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Vollständige Version anzeigen: Ein Abend in der Chemiefabrik
the cat empire
Fleischiger Punk’n’Roll

The Accidents machen Musik in einer unglaublichen Geschwindigkeit


Es sah schon lustig aus, als die vier kräftigen Herren von The Accidents, nach Rockabilly-Manier gekleidet und pomadiert, die kleine Bühne der Chemiefabrik erklommen und diese damit komplett ausfüllten. Sofort war jedem im Raum klar, dass es gleich ordentlich scheppern würde, denn The Accidents sind keine 50er Jahre Rock’n’Roll-Aufgussband, sondern spielen Punk’n’Roll, eine schnelle und dreckige Spielart des Rockabilly. Da gibt es über musikalische Feinheiten nicht viel zu berichten.
Da der Vierer aber aus Örebro in Schweden kam und dieses Land nun mal nicht in der Lage scheint, etwas Langweiliges herauszubringen, präsentierten auch The Accidents ihr drittes Album „Summer Dreams“ auf sehr unterhaltsame Art. Frontsänger D. Vacuum drosch die erste Gitarre und entzückte zwischen den Liedern mit einem Deutsch, das man als verständlich bezeichnen konnte und das über seltsam klingende Liebesbekundungen hinausging. Der zweite Gitarrist war dafür eher etwas für die Augen. Denn Omega tummelte sich am linken Bühnenrand, verzerrte seinen Mund als rammte ihm jemand ein Messer in den Rücken. Ansonsten duellierte er sich spielend, wann immer er nicht gerade in sein Mikro schrie, mit der Gitarre des Frontmanns. Ganz so, als ob sie gerade etwas gewonnen hätten, rissen Schlagzeuger Rick Rebel Jennings wie auch Vacuum nach jedem zweiten Lied die Arme in die Höhe und ballten ihre Fäuste, während der bis zu den Haarspitzen tätowierte Bassist Fred Tank kurz verschnaufte, um Sekunden später sein Instrument weiter zu malträtieren.
Umrahmt von den bemühten Berliner Beatpunks Dr. Norton und dem eingängigen, aber etwas farblosen Headliner, den Garagenpunkrockern von The Boss Martians aus Seattle, boten die Unfalljungs ein vergleichsweise spektakuläres Programm. So skurril war der Kontrast zwischen ihrer gebretterten Musik, ihrem Boygroup-Outfit in Übergröße und ihrem freundlichen Auftreten. Das erinnerte an amerikanische Wrestlingveranstaltungen, bei denen harmlose Menschen mit aufgeblasenen Körpern in beliebige Charakterhülsen schlüpfen und dabei meistens sehr böse tun. So etwas ist Unterhaltung pur – im Sport und auch in der Musik.
absalom
Du bist spitz. sport_boxing.gif

..aber klingt, als hättest Du Dich amüsiert.

cheers, abd