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>Blobel kauft ein Grundstück auf dem Neumarkt.

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post 02 Aug 2006, 03:04

BILD-Sympathisant
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Dresdner Weltgeschehen.

http://www.tourdresden.de/

Übrigens allgemein neben den unzähligen eher banalen ein wirklich lesens- und sehenswerter Blog, falls jemand noch was zum Verlinken sucht, komplett empfehlenswert.

/mod: warum schreibst du's nicht gleich in "Dresdner Stadtgeschehen, wenn du's doch schon selber erkennst?

Dieser Beitrag wurde von sQeedy: 02 Aug 2006, 13:48 bearbeitet


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Antworten(15 - 19)
post 03 Aug 2006, 13:00

1. Schein
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Zitat(yocheckit @ 03 Aug 2006, 03:18)
nappi, es geht hier um den neumarkt, der wird wieder "alt" aufgebaut, also quasi nach originalvorbild. da ist nicht viel neues was verbunden werden müsste. ansonsten geb ich dir recht, denn alt und neu verbinden ist nicht innerhalb eines jahrzehnts alles mit nichtssagenden glas-beton-zweckbauten zupflastern..
*


Der Neumarkt wird nicht komplett "alt" aufgebaut. Rekonstruiert werden ca. 60 Fassaden. Das ist nur etwa ein Drittel aller zu errichtenden Bauten. Alt und neu zu verbinden bleibt also die große Aufgabe. Je unaufälliger die "modernen" Bauten sind, desto besser. Aber Glas und Stahl ist hier eindeutig fehl am Platze. Priscos Staffeldach muss die Ausnahme bleiben.

Aber Blobel sei Dank, wenn das Gewandhaus verhindert wird und Hummels Front gebaut würde, hätten wir bald einen unglaublich schönen Neumarkt. Übrigens wird auch das British Hotel bald wieder aufgebaut.
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post 03 Aug 2006, 17:19
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Straight Esh
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Zitat(Atanasoff @ 03 Aug 2006, 13:06)
Dummer weise musst die Pragerstraße nach der flut komplett neu gemacht werden, da das ja alles unter Wasser war und kaputt gegangen ist. Nach 2002 waren die Springbrunnen ohnehin nur noch sehr sporadisch im Einsatz, weil meist defekt und die Platten hebten oder senkten sich wie es ihnen grad gefiel, bzw. das Wetter war. Die Ladenflächen waren auch zum Großteil hinüber, es musste also etwas gemacht werden.
Und ich finde ehrlich das Zusammenspiel der Ibis Hotels mit den flacheren Glasfassaden sehr schick. Nur auf der anderen Seite sollte etwas gegen diesen alten hässlichen Plattenbau gemacht werden, aber da sind sie ja schon dabei
*

Ja, die Prager Straße musste neu gestaltet werden. Das war aber nicht die Schuld des Hochwassers. Das Hochwasser bot nur eine gute Ausrede alles, was noch vom Charme der Straße übriggeblieben ist, zu verschrotten. Es stimmt leider, was Rene sagt. Die Prager Straße besaß ein stimmiges Gesamtkonzept. Und das war, objektiv betrachtet, ganz im modernen Stil der 70iger Jahre gehalten. Logisch, dass das ganze uns heute nicht mehr modern vorkommt. Da fiel es leicht gerade mit dem Schwung der Wende das nicht mehr ganz zeitgemäße Aussehen mit dem Begriff "DDR-Architektur" zu belegen und wegzuwischen. Was die meisten nicht wissen ist, dass es in westdeutschen Städten nicht anders ausgesehen hatte. Meist sogar schlimmer, denn dort wurden im Laufe der Zeit verschiedene Stilrichtungen immer nur gemixt. Die Prager Straße war ein wundervolles Bauzeugnis der klassischen Lehre der Moderne. Der Dresdner Stadtrat hat es kaputt gemacht.

Nun hab ich ein paar Bilder zusammengesucht um ein paar Ausblicke auf die alte Prager Straße zu geben:
Eingang zur Prager Straße vom HBF aus gesehen.
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Blick auf das Blumenmeer (schon nach Bau des Abschlusses vor dem HBF)
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Blick von der anderen Seite. Gut zu erkennen, dass die zwischen den IbisHotels liegenden Geschäftshäuser sich deutlich niedriger geben, als die Neugebauten.
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So toll sieht sonst nur der Entwurf für die neue Prager Straße aus ...
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Gestaltungsentwurf für die Prager Straße
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Der Platz vor dem Rundkino
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Eingang in die Prager Straße
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Geschwungenes Pflaster vor dem Breuniger Gebäude
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Das Rundkino in seiner schönsten Ausstrahlung
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Und bei Nacht
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Kennt ihr den noch?
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Bisschen was zu lesen: http://www.das-neue-dresden.de/prager-strasse-1963-70.html



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post 03 Aug 2006, 17:27

BILD-Sympathisant
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Die Blumen waren bestimmt nicht schlecht, es gab da auch einen Urheberrechtsstreit, ob man die einfach in der Gesamtwirklung verändern darf, aber dass die Prager Straße viel besser aussieht als vor 2005 steht wohl außer Frage.

Sie galt (auch im Westen) in den 1960ern und frühen 1970ern als sehr vorbildlich und wurde sogar mit einem berühmten Boulevard in Paris verglichen, der sich angeblich bei ihr etwas abgeschaut hatte, danach aber war sie eher Synonym dafür, wie man es eben nicht machen sollte, auch wenn sie nach dem Krieg erstmal willkommen war.
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post 03 Aug 2006, 17:38
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Straight Esh
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Zitat(Unscheinbar @ 03 Aug 2006, 18:27)
Die Blumen waren bestimmt nicht schlecht, es gab da auch einen Urheberrechtsstreit, ob man die einfach in der Gesamtwirklung verändern darf, aber dass die Prager Straße viel besser aussieht als vor 2005 steht wohl außer Frage.

Sie galt (auch im Westen) in den 1960ern und frühen 1970ern als sehr vorbildlich und wurde sogar mit einem berühmten Boulevard in Paris verglichen, der sich angeblich bei ihr etwas abgeschaut hatte, danach aber war sie eher Synonym dafür, wie man es eben nicht machen sollte, auch wenn sie nach dem Krieg erstmal willkommen war.
*

Also ich finde ja nicht, dass es jetzt besser aussieht als vorher. Persönlich finde ich es ja schade, dass Stadtplaner, unter dem Druck von Investoren, immer zur Auffassung kommen, dass der Mensch kein Grün braucht. Schon gar nicht in der Stadt.

Und dann frag ich mich natürlich, warum der Dresdner Stadtrat partou den selben Fehler nochmal machen will und wieder eine Straße hinbauen, die schon jetzt als Synonym dafür gilt, wie man es nicht machen soll.

Es hätte nur zwei akzeptable Lösungen für das Problem gegeben.
1. Man hätte sich für die Beseitigung des angeblichen Fehlers ausgesprochen, und die ganze Prager Straße abgerissen, und dort dem modernen Städtebau Tribut gezollt.
2. Man hätte auf die bestehende Architektur eingehen müssen, und deren Ideen mit denen einer modernen Stadtentwicklung paaren sollen.

Man hat sich aber für die dritte nicht akzeptable Lösung entschlossen. Wegreißen von allem, was nicht kapitalistisch nutzbar ist und Bebauung freier Flächen durch sterile Kaufhausarchitektur. Allein die Entwürfe für das neue Zentrum Warenhaus stellen einen Lichtblick dar, der aber angesichts des schon verballhornten Raumes nicht mehr wahrgenommen werden kann.

Architektur braucht den Raum. Der Raum braucht die Architektur. Respektieren beide sich nicht, erhält man eben eine Prager Straße (2006).
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