Zitat(Unscheinbar @ 03 Aug 2006, 18:27)
Die Blumen waren bestimmt nicht schlecht, es gab da auch einen Urheberrechtsstreit, ob man die einfach in der Gesamtwirklung verändern darf, aber dass die Prager Straße viel besser aussieht als vor 2005 steht wohl außer Frage.
Sie galt (auch im Westen) in den 1960ern und frühen 1970ern als sehr vorbildlich und wurde sogar mit einem berühmten Boulevard in Paris verglichen, der sich angeblich bei ihr etwas abgeschaut hatte, danach aber war sie eher Synonym dafür, wie man es eben nicht machen sollte, auch wenn sie nach dem Krieg erstmal willkommen war.

Also ich finde ja nicht, dass es jetzt besser aussieht als vorher. Persönlich finde ich es ja schade, dass Stadtplaner, unter dem Druck von Investoren, immer zur Auffassung kommen, dass der Mensch kein Grün braucht. Schon gar nicht in der Stadt.
Und dann frag ich mich natürlich, warum der Dresdner Stadtrat partou den selben Fehler nochmal machen will und wieder eine Straße hinbauen, die schon jetzt als Synonym dafür gilt, wie man es nicht machen soll.
Es hätte nur zwei akzeptable Lösungen für das Problem gegeben.
1. Man hätte sich für die Beseitigung des angeblichen Fehlers ausgesprochen, und die ganze Prager Straße abgerissen, und dort dem modernen Städtebau Tribut gezollt.
2. Man hätte auf die bestehende Architektur eingehen müssen, und deren Ideen mit denen einer modernen Stadtentwicklung paaren sollen.
Man hat sich aber für die dritte nicht akzeptable Lösung entschlossen. Wegreißen von allem, was nicht kapitalistisch nutzbar ist und Bebauung freier Flächen durch sterile Kaufhausarchitektur. Allein die Entwürfe für das neue Zentrum Warenhaus stellen einen Lichtblick dar, der aber angesichts des schon verballhornten Raumes nicht mehr wahrgenommen werden kann.
Architektur braucht den Raum. Der Raum braucht die Architektur. Respektieren beide sich nicht, erhält man eben eine Prager Straße (2006).