehen. Und ist doch dennoch nur ein Ankündigungsroman für das nachfolgende Werk des Dresdner Kartoffeldruckkünstlers ("Auf Abendbrotessen-Tournee").

Ein lesenswertes Buch, in dem man so gut wie gar nichts über Litauen lernt, außer vielleicht, dass... nein, das muss selbst herausgefunden werden! Aber vorsicht, das könnte witzig werden.
absalom
Preibisch: "...Ich noch mal, weil das Buch hat ja außer mir noch keiner gelesen. Das Buch ist mit Spaß und eine Mischung zwischen Verschwörungsthriller, tragischem Liebesroman und Notizblock."

..erinnert mich ein wenig an Bert Stephan und seinen Tisch der Frauen gerade.. mal schauen, ob man das Buch zwischen die Finger bekommt, allzu teuer ist's ja nicht.

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