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post 20 Feb 2009, 09:35
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Straight Esh
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Punkte: 14030
seit: 01.10.2003

Wenn man sich mal die Zeit nimmt und in die SLUB geht, kann man allerlei erleben. Aber bitte! Um zehn dort einzufallen ist eine Unmöglichkeit. Plätze sind noch frei - den eigenen Stuhl muss man allerdings schon am Sicherheitsmann vorbeigeschleust haben. Also kommt man um acht. Oder besser zehn vor acht. Da versammeln sich schon die hundert Lernwilligsten vor den verschlossenen Türen. Den Türöffner überrollt eine Lawine. Nein, es sind keine 1180 Schließfächer vorhanden - zumindest nicht in der ersten Reihe. Und so finde ich mich nach dem ersten Frühsport im Lesesaal ein. Um dann dem lustigen Treiben der Platzwahl zuzugucken. Da kommt also Marie, unter jedem Arm dreißig Hefter und nochmal so viele Bücher. Gekonnt balanciert sie an einer Viererreihe vorbei. Und auf jedem Platz verliert sie etwas von ihren Materialien. Wow. Ihre Freundinnen lassen bis um elf auf sich warten. Ich mache mich 11:45 auf zum Essen. Wie meine Banknachbarin. Diese räumt ihren Laptop weg und lässt dafür einen Zettel da: "Bitte den Stuhl nicht klauen!". Und als Nachsatz: "Komme ca. 14 Uhr wieder". Ich räume meinen Laptop in meinen Schrank. Ein Gefühl wie in Braindead beschleicht mich. Es kriechen aus allen Ecken Gestalten hervor; sie nähern sich mir langsam. Ich knalle das Schließfach zu und sage laut und deutlich "Nein". Damit sie mein Gehirn nicht weglutschen - oder viel schlimmer, meinen Schrank. Danach spiele ich noch ein bisschen das selbe Spiel, wie auf einem überfülltem Parkplatz. Ich steuere mit meinem Schlüssel auf beliebige Fächer zu und murmle dabei immer etwas wie "ach, ich hab keine Lust mehr auf SLUB, ich glaub ich gehe nach Hause". Sobald hoffnungsvolle Studenten nah genug herangekommen sind und mein Fach übernehmen wollen stoße ich aus: "Lieber doch noch zwei Skripte durcharbeiten!" und ziehe von dannen.

Als ich vom Essen wiederkomme - empfängt mich eine Riesenschlange am Rückgabeautomaten. Ein Kumpel erzählte mir letztens, wie er Geisteswissenschaflter vom Rest trennt. An ebendieser Rückgabe. Sie würden sich alle auf Weisung der SLUB-Damen am Automaten anstellen. Er marschiert also an der Schlange vorbei und geht zur freien Theke: "bitte zurückgeben". Sie: "gehen Sie doch an den Automaten"; er darauf: "und wofür sitzen Sie hier?". Unten angekommen finde ich sogar mal an einem Vierplatz in der -2 ein freies Eckchen. Leider wird mir schnell klar, warum. Die beiden BWLer mit gegenüber haben begriffen: es gibt keinen besseren Ort für eine Lerngruppe als die SLUB. Mein Nachbar ist mit seinen Ohropax ganz glücklich. Ich lerne viel darüber, wie man Statistiken berechnet. Ich sage ich möchte das nicht lernen. Es hilft für ganze drei Minuten. Hurra! Da stört es nun auch nicht mehr, dass der kleine Frederik lautstark seinen Papi sucht, der nur mal eben ein Philosophiebuch holt. Woher ich weiß dass er Frederik heißt? Das war der Name, den Papi gerufen hat, nachdem ich seinen Kleinen im Klo eingesperrt habe. Unverständlich: denken über Gott und die Welt nach, aber nicht über ihre Umgebung. Nungut, gegen siebzehn Uhr können wieder neue Leute in die SLUB dazustoßen - nachdem auch die Plätze geräumt werden, die verzweifelt von 9 bis 17 Uhr für Lernpartner freigehalten wurden. Gegner hat diese Praktik allerdings auch. Und diese haben ebenfalls Methoden. Beliebt sind die kleinen mobilen Aufräumregale: darauf kann man wunderbar Bücher von diversen Plätzen stapeln. Oder man wartet einfach ab, bis ein Platzinhaber mal schnell eine rauchen geht; Bücher, Hefter, Stifte lassen sich schnell zur Seite schieben, oder unter eigenem Krempel vergraben. Naivität scheint hier auch vor Strafe zu schützen: "Ach du sitzt HIER?". Nach einem langen Tag verlasse nun auch ich die Bibliothek. Auf dem Weg nach oben verabrede ich mich zu leichter Abendunterhaltung, immerhin steht am Eingang mit großen Lettern "Balztempel" geschrieben. Ja - ein Tag in der SLUB erfüllt wirklich!

(Auszug aus der Hausordnung der SLUB)
angehängtes Bild


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bonum agere et bonum edere,
sol delectans et matrona delectans

(Verlängere dein Leben indem du hier und hier und hier und hier klickst!)
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post 20 Feb 2009, 10:27
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Automatix
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seit: 09.11.2005

Das trifft den Nagel auf den Kopf biggrin.gif


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Barbarus hic ego sum, quia non intellegor ulli.
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post 20 Feb 2009, 11:21
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busy office
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seit: 30.06.2006

Zitat(Sigurd @ 20 Feb 2009, 09:27)
Das trifft den Nagel auf den Kopf biggrin.gif
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Ab 18uhr kann man sich langsam wieder in die SLUB trauen wenn man da noch lernen mag ^^


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Grüße sn3ek
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post 20 Feb 2009, 12:46
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Propagandapanda
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Punkte: 3074
seit: 17.11.2004

full ack.


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myrmikonos was here
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post 16 Mar 2009, 20:34
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3. Schein
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Punkte: 277
seit: 17.11.2004

Rüschtüsch!


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post 16 Mar 2009, 21:48

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Punkte: 4454
seit: 13.08.2007

Zitat(Chris @ 20 Feb 2009, 08:35)
Da stört es nun auch nicht mehr, dass der kleine Frederik lautstark seinen Papi sucht, der nur mal eben ein Philosophiebuch holt. Woher ich weiß dass er Frederik heißt? Das war der Name, den Papi gerufen hat, nachdem ich seinen Kleinen im Klo eingesperrt habe.
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