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> Studentersamfundet i Trondhjem Oder: Ein Blick über den Tellerrand

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post 13 Mar 2009, 19:16
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Leisetreter
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Studentersamfundet i Trondhjem


Adresse: Elgeseter gate 1, 7030 Trondheim (Norwegen)
Telefon: (+47) 73 89 95 00
Website: www.samfundet.no

Öffnungszeiten: Siehe hier

Existiert seit: 22. September 1910

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Man sagt Dresden sei die deutsche Hauptstadt der Studentenclubs, doch wie sieht es in anderen Ländern der Welt aus? Ein Beispiel, wie man es auch machen kann, ist das Studentersamfundet in Trondheim, Norwegen.

Samfundet kommt aus dem Dänischen* und bedeutet soviel wie Gemeinschaft oder Gesellschaft. Dementsprechend ist das Studentersamfundet, man ahnt es bereits, die Studentengemeinschaft in Trondheim und nichts anderes als ein sehr großer Studentenclub. Sehr groß bedeutet hierbei, dass das Samfundet über 8000 Mitglieder und 1200 studentische Mitarbeiter hat. Mitglied zu sein bedeutet hier allerdings nicht, dass man auch aktiv mitarbeitet. Eine Mitgliedschaft ist eher passiv und kostet 350 norwegische Kronen (um die 40 €) für ein Jahr, hierfür bekommt man aber allerhand Vergünstigungen auf Getränke und Konzerttickets sowie freien Eintritt bei normalen Veranstaltungen.

Unübersehbar in Trondheim ist das Gebäude, in dem sich das Samfundet befindet. Es ist rot, rund, groß und markant. Dies ist auch gleichzeitig der größte Unterschied zu den Dresdner Studentenclubs: Fast alles spielt sich in einem Gebäude ab. Und das hat einiges zu bieten: Räume für Konzerte, diverse Bars, Disco, Café, und und und.
Nachmittags kann man gemütlich im Café Edgar etwas trinken, Abends warm im Lyche essen und später in einem der anderen Räume feiern gehen. Es gibt Konzerte an jedem Wochenende in der Vorlesungszeit und regelmäßig spielen international bekannte Interpreten auf.
Alkohol gibt es jedoch nur bis 2 Uhr nachts und etwas später wird man freundlich zum Gehen aufgefordert. Daran ist allerdings der Gesetzgeber schuld. Die Studenten würden gerne länger feiern, aber dafür gibt es ja das „Nachspiel“ (heißt auf Norwegisch wirklich so - das Vorspiel gibt es übrigens auch) im privaten Rahmen.

Das Samfundet arbeitet, wie die Dresdner Studentenclubs, nach dem Prinzip „von Studenten für Studenten“ und wird mit ganz wenigen Ausnahmen ehrenamtlich geführt. Die studentischen Mitarbeiter sind in verschiedenen „gjenger“ (norw. für Gruppe/Banden) organisiert und gliedern sich wiederum in „medlemer“ und „funksjonærer“, wobei letztere ein höheres Arbeitspensum haben, aber dafür auch größere Privilegien haben. Es gibt unter anderem Gruppen, die das Samfundet an sich leiten, die Konzerte und Veranstaltungen organisieren, das Bar- und Cafépersonal stellen, handwerklich tätig sind oder die IT verwalten. Doch das ist noch nicht alles. Es gibt auch noch einen studentischen Radiosender, eine TV-Gruppe, eine Studentenzeitschrift und viele viele künstlerische Gruppen, die vom Theater über Chöre bis zu Musikgruppen viele Geschmäcker abdecken. Momentan sind es insgesamt 45 (!). Alle zwei Jahre wird darüber hinaus ISFIT (ein internationales Studentenfestival mit Friedenspreisverleihung) und UKA (eine umfangreiche Veranstaltungswoche mit bekannten Headlinern) organisiert.

Die Motivation für das Samfundet ehrenamtlich zu arbeiten, ist ähnlich, wie bei den deutschen Studentenclubs, sozialer Natur. Man hat darüber hinaus aber noch weitere Vergünstigungen und, was das wahrscheinlich wichtigste ist, Zutritt zum privaten Bereich des Gebäudes (was man vielleicht mit Blick auf die Sperrstunde etwas leichter versteht). In den erlesenen Kreis hereinzukommen ist allerdings nicht ganz so leicht. Zuerst bewirbt man sich online und dann folgt ein Bewerbungsgespräch mit der Gruppe, von der abhängig ist, wie lange man sich verpflichtet dort mitzuarbeiten.

Zu guter Letzt noch ein kleiner Abriss der Geschichte: Das „Studentersamfundet i Trondhjem“ wurde am 22. September 1910 gegründet, kurz nachdem die ersten Studenten sich an der „Norges tekniske høgskole“ (NTH), dem Vorläufer der aktuellen „Norges teknisk-naturvitenskapelige universitet“ (NTNU), immatrikulieren konnten. Zuerst traf man sich auf dem Hauptcampus, doch zwei Jahre später hatte man genügend Geld gesammelt sich einen eigenen Platz zum Treffen zu kaufen. Fortan residierte man in einem alten Zirkus. Doch auch das sollte nicht dauerhaft sein und mit eigenen Aktivitäten (UKA) und politischer Hilfe bekam man soviel Geld zusammen, dass man das aktuelle Gebäude bauen konnte. 1929 wurde dann das durch den Zirkus inspirierte Gebäude bezogen. Der große Konzertsaal sieht noch heute aus, wie das Innere eines Zirkuszeltes.



* Für alle, die sich darüber wundern, sei ein Blick in die Geschichte Norwegens und der norwegischen Sprache empfohlen.


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Silenzium   Studentersamfundet i Trondhjem   13 Mar 2009, 19:16
absalom   Intereesante Sache.. Wie steht denn der "Vere...   14 Mar 2009, 03:32
Silenzium   Jupp, die "Basements" gibt es natürlich ...   18 Mar 2009, 23:15
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