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> Bier soll billiger werden. Deutschland braucht Stimmungsaufheller.

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post 17 Jul 2005, 18:29
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3. Schein
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"Die Mehrwertsteuer muss erhöht werden, darüber sind sich CDU und CSU einig. Aber schon fällt den Christsozialen eine wichtige Ausnahme ein: Da Bier in Bayern Bier ohnehin als Grundnahrungsmittel gilt, könne man auch gleich die Mehrwertsteuer drastisch senken, finden CSU-Politiker.

CSU-Politiker forderten, die Mehrwertsteuer auf Bier um mehr als die Hälfte abzusenken. Bier sei ein Lebensmittel wie Brot oder Milch und für diese Produkte gelte auch der halbe Mehrwertsteuersatz, sagte der Bundestagsabgeordnete Herbert Frankenhauser der "Bild"-Zeitung.

Auch der wirtschafts- und arbeitsmarktpolitische Sprecher der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Johannes Singhammer, sprach sich für eine Absenkung der Mehrwertsteuer auf Bier aus: "Weniger Steuern auf Bier bedeutet mehr Konsum. Das wäre gut für Brauereien und Gaststätten." Allerdings müsste die Steuersenkung gegenfinanziert werden.

Die Union plant im Falle eines Sieges in den angestrebten Bundestagswahlen im Herbst die Mehrwertsteuer auf 18 von derzeit 16 Prozent anzuheben. Dadurch würde sich Bier nach Angaben des Blattes um 1,7 Prozent verteuern. Für Lebensmittel des täglichen Bedarfs gilt derzeit ein ermäßigter Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent. Diesen will die Union nicht antasten."

Außerdem will Stoiber die ALK auf 4% senken, es gehe nicht an, daß Österreich das bessere Deutschland sei.

sueddeutsche.de

Dieser Beitrag wurde von innosonic.com: 17 Jul 2005, 18:32 bearbeitet
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Antworten(15 - 22)
post 18 Jul 2005, 14:47
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Straight Esh
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Es sind zwei unterschiedliche Mechanismen.
Die Anhebung der Mehrwertsteuer würde durch die Senkung der Lohnnebenkosten gegengehalten. D.h. für die Firmen würde sich in erster Linie nichts ändern, der Gewinn verändert sich nicht. Dafür zahlen sie halt weniger Lohnnebenkosten, aber der Staat bekommt dieses Geld über die Mehrwertsteuer wieder rein. Weiterhin werden Produkte, die im Ausland produziert werden teurer. Also zwei Vorteile für die deutsche Wirtschaft, erstens werden die Produkte billiger, was eine Stärkung auf dem Weltmarkt zur Folge haben dürfte, zweitens werden Produkte aus dem Ausland teurer, was eine Stärkung deutscher Produkte auf dem Binnenmarkt zur Folge haben dürfte. Beides zusammen führt hoffentlichweise zu einer Verlagerung der Produktion nach Deutschland und damit ein Ankurbeln der Wirtschaft. Allerdings geht mir die propagierte Änderung mit knappen 2% nicht weit genug.

Beim Bier würden vermutlich auch diese Effekte greifen. Wenn man sich aber den Rest des Wahlprogrammes der CDU ansieht, dann muss man erkennen, dass dort die Schicht der Niedrigverdiener und Mittelverdiener rigoros geschädigt wird. Damit diese aber nicht meutern, weil sie ihren Frust dank der hohen Kosten nicht in Alkhol auflösen können, muss Deutschlands meistgetrunkene Droge billiger werden.

Die Partei, die mit diesem Slogan geworben hatte, kam immerhin bei der entsprechenden Wahl über die 0,5%, die man braucht um Wahlkostenerstattung zu bekommen. Es scheint also in gewissem Maße zu funktionieren. Interessant ist natürlich, wie das ganze einschlägt, wenn es nicht von einer extrem links angesiedelten Partei benutzt wird.


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post 18 Jul 2005, 17:44
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.. sind doch alles Milchmädchenrechungen.
"Die Anhebung der Mehrwertsteuer würde durch die Senkung der Lohnnebenkosten gegengehalten" wer sagt das?
Man kann sich alle Theorien schön reden genau so wie man alle kaputt reden kann. Ob das nun wirklich annähern wahr sein könnte, kann von uns eh keiner nachvollziehen (ich glaube auch nicht, dass die verantwortlichen Politiker, bzw. ihre Berater das können). Da wird mal kurz überschlagen und zack, ein neuer Wahlspruch für den Pöbel ist gemacht ...

ne ne neee....


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post 18 Jul 2005, 18:25
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Straight Esh
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Dieses sagt die CDU, die die Mehrwertsteuer um 2% steigern und dafür den Arbeitslosenbeitrag in den Nebenkosten um 2% senken will. Wovon aber 1% auf den Lohn aufgeschlagen werden sollte (weil scheinbar eine Steigerung der Mehrwertsteuer um 1% sich mit 0,5% Ausgabensteigerung im Geldbeutel bemerkbar macht).

Für mich der richtige Ansatz, allerdings zu fade durchgezogen. Durch die kleine Veränderung wäre es auch möglich, dass die Firmen diese Veränderung einfach ohne Ausgleich kompensieren. Man müsste gleich die Mehrwertsteuer rauf auf 25% drücken und dafür Renten- und Arbeitslosenversicherung aus den Lohnnebenkosten komplett rausnehmen.

Fakt ist, dass wir ein System brauchen (und das hätten wir schon 1970) einführen sollen, dass sicher gegen eine alternde Gesellschaft ist. Und das ist es nur, wenn sich alle, die an einem Wertschöpfungsprozess in Deutschland beteiligt sind, auch dafür zahlen. Im Moment zahlen diejenigen, die arbeiten, oder die, die jemanden einen Arbeitsplatz anbieten. Wer nicht zahlt sind Firmen, die in Deutschland Arbeitsplätze abbauen. Warum soll denn meine Rente/Arbeitslosenhilfe gekürzt werden, weil z.B. H&M seine T-Shirts in Thailand produzieren lässt.
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post 18 Jul 2005, 18:32
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Zitat
Fakt ist, dass wir ein System brauchen (und das hätten wir schon 1970) einführen sollen, dass sicher gegen eine alternde Gesellschaft ist.

Bis Dr Kohl die Rente (für einen guten Zweck) geopfert hat ging es ziemlich gut. Damals hieß es, man würde sich das gesparte Geld aus den Rentenkassen "leihen" um die Wiedervereinigung zu finanzieren und das Geld dann später wieder reinstecken, damit auch alle, die für ihre Rente bezahlt haben, eine bekommen.
Wurde nur leider bis heute nichts draus ...

Wie auch immer. Bier von der Mehrwertsteuererhöhung auzunehmen ist ein schlechter PR Gag ...
Warum nicht Brot oder Wasser?
Bier und Kokain .. na klar ..

Dieser Beitrag wurde von Chino: 18 Jul 2005, 18:35 bearbeitet
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post 18 Jul 2005, 22:21

3. Schein
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die mehrwertssteuer gleich auf 25% zu steigern wäre zu viel. schließlich gibt es ja genug, die nichts verdienen (z.B. wir) und die wären da ja voll im Nachteil.
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post 18 Jul 2005, 22:23
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aber nicht wenn das Bier dann mit 7% versteuert wird cool.gif


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Dieser Beitrag enthält viele schlimme Worte und aufgrund seines Inhaltes sollte er von niemandem gelesen werden.
Zu Risiken und Nebenwirkungen, frage deinen Exma-Mod und lass dir deine Meinung vorkauen.
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post 19 Jul 2005, 07:29
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Straight Esh
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Zitat(Chino @ 18 Jul 2005, 19:32)
Wie auch immer. Bier von der Mehrwertsteuererhöhung auzunehmen ist ein schlechter PR Gag ...
Warum nicht Brot oder Wasser?
Bier und Kokain .. na klar ..
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Brot und Wasser zählen zu den Lebensmitteln und haben von daher auch den niedrigeren Hebesatz von 7% für die Mehrwertsteuer. Und es steht auch nichts davon, dass dieser Satz angehoben werden soll.

Zitat(rob.m @ 18 Jul 2005, 23:21)
die mehrwertssteuer gleich auf 25% zu steigern wäre zu viel. schließlich gibt es ja genug, die nichts verdienen (z.B. wir) und die wären da ja voll im Nachteil.
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Die Leute, die nichts verdienen, brauchen hauptsächlich Lebensmittel. Da diese mit 7% besteuert werden, würde sich da nicht viel ändern. Menschen, die einen größeren Warenkorb im Konsumgüterbereich haben, haben noch einen viel größeren Nachteil. Und ich wäre bereit mit solch einer Einschränkung zu leben, wenn wir dadurch das Renten-/Arbeitslosen-/Krankenkassenfinanzierungsproblem aus der Welt schaffen würden.

Zitat(VTOL @ 18 Jul 2005, 23:23)
aber nicht wenn das Bier dann mit 7% versteuert wird  cool.gif
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Eben, alles wofür so Leute wie wir Geld bezahlen ist doch eh nur Überlebensmittel und Alkohol smile.gif
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