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Dresden verkauft Wohnungsbestand

Verkauf an US-Investoren
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post 09 Mar 2006, 22:44
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2. Schein
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Der Stadtrat von Dresden hat sich für den Weg in die Schuldenfreiheit entschieden: Die Stadt wird als erste deutsche Kommune ihren kompletten Wohnungsbestand verkaufen - jetzt kann sie Schulden von mehr als 700 Millionen Euro tilgen.

Dresden - In den Ausschüssen des Stadtparlamentes hatte sich bereits eine Mehrheit für den Verkauf abgezeichnet. Heute Abend fiel die Entscheidung: 40 Stadträte stimmten mit Ja, 29 waren dagegen, einer enthielt sich.



DDP
Dresdner Wohnungsgesellschaft: Auf einen Schlag schuldenfrei
Damit ist der Weg frei für die größte Transaktion mit städtischem Wohneigentum in den neuen Bundesländern. Zum Zuge kommt die US-amerikanische Investorengruppe Fortress.

Fortress hatte über eine deutsche Tochter knapp 982 Millionen Euro sowie die Übernahme aller Schulden der Wohnungsbaugesellschaft geboten. Mit dem Betrag kann die Stadt sämtliche Schulden in Höhe von 741,4 Millionen Euro tilgen. Dresden wird so die erste schuldenfreie Großstadt Deutschlands.

Dresdens Oberbürgermeister Ingolf Roßberg verwies auf die seit Jahren anhaltende desolate Finanzlage der Stadt. Alle Versuche, den Haushalt zu konsolidieren, seien nur halbherzig verfolgt worden. Für eine wirksame Entschuldung käme nur der Verkauf der Wohnungsbaugesellschaft WOBA in Betracht. Damit würden auch Einschnitte in das gesellschaftliche Leben erspart bleiben, versicherte das Stadtoberhaupt. Es gelte trotzdem, weiter am bisherigen Sparkurs festzuhalten, um nicht wieder in die Schuldenspirale einzusteigen. Zugleich zeigte der FDP-Politiker Verständnis für die Verunsicherung der WOBA-Mieter, Fortress habe jedoch eine Sozialcharta akzeptiert. Dazu gehöre ein lebenslanges Wohnrecht für Mieter über 60 Jahre und für Menschen mit schweren Behinderungen. Außerdem seien Luxussanierungen vertraglich verboten, sagte Roßberg.

Das Vorhaben hatte schon vor der Abstimmung für Zündstoff gesorgt. Mieterverbände hatten im Vorfeld vor der Einschränkung von Mieterrechten gewarnt. Vertreter einer Bürgerinitiative machten vor der Stadtratssitzung noch einmal Stimmung gegen die Entscheidung, indem sie knapp 45.000 Unterschriften gegen den Komplettverkauf vorlegten.

Am Abend kritisierte der Deutsche Mieterbund den Wohnungsverkauf als "falsch und kurzsichtig". "Die Mieter werden letztlich die Zeche zahlen müssen. Der hohe Kaufpreis muss von Fortress wieder eingespielt werden, die Mieten in Dresden werden steigen. Der Verwertungsdruck wird hoch sein", sagte Mieterbund-Direktor Franz- Georg Rips nach der Entscheidung des Stadtrats. Die Sozialcharta bezeichnete er als weitgehend wertlos und als eine reine Mogelpackung.

Fortress setzte sich gegen insgesamt 80 andere Bieter durch. Die Investorengruppe engagiert sich nach eigenen Angaben unter anderem in den Bereichen Private Equity Fonds und Immobilien. Sitz der Muttergesellschaft ist New York. Der zweitplatzierte Anbieter, die Berliner Beteiligungsgesellschaft Apellas des amerikanischen Investors George Soros, hatte 933 Millionen Euro geboten.

Quelle

Dieser Beitrag wurde von Karezza: 09 Mar 2006, 23:33 bearbeitet


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post 09 Mar 2006, 23:51
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Froschologe
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Zitat(Karezza @ 09 Mar 2006, 21:44)

Fortress hatte über eine deutsche Tochter knapp 982 Millionen Euro sowie die Übernahme aller Schulden der Wohnungsbaugesellschaft geboten. Mit dem Betrag kann die Stadt sämtliche Schulden in Höhe von 741,4 Millionen Euro tilgen. Dresden wird so die erste schuldenfreie Großstadt Deutschlands.
*


ist eine krasse zahl, der gesamtpreis beläuft sich auf 1,7 Milliarden €uro.

viel erstaunlicher ist aber die singularität des ganzen projekts. sämtliche (über-)regionalen medien die ich heute gehört und gelesen habe berichten darüber. selbst auf radio1 (sender in Berlin/Brandenburg) wurd den ganzn tag darüber berichtet. meines erachtens scheint der dresdner stadtverordnetenversammlung (wie auch immer die wirklich heißen) die tragweite nicht gänzlich bewußt zu sein. sämtliche sprecher anderer großstädte haben heute das vorgehen abgelehnt.


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post 10 Mar 2006, 00:40
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Wieder-Dresdner
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Zitat(wombat1st @ 09 Mar 2006, 22:51)
ist eine krasse zahl, der gesamtpreis beläuft sich auf 1,7 Milliarden €uro.
[...]


Woher hast du denn die Zahl?
Wenn ich dann richtig rechne hatte die Woba also auch so knappe 700 Mio EUR schulden, oder?! Da wären doch auf Dauer wohl steigende Mieten eh nicht vermeidbar gewesen (mal so rein betriebswirtschaftlich gedacht)...

Trotzdem muss es nicht unbedingt zu höheren Mieten kommen - immerhin stehen laut Dresden.de knappe 37,5k Wohnungen leer...


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post 10 Mar 2006, 00:50
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Froschologe
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Zitat(Pommeraner @ 09 Mar 2006, 23:40)
Woher hast du denn die Zahl?

*


kam heute den ganzen tag im radio. meine kurze google-recherche ergab: nzz.ch

im google news finder sind aber noch ganz viele andere quellen wo es auch steht.

Dieser Beitrag wurde von wombat1st: 10 Mar 2006, 00:51 bearbeitet
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post 10 Mar 2006, 01:15
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eXma Poltergeist
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Mal ganz dumm gefragt: Was is denn so schlimm daran, dass die das verkaufen?


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post 10 Mar 2006, 01:18
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Heimspiel
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Zitat(Stormi @ 10 Mar 2006, 00:15)
Mal ganz dumm gefragt: Was is denn so schlimm daran, dass die das verkaufen?
*


das sie vom gewinn nicht das neue stadion finanzieren shifty.gif pinch.gif


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post 10 Mar 2006, 01:30
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rationaler Idealist
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Da stellt sich natürlich die Frage: Besitzt Dresden nun aufgrund unnötiger Zinszahlungen einen ausgeglichenen Haushalt?


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Was haben ein Mann und ein Gebrauchtwagen gemeinsam?
Beide sind leicht zu kriegen, billig und unzuverlässig.

Zu fällen einen schönen Baum
Braucht's eine halbe Stunde kaum.
Zu wachsen, bis man ihn bewundert,
Braucht er, bedenk es, ein Jahrhundert

Früher morgens wach ich auf - 16 Uhr 10,
die ganze Welt scheint sich um mich zu drehen.
Nur im Magen fühle ich mich nicht so recht,
eins von den 30 Bierchen gestern war wohl schlecht.
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post 10 Mar 2006, 01:32
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Heimspiel
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Zitat(baren @ 10 Mar 2006, 00:30)
Da stellt sich natürlich die Frage: Besitzt Dresden nun aufgrund unnötiger Zinszahlungen einen ausgeglichenen Haushalt?
*


die zinsen beliefen sich bis jetzt auf jährlich 75 mill. € --- die werden nun frei! das hat ansich erst etwas mit dem nächsten zu beschliessenden haushalt etwas zu tun
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post 10 Mar 2006, 01:52
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Moin Moin
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Dresden müsste doch jetzt auch n Haufen Zinsen von dem überschüssigen Geld haben, oder? Also in der freien Wirtschaft würde aus so nem Haufen Geld doch bald noch viel mehr werden. Aber irgendwie gehe ich davon aus, dass DD in ein paar Jahren doch wieder Schulden hat happy.gif
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post 10 Mar 2006, 02:59

BILD-Sympathisant
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75 Mio sind täglich 40 cent pro Nase und so ganz etwa fünf Prozent des städtischen Jahreshaushalts.


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post 10 Mar 2006, 04:05

Alles Kapot!
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Laut WOBA - HP:
Umsatzerlöse 2005 184 Millionen €

Ist das jetzt der gesamte Umsatz? Da muß "Fortress" (wie passend) zwangsläufig einiges drehen, damit sich das lohnt yeahrite.gif


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post 10 Mar 2006, 09:40

3. Schein
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Wenn man nur mal überlegt das Dresden im Jahr gerade mal 20Mio für Kindertagesstätten und dergleichen ausgibt, sind die 75Mio. die da eingespaart werden ein ganz erkleckliches Sümmchen.

Ich denke der größte Vorteil der sich langfristig aus diese Aktion ergibt, ist das die Stadt jetzt endlich wieder die Freiheit hat ihr Schicksal selbst zu gestallten. Bisher wurden doch nur jedes Jahr die Schulden hin- und her geschoben und neues KOnte mit dem Hinweis auf die KOsten gar nicht entstehen. Stattdessen wurde immer nur überlegt wo man noch ein paar Cent einsparen kann. Ich glaube viele sind sich der Tragweite dieser Entwicklung gar nicht recht bewußt, immerhin ist DD jetzt die einzige Großstadt in diesem Land die nicht unter einer Schuldenlast ächzt.

Hrothgar
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post 10 Mar 2006, 12:15
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rationaler Idealist
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75 Mio. Zinsen pro Jahr bei 700 Mio. Schulden wäre etwas viel, oder? Hypothekenzinsen sollten bei der Hälfte liegen.
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post 10 Mar 2006, 12:21
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5. Schein
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jo, ich finds auch nicht schlimm. die horrormeldungen dei vorherpropagiert wurden, können eigentlich eh nicht eintreten. hab selbst meine wohnung bei der woba und denke eigentlich nicht, dass sich da was ändern dürfe. ich begrüsse es eher, dass die stadt nun schuldenfrei ist und hoffentlich auch nun mal ordentlich haushalten kann. vor ner weile hatte ich auch mal wo gelesen, dass dies gar nicht so unüblich sei, dass investoren in diesem bereich mehr investieren.
als denn hoffen wir, dass die stadt nun das geld ordentlich anlegt.

mfg zazi


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post 10 Mar 2006, 13:54
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4. Schein
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Das wichtigste ist wirklich das die stadt nun mit dem geld besser umgeht und nicht auf einmal anfängt große sprünge zu machen weil sie es nun dicke haben das wäre das schlimmste!
außerdem bleibt es ihr ja unbenommen denen dann zu helfen die dann betroffen sind!
sollte es zu drastischen verschlechterungen kommen glaub ich kann man auch den anspruch stellen an die stadt diesen abzufedern wenn sie schon diesen schritt wagt!
dazu muss sie aber auch in der lage bleiben was wieder zu punkt eins führt.
vorteil ist wirklich das nun nicht mehr die zinsen bezahlt werden müssen denn das geld ist auf alle fälle für die bürger verloren!
ergo abwarten (selbst bei woba wohnt) und sehen was wird!


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