Also da lief grad ne kleine diskussion zwischen simpson und theo ab, die mich inspiriert hat, dieses thema zu eröffnen. Es ging um: is sex nur in ner beziehung cool? Ich leg hier mal meine meinung dar:
- sex ist super. - wenn man keine beziehung hat, ist das deswegen super, weil man halt diese ungezwungenheit ausleben kann. man nimmt sich einfach n gleichgesinntes mädel mit (oder geht zu ihr) und beide haben ihren spaß, ohne irgendwelche verpflichtungen (damit meine ich aber NICHT verhütung, liebe kinder. bitte immer fein darauf achten). den nachteil hier sehe ich lediglich darin, dass man die wünsche, vorlieben und geschmäcker der partnerin nicht kennt, aber das stellt sich im laufe des abends schon irgendwie raus - sex in ner beziehung ist der schönste sex den es gibt, denn man ist dem menschen, den man liebt, so nah wie man näher nicht sein kann. man kann völlig versinken, und ein weiterer unterschied zu oben: man geht nicht vor (oder nach) dem frühstück nach hause, sondern kann nach dem aufwachen gemütlich seinen schatz in den arm nehmen und das ganze ggf wiederholen.
wie seht ihr das? bin ich etwa der allerletzte und steh mit meiner meinung völlig allein da?
Das viele verlieben und entlieben kann recht schnell zu einer irreversiblen Abstumpfung führen. Irgendwann kannste Dich nicht mehr richtig verlieben, denn: Du hast Dich verliebt, ein großes Gefühl, [...]<br />... dann bald läßt es die Seele nicht mehr zu mit dem Verlieben.. wegen alle der zerbrochenen Beziehungen.
Die Zeilen waren mir Grund, zu versuchen noch eine bisher unberücksichtigte Sicht hier einzuführen. Ich hoffe, ich habe keinen Beitrag unberücksichtigt gelassen. Aber an der Stelle da oben taucht zwischen den Zeilen zum ersten Mal in dem Thread ein psychoanlytischer Anknüpfungspunkt auf.
Zuvor meine persönliche Meinung: Sex ohne Partnerschaft ist nicht gut.
Theo hat mit seiner Aussage etwas angedeutet, nämlich --so verstehe ich es jetzt mal-- die unterbewußte Wirkung. Es gibt in der Psychologie einen Zweig der "Bindungstheorie" (John Bolwby). Weiter oben im Thread wurde ein Vergleich mit dem Verhalten von Affen und dem Stichwort "back to the roots, let's fuck" für gut befunden. Dem ist nun aber einmal leider nicht so: Wir sind keine Tiere. Ich will uns jetzt nicht als oberstes Glied der Evolution hinstellen (da gibt es Viren, die sind viel raffinierter als wir), aber unser Gehirn arbeitet nunmal vollkommen anders. Unser Verhalten und unser Dasein werden durch komplexe Mechanismen mitbestimmt.
Der Einfachheit halber nennen manche dieses ultrakomplexe (und bis in die Quantenmechanik oder Bioresonanzmessung reichende) Phänomen dann Seele. Zurück zur Bindungstheorie. Der Mensch ist auf soziale Bindungen und auf emotionale Bindungen angewiesen. Es werden verschieden starke und lockere Beziehungen zu Menschen benötigt, um psychisch gesund oder wenn man so will, seelisch im Gleichgewicht zu sein.
Ursachen können sehr unterschiedlich gelagert sein: Angefangen bei traumatischen Ereignissen noch während der Schwangerschaft, - als der Betroffene noch im Leib seiner Mutter war. Oder bspw. eine unverarbeitete Mutterentbehrung resultierend aus einer negativ erlebten Lösung aus der (bindungstheoretsichen psychologischen) Symbiose. Ich nehme mal an, für die meisten klingt das ein wenig abschreckend, es sei denn man hat schonmal bei Freud oder andern herumgeblättert. Es lassen sich auch noch vielfältige andere Einflußfaktoren auf die menschliche Psyche nennen, DIE ANGST ist der stärkste unter ihnen. Aber auch Zorn oder Verluste, Neid oder Eifersucht - die klassischen Sünden, fällt mir gerade auf.
Ich blende mal den Mittelbau meiner Argumentation aus und komme zum Punkt:
Wenn wir ohne feste Partnerschaft leben und Geschlechtstrieben ungeniert nachgehen, dann laufen wir automatisch Gefahr, Opfer von psychischen Transformationen oder Sublimierungen zu werden, die wir ansonsten hätten vermeiden können. Ein populäres Beispiel ist die Dialektik von Lust & Frust, von Sex und Aggression. Viele kennen sicher aus eigener Erfahrung auch den Zusammenhang von Verlustangst und Eifersucht. Oder umgekehrt Angst vor einer festen Bindung. Nun versucht euch vorzustellen, wie all das unterbewußt wohl abläuft.
Wenn man nicht aufpasst, dann wacht man mit 60 Jahren auf und entdeckt, dass man was falsch gemacht hat im Leben, das irgendwas schief gelaufen ist. Am liebsten würd' ich zweimal leben, einmal auf Probe und dann richtig. Oder man wacht halt nie auf ....
#Abaddon.
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