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Vollständige Version anzeigen: Deutsches BIER nur noch Einheitsbrei
Padex
Im ZDF Kultur Sender kam gestern eine wie ich finde erschreckende Reportage:
"Hopfen und Malz verloren!"
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Die Gastro-Leute aus den Studentenclubs kennen ja bereits das Dilemma mit den großen Biergruppen (Radeberger Gruppe, AB Inbev, ...) und globalen Großunternehmen.
Aus einer Firma kommen mit (fast) den gleichen Rohstoffen unterschiedliche Marken und Biersorten mit oft marginalen Unterschieden (Stammwürze- und Hopfengehalt).

Aus der Reportage:
Im Blindvergleich zwischen den meistverkauftesten Bieren: Becks, Krombacher, Oettinger, Bitburger und Wahrsteiner konnte keiner alle Marken zuordnen, weil sie industriell hergestellt und auch sehr ähnlich schmecken...

Beim Beer World Cup sind es amerikanische, australische und isländische Biere, die Gold einfahren...
Das Deutsche PILS kann keine Punkte einfahren.

Kleine Brauereien sind in Deutschland derzeit Mangelware und individuelle, regionale Biere findet man in unseren Supermärkten so gut wie nicht...

Billiges Bier macht unseren Biermarkt kaputt...

Obendrein:

Das Deutsche Reinheitsgebot wird zwar eingehalten, aber es gibt Zusatzstoffe (Hopfenextrakte/-paste, PVPP oder Bierfarbe), die zugegeben werden dürfen, ohne dass es angeben werden muss, bzw. wieder aus dem Bier gefiltert werden!

Ein Skandal wie ich finde! no.gif
Stormi
Als ob Amerikaner und/oder Isländer Ahnung von Pils hätten. Trinkt halt mal das gute Wernes.

Auch: Bierfarbe?

Padex
Schau dir die Doku an, dann erfährst du alles...
Und zu deiner ersten Frage, leider ja. Sind auch oft Deutsche Sud-Kessel und so manch Deutsche Brauer, der sich nach der Ausbildung/Studium in Berlin dann nach USA abgesetzt hat, weil man dort das Besondere mehr schätzt und bezahlt als hier...
Socres
Also daß die von Padex genannten Bierse alle scheiße schmecken steht außer Frage, aber ähnlich oder gleich? vielleicht bei 100°C

Krosti ftw
SmOOkiE
Stimmt schon, mit Vielfalt hat die Bierkultur in Deutschland nicht mehr viel zu tun. Da gibt es natürlich regionale Ausnahmen (wo jedes Dorf noch seine kleine Brauerrei hat), auch in Dresden: Neustädter Hausbrauerei .
Für die Interessierten empfehle ich den CRE zum Thema: http://cre.fm/cre194.
wombat1st
blink.gif gab es da nicht schonmal einen thread dazu?

ich bin öfters bei bierverkostungen und gerade gestern hat dabei ein kanadisches pils den ersten platz erlangt. allgemein würde ich sagen, dass der nordamerikanische und australische biermarkt und -geschmack dem deutschen ungefähr 20 bis 30 jahre voraus ist.
technisch und qualtiativ ist die deutsche branche weltmarktführer (ca. 90% aller brauanlagen weltweit stammen aus deutschland), alles was aber über reine produktionsarbeit hinaus geht, da ist deutschland stehen geblieben. oder wann habt ihr euer letztes stout, lambic oder ipa getrunken? selbst deutsche sorten wie alt oder märzen snd unterrepräsentiert, oder wann habt ihr die zuletzt getrunken?
in nordamerika wird für eine flasche gutes craftbeer 3€-5€ bezahlt. ist dazu jemand von euch bereit? denn das ist der hauptgund, warum der deutsche biermarkt auf der stelle tritt.
zu padex seinen fakten ist noch zu sagen, dass meiner meinung nach alles (bis auf PVPP )dem reinheitsgebot entspricht. Bierfarbe ist einfach nur ultrahoch eingebrautes bier, quasi bierkonzentrat, also bier dem wasser fehlt. hopfenpelletes ist einfach nur getrockneter hopfen der gemahlen und verpresst wurde.

und weil padex auch die studentenclubs angesprochen hat, da wird zu 95% auch nur einheitsbier ausgeschenkt, oder wieviele haben bier aus einer dieser sächsischen brauereien?
Juri
​​
wombat1st
was möchtest du denn ausdrücken?
onkelroman
gebraut nach dem deutschen einheitsgebot teacher_alt.gif
wombat1st
meint ihr den begriff 'einheitsbier'? damit meine ich die standardbiere, die dem standaraddeutschen biergeschmack entsprechen, eben die, die in einer verkostung wie padex weiter oben beschreibt nur schwer unterschieden werden können.
Padex
Also von den Sächsischen Brauhäusern habe ich doch schon einige in Studentenclubs gesehen:
  • Münch Bräu --> Eibauer dunkel
  • Freiberger wink.gif
  • Landskron
  • Sternquell
  • Wernesgrüner --> CM???

Wäre natürlich cool, wieder mehr kleinere regionale Brauereien in den Studentenclubs zu finden, aber das große Problem wird sicher auch die Anlieferung sein...
onkelroman
womme: mein post hatte nichts mit deiner frage zu tun. mir ist nur das wort eingefallen, als ich den threadtitel gelesen habe..
Gertrud
In den Studentenclubs ist es sicher schwer nben den billigen Massenbieren dann z.B. was aus der Privatbrauerei Specht anzubieten wenn es sich denn auch noch rechnen soll.
Außer saisonalem Bockbier und obligatorischem Weizen und Schwarzbier findet sich ja kaum ein Bier, welches nicht nach pilsner Brauart gebraut wurde in den gastonomischen Ausschanktempeln.
Aber Getränkevielfalt is ja leider nich nur beim Bier eingeschränkt. Auf fast alles Saftkarten findet sich exotisches wie Bananen- und Maracujasaft - aber Birnensaft z.B. suche ich meist vergebens.
absalom
Zitat(wombat1st @ 05 Mar 2013, 12:31)
blink.gif gab es da nicht schonmal einen thread dazu?
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Ja, den gab es, allerdings mehr mit Fokus auf regionale Bierempfehlungen in Dresden. Dort wurde die Erkenntnis "Einheitsbrei" a priori gesetzt.

#a2cents
wombat1st
Zitat(Padex @ 05 Mar 2013, 16:17)
Also von den Sächsischen Brauhäusern habe ich doch schon einige in Studentenclubs gesehen:


  • Münch Bräu --> Eibauer dunkel

  • Freiberger wink.gif

  • Landskron

  • Sternquell

  • Wernesgrüner --> CM???

Wäre natürlich cool, wieder mehr kleinere regionale Brauereien in den Studentenclubs zu finden, aber das große Problem wird sicher auch die Anlieferung sein...
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freiberger und wernesgrüner kannst glaub ich wegen überregionaler vermarktung nicht wirklich zählen. und ja, sicher gibt es noch 2,3,....mehr regionale bier irgendwo in den clubs, aber zu wieviel ausgeschenkten sorten 50? und wieviele davon sind pils? ich wage mal die schätzung, dass pils und weizen zusammen 80-90% der verkauften biere ausmachen.


Zitat
In den Studentenclubs ist es sicher schwer nben den billigen Massenbieren dann z.B. was aus der Privatbrauerei Specht anzubieten wenn es sich denn auch noch rechnen soll.

das ist genau der punkt. niemand ist bereit für gutes bier mehr geld auszugeben. und solange diese mentalität am tresen vorherrscht, dann wird es eben nur diese massenbiere geben.

Zitat
Außer saisonalem Bockbier und obligatorischem Weizen und Schwarzbier findet sich ja kaum ein Bier, welches nicht nach pilsner Brauart gebraut wurde in den gastonomischen Ausschanktempeln.


word.

eigentlich werden hier aber auch zwei sachen vermischt. zum einen ist es der regionale ansatz der bierherkunft und zum anderen die biersorten. und beim zweiten punkt bekleckert sich die sächsische brauereienlandschaft auch nicht mit ruhm.
drachenkind
Also wir (cb) haben von Eibauer das dunkle und das Zwickel aus dem Fass und das Porter in der Flasche. Schmecken hervorragend, da unterstützt man gerne eine kleine Brauerei. biggrin.gif
WU5
Zitat(wombat1st @ 06 Mar 2013, 14:37)
Zitat(Gertrud @ 05 Mar 2013, 16:33)
In den Studentenclubs ist es sicher schwer nben den billigen Massenbieren dann z.B. was aus der Privatbrauerei Specht anzubieten wenn es sich denn auch noch rechnen soll.
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das ist genau der punkt. niemand ist bereit für gutes bier mehr geld auszugeben. und solange diese mentalität am tresen vorherrscht, dann wird es eben nur diese massenbiere geben.
[...]
eigentlich werden hier aber auch zwei sachen vermischt. zum einen ist es der regionale ansatz der bierherkunft und zum anderen die biersorten. und beim zweiten punkt bekleckert sich die sächsische brauereienlandschaft auch nicht mit ruhm.
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Wir haben "Elbhang Rot" und manchmal "Lenins Hanf" von der Neustadt-Brauerei im Angebot und es funktioniert sehr wohl. Die Biere sind keine Standard-Pilsbiere und etwas teurer, werden aber von den Gästen sehr gut angenommen.
Der Bardienst muss natürlich auf das Angebot hinweisen und vielleicht auch zwei Sätze dazu sagen können & wollen. Wer es dann einmal probiert hat, greift häufig wieder darauf zurück.
jl
seb
Zitat(Stormi @ 04 Mar 2013, 21:01)
Auch: Bierfarbe?
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http://de.wikipedia.org/wiki/Farbebier
wombat1st
Zitat(WU5 @ 06 Mar 2013, 17:50)
Wir haben "Elbhang Rot" und manchmal "Lenins Hanf" von der Neustadt-Brauerei im Angebot und es funktioniert sehr wohl. Die Biere sind keine Standard-Pilsbiere und etwas teurer, werden aber von den Gästen sehr gut angenommen.
Der Bardienst muss natürlich auf das Angebot hinweisen und vielleicht auch zwei Sätze dazu sagen können & wollen. Wer es dann einmal probiert hat, greift häufig wieder darauf zurück.
jl

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mal nebenbei und für meine neugier, habt ihr das in der flasche oder vom fass? und wieviel prozent des durchsatz macht es denn bei euch aus, also macht es signifikant mehr als 10% aus?

zund um kennenlernen von biervielfalt empfiehlt sich diese woche übrigens münchen, da findet die Braukunst live statt.
Novitatis
Das Novi bietet Böhmisch Brauhaus biggrin.gif
Euronymus
Zitat(Novitatis @ 06 Mar 2013, 22:33)
Das Novi bietet Böhmisch Brauhaus  biggrin.gif
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Das gab es vor bis vor etwa 10 Jahren immer zur ETfete, und es war schecklich. sad.gif
bluemulti
Das Böhmisch Brauhaus von heute hat nach dem mittlerweile drölfzigstem Eigentümerwechsel nichts mehr mit der abscheulichen Plörre zu tun, die ab Mitte der 90er Jahre verkauft wurde. Für mich immer noch kein Top-Bier, aber mittlerweile durchaus trinkbar (ohne Konsequenzen fürchten zu müssen smile.gif ).
Juri
​​
wombat1st
zum themacraft beer in der sueddeutschen.
Padex
Der Preis ist halt in unserer Welt nach wie vor entscheidender als Qualität oder Geschmack...
Oder eben Werbung, um ein Bild der Marke zu entwickeln, um den Konsum anzuregen. Klappt auch oft genug, nur nicht mit Augustiner und Tannenzäpfle:

http://www.sueddeutsche.de/muenchen/szene-...-bier-1.1581467

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