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post 17 May 2020, 15:20
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Punkte: 13461
seit: 27.05.2003

Seit zich Jahren bin ich Couchsurfing-Mitglied. Früher noch .org, dann irgendwann plötzlich .com und mit einem Betreiber mit Monetarisierungskonzept – aber was solls, man hatte halt die Reputation im Account.

Seit neustem kostet die Couchsurfing-Mitgliedschaft Geld. In ihrem Blog schreiben sie, dass Corona ihnen stark reingehauen hat und dass sie nur mit unserer sofortigen Hilfe!!! überleben können. Das klingt meiner Meinung nach ein bißchen zu weinerlich, um tatsächlich glaubhaft zu sein. Es riecht eher danach, dass Corona nur der willkommene Anlass ist, um ein eher schlecht laufendes Geschäftsmodell zu konsolidieren.

Einige Details unterstützen die These, zum Beispiel, dass das Ganze mit sofortiger Wirkung stattfindet. Man kann sich nicht mal mehr in sein altes Account einloggen, um es beispielsweise zu löschen, Bilder zu sichern, oder alten Kontakten nochmal zu schreiben, ohne direkt sofort ne Kreditkartennummer anzugeben. Nicht zuletzt sind die Investoren bei Couchsurfing die gleichen wie bei Airbnb – ein Schelm, wer böses dabei denkt.

Die ganze Geschichte erinnert stark an die von mitfahrgelegenheit.de. Das umwandeln von unkommerziellen Community-Projekten in sogenannte Sharing Economy Startups galt mal als echte Goldgrube, hat aber soweit ich weiß eher unterdurchschnittlich funktioniert und nur dafür gesorgt, dass die ganzen Anbieter sich alle gegenseitig aufgekauft haben und am Ende ein kommerzieller Monopolist übrig bleibt.

Jedenfalls gibt es nun auch hier das gleiche Problem: es gibt diverse freie unkommerzielle Alternativen für Couchsurfing - die bisher jedoch kaum Beachtung fanden, denn alle waren ja bei Couchsurfing. Überall das gleiche. Immerhin gibt es einige alternative Plattformen, die sich dem Open Source Gedanken verpflichtet fühlen und direkt auf die Startseite schreiben, dass sie niemals Geld kosten werden. Da sei vor allem BeWelcome und Trustroots genannt.

Aber genau wie bei bessermitfahren und riderunner gibt es damit zwei Dienste, die sich gegenseitig dabei im Weg stehen, alle aufzufangen, die Couchsurfing.com den Rücken kehren wollen. Im Optimalfall gäbe es ein Standardprotokoll, an das sich Community-Plattformen halten und untereinander austauschen können – CouchSurfing-Federation. Leider ist das wohl vorerst ein bißchen viel verlangt.

Wie geht ihr damit um? Wer hat Erfahrungen mit einer der beiden Plattformen und könnte Vor- und Nachteile aufzeigen? Gibt es weitere Alternativen?


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ProfilPM
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post 17 May 2020, 15:31
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alleingelassen.
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Punkte: 9402
seit: 22.10.2004

Ich finde es einmal mehr cool, Dich als kritischen Geist zu kennen und danke für die Aufklärung! smile.gif

#a

P.S.: In Ermangelung einer Couch kann ich inhaltlich leider nix beitragen.


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[PSYOPS] Capture their minds - and their hearts and souls will follow. www.scl.cc
*zwitscher
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post 18 May 2020, 10:27
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Exmatrikulator
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Punkte: 2290
seit: 06.10.2006

Bevor ich das erste mal von "couchsurfing" hörte, hatten wir schon hospitalityclub.org. Zwar hat sich die Webseite nie über 1990er-Jahre weiterentwickelt, aber sonst lief das eigentlich gut. Allerdings habe ich das auch schon seit >>10 Jahren nicht mehr genutzt, und war jetzt n bissel geschockt, dass sich seither auch wirklich garnichts getan hatte... Und wenn ich bei "Who is online?" nur mich sehe, dann ist da auch kein gutes Zeichen...
ProfilPM
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