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post 29 Jun 2005, 14:06
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Punkte: 13364
seit: 27.05.2003

Der Computer hilft dem Stadtverkehr

Verkehrsfluss. Mit neuen dynamischen Wegweisern erobert Dresden einen Spitzenplatz bei der Zeit sparenden Steuerung.

Peter Müller fährt aus Prohlis über den Zelleschen Weg. Er steuert den Elbepark an der Grenze nach Radebeul an. Leider gibt es auf der Nürnberger Straße mitten in seiner Route einen kräftigen Stau. Da empfiehlt ihm am Fritz-Foerster-Platz die große Wegweiserbrücke über der Straße einen ungewohnten Weg: Alle Richtungen außer zum Zentrum werden auf die Autobahn A17 geleitet. Je nach Ziel kann der Verkehr an den Anschlussstellen Dresden-Gorbitz, -Altstadt oder -Neustadt wieder ungestört in die Stadt fließen.

Baubürgermeister Herbert Feßenmayr (CDU) ist begeistert. Erstens, dass die neue Autobahn jetzt auch als Alternative für einen Teil des städtischen Straßenverkehrs zur Verfügung steht und notfalls als Umleitungsstrecke angeboten werden kann. Zweitens freut er sich, dass diese Umleitung im Bedarfsfall tatsächlich auf Knopfdruck (oder Mausklick) angezeigt wird.

Das ist seit einigen Tagen im Südosten der Stadt möglich. Dazu wurden vier
Schilderbrücken an Hauptstrecken mit so genannten dynamischen Wegweisern ausgerüstet. Sie sind ganz einfach per Fernsteuerung verstellbar.

Die Technik hört sich höchst gewöhnlich an. Die eigentliche Revolution steckt in der Feststellung, dass es eine Störung im normalen Verkehrsfluss gibt, sowie in der Entscheidung, über welche Route der Verkehr bei irgendwelchen Störungen geleitet werden sollte. Das alles rechnet nämlich ein Computer aus, der ständig automatisch mit Tausenden von Daten gefüttert wird.

Die Messungen werden an 20 eigens angelegten Pegelzählstellen vorgenommen. Dort können auch Fahrzeugtypen unterschieden werden – ob also ein Motorrad vorbeibrettert oder ein Lastzug rollt.

Aber auch die Kontaktschleifen an Ampeln liefern Zählergebnisse in die Zentrale. Und das ist eine riesige Menge, denn etwa 90 Prozent der rund 400 Dresdner Signalanlagen sind automatisiert. „So viel hat keine andere deutsche Stadt“, betonte Reinhard Koettnitz, der Leiter des Straßen- und Tiefbauamts, bei der Vorstellung.

Sogar die rund 530 Taxen steuern zu einem präzisen Bild des Verkehrsflusses bei. Wenn sie Fahrgäste transportieren, wird ihre Reisegeschwindigkeit per Satellitensignal übertragen, so dass Staus etwa vor Ampeln sofort sichtbar werden.

Darüber hinaus erhält der zentrale Rechner auch die Daten der Zählungen aus dem Autobahnamt. Ebenso werden Bilder von Kameras übertragen, die den Verkehr an 30 Standorten ständig abbilden – aus Gründen des Datenschutzes allerdings nur im Minutentakt.

Der Fortschritt heißt Vamos

Die Konstrukteure nennen ihr System „Vamos“. So lautet das spanische Wort für Gehen oder Fahren. Hier ist es eine Abkürzung für Verkehrs-Analyse-, Management- und Optimierungs-System. Es wurde in dem vom Bundesforschungsministerium geförderten Leitprojekt „Intermobil“ entwickelt. Beteiligt sind neben dem Amt von Koettnitz auch Prof. Jürgen Krimmling von der TU Dresden und zwei Ingenieurbüros.

Vamos gehört zu den am weitesten fortgeschrittenen Systemen zur Verkehrssteuerung in Deutschland. „Nur München und Nürnberg, vielleicht noch Frankfurt/Main sind ähnlich gut ausgerüstet“, berichtete Krimmling gestern.

Der Start wird in Dresden mit einer Strecke im Südosten parallel zur neuen Autobahn A17 gemacht. Die vier umgerüsteten Wegweiser (siehe Kasten) bilden den ersten Abschnitt des neuen Leitsystems. Bis 2007 sollen vier weitere bis hin zum Autobahnanschluss resden-Altstadt folgen. Dann soll Vamos die Steuerung sogar vollautomatisch ohne Mausklick übernehmen.

Für die Auswahl der Strecke spielte freilich auch die Tatsache eine Rolle, dass die städtischen Straßen gelegentlich als Umleitung für den Autobahnverkehr dienen sollen – etwa bei Störungen in den Tunneln.

Quelle: Sächsische Zeitung


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ProfilPM
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post 29 Jun 2005, 15:00
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der christian
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Punkte: 1119
seit: 01.10.2003

Den Artikel habe ich heute auch gelesen. Mir ist dabei allerdings auch eingefallen, dass ich, wenn ich durch Dresden lenke, nur SEHR selten auf die orangenen Schilder schaue, weil ich ja eigentlich weiss, wie ich irgendwohin komme (das, was auf den Schildern steht, kennt man nach 'ner Weile Auto fahren in DD zumindest). Da ich denke, dass ich da kein Einzelfall bin, finde ich es toll für den Durchgangsverkehr, der ja einen nicht unerheblichen Anteil am Verkehrsfluss hat...aber für mich als Dresdner ist dieses System nur begrenzt sinnvoll - denn ich kann mir nicht vorstellen, dass ich jedes Mal, wenn ich in den Elbepark will, erstmal alle Schilder anschaue, ob denn die A17 frei ist oder nicht...
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post 29 Jun 2005, 16:37
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Punkte: 13364
seit: 27.05.2003

ich fands ganz interessant, zumal ich als regemäßiger mensagänger den aufbau des systems am fritz-foerster-platz jeden tag mitgekriegt hab. ich erinner mich an den typen der eine woche lang jeden tag mehrere stunden mitm laptop vor dem einen schild stand und die dinger umklappen lies... lol.gif
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post 29 Jun 2005, 16:38
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Zirpende Grille
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Punkte: 3687
seit: 17.06.2004

wär doch schön, wenn das noch mit nem navi-sys der fahrzeuge gekoppelt wäre, denn dann sagt dir dein auto beim losfahren, dass dieundie strasse dicht sind und du lieber so fahren solltest... ist keine zukunftsmusik, jedoch fehlt, glaub ich, noch ein einheitliches system...


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Es ist kein Narr der Possen reißt und auch kein Narr der Unsinn spricht.
Der wahre Narr ist der, der meist nur staunt und blinden Glaubens ist.
Eichenschild
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post 29 Jun 2005, 16:44
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Hack-O-Nator
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Punkte: 845
seit: 08.05.2005

Jetzt muss man das nur noch mit den Navigationssystemen der Autos kombinieren.... ALI lässt grüßen (Schattenläufer wissen, was ich meine wink.gif )


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“Sollen sich auch alle schämen, die gedankenlos sich der Wunder der Wissen-
schaft und Technik bedienen und nicht mehr davon geistig erfasst haben als die
Kuh von der Botanik der Pflanzen, die sie mit Wohlbehagen frisst.”
A. Einstein, 1930, Funkausstellung in Berlin


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post 29 Jun 2005, 17:09
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Punkte: 13364
seit: 27.05.2003

alle andern nich... yeahrite.gif
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post 29 Jun 2005, 21:22
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Hack-O-Nator
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Punkte: 845
seit: 08.05.2005

Cyberpunk-Rollenspiel Shadowrun

Die Welt in den 2060er. Die Matrix ist ein weltweites Computernetz (ähnlich Internet), über das fast alles läuft.

ALI ist in Deutschland (Alianz Deutscher Länder) ein automatisches, elektronisches Verkehrsleitsystem, dass die Haupverkehrsadern kontrolliert und frei hält (Also Autobahnen, Bundesstraßen und einige Hauptstraßen). ALI ist mit so ziemlich jede Ampel, jede Anzeigtafel und jeder Wegweiser an der kontrollierten Strecke vernetzt. Außerdem laufen Navigationssysteme zum großen Teil auch über ALI, ermitteln also mit ALI die beste Route zum Ziel oder ALI leitet das Fahrzeug über einen Umweg um Staus zu verhindern.
Außerdem kann ALI Fahrzeuge mit Sondersignalen (Polizei, Feuerwehr) bevorzugt behandeln.

Ganz nebenbei übernimmt ALI auf allen angeschlossenen Straßen die Geschwindigkeitskontrolle an den Messpunkten. Wird die Geschwindigkeit überschritten, Scannt ALI das Nummernschild, sieht in der Zulassungsdatenbank nach (wo neuerdings auch eine Bankverbindung gespeichert ist) und zieht dem Halter des Fahrzeugs direkt die Strafe vom Konto ab.

ALI fällt leider immer wieder aus und verursacht so erhebliches Chaos. Außerdem sind die ALI Hosts (über die Matrix zugänglich) extrem beliebtes Ziel krimineller Hacker. So kann man sich (relativ) einfach einen Fluchtweg freihalten oder ein Zielfahrzeug umleiten.

So, jetzt weißte auch bescheid wink.gif
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post 29 Jun 2005, 21:44
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Straight Esh
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Punkte: 14030
seit: 01.10.2003

Jaja, man müsste das System nur mit ein bisschen gesunden Menschenverstand kombinieren, dann bräuchte man gar nicht soviele Computer.

Da aber die ganzen Trotteln genauso wie CK wissen, wo sie angeblich lang müssen, wird es auch weiterhin Staus geben. Genauso wie auf den Autobahnen. Man hat ja auch dieses automatische Temporegulierungssystem, aber solang die ganzen Trotteln ja wissen, dass man schneller zum Ziel kommt, wenn man schneller fährt, kann man es auch bleiben lassen.


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bonum agere et bonum edere,
sol delectans et matrona delectans

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