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post 30 Jul 2008, 15:36
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drawn to wisdom
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Punkte: 1228
seit: 20.10.2005

Was den Menschen bewegt - 2 Komoedien ueber Liebe und Sex

Liebe. Die Liebe ist etwas Wunderbares, sagt man, aber auch etwas Wundersames. Sie baendelt zwischen zwei Menschen (oder mehreren) und webt eine Gemeinsamkeit. Fuer den außenstehenden Betrachter erscheint diese scheinbar zufaellige Findung entweder bezaubernd schoen, oder vollkommen absurd.
Diese Betrachtung bindet der Regisseur Ed Blum thematisch ein und bildet in seinem Film Scenes Of A Sexual Nature das Schicksal von 7 unterschiedlichen Paaren ab, die jeweils eine individuelle Geschichte erzaehlen. Der Zuschauer bekommt einen knappen Einblick in deren Privatleben und wird durch sehr witzige, provokative und teilweise sehr ausgefeilten Dialogen mit den Konzepten und Rezepten der Liebe konfrontiert. Die Komoedie bietet die bequeme, heitere Auseinandersetzung mit sonst unbequemen Problemfeldern. Diese Verkomplizierungen auf ein ungewohnt konsumierbares Level herunterzubrechen ist eine Staerke des Filmes. Leider wirken die Einzelgeschichten doch etwas modellhaft und der Betrachter wird nicht tiefgreifend in den mikrosoziologischen Kosmos zweier Menschen hineingezogen. Dafuer bietet die variantenreiche Darstellung mehrerer Liebesverwebungen einen abwechslungsreichen Naehrboden fuer potentiellen Diskussionsgrundstoff. Der Film erzaehlt keine Geschichte als ganzes, sondern gibt partiell Einblicke und gewinnt seinen Mehrwert durch das Nachempfinden des einzelnen Schicksals. Vermutlich zielt dieser Streifen ganz bewußt auf eine tatsaechliche Konversation, oder einer intellektuelle Aufarbeitung, mit seinem eventuellen Lebensgefaehrten, ab. Im besten Fall spornt er zu einem Ausflug ins Gruene an – zum eigenen Abenteuer und wohlmoeglich dem (wieder)entdecken der Liebe.

Scenes of a Sexual Nature,
2006, UK, 91 min
Drehbuch: Aschlin Ditta
Regie: Ed Blum
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Sex. Dazu gibt es nicht viel zu sagen, sollte man meinen, aber man kann ganz gut Filme darueber drehen. Das kopulieren zweier Menschen ist ein sehr einfacher Sachverhalt, der aber unnoetig verkompliziert werden kann. Der Regisseur Martin Gero beweist mit seinem Film Y.P.F. [Young.People.Fucking], daß diese natuerliche Art der koerperlichen Kommunikation durchaus berechtigt Komplexitaet besitzt.
Die Machart ist in etwa gleich wie beim obigen Film. Es werden 5 Paare (the Friends, the First Date, the Couple, the Exes, the Roommates) im gelockerten Dokumentarstil begleitet. Die Gliederung (Prelude, Foreplay, Sex, Interlude, Orgasm, Afterglow) hilft die Uebersicht zu bewahren und die jeweiligen unterschiedlichen Situationen in ihren jeweiligen Phasen besser zu vergleichen. Auch hier wirken die Fallbeispiele ueberspitzt und modellhaft, aber durchaus treffend. Dieses schlichte Schema und der grobe Schnitt sind der Erfassung der Situationskomik entgegenkommend. Durch die Fokussierung auf Sex zum zentralen Thema wird der Film aus der voyeristischen Perspektive leicht zum Ultrasoftporno, bleibt aber durchaus serioes und entwickelt eine ebenso charmante Aufforderung zur Reflexion.
Zum Sex aber gibt es nicht viel mehr zu sagen, auch nichts weiter zu dem Film. - Just do it.

Y.P.F.,
Ger release Febr. 2008, Canada, 90min
Drehbuch: Aaron Abrams , Martin Gero
Regie: Martin Gero
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