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Der Dresdner und sein Auto

… aus der subjektiven Sicht eines Wahl-Dresdners
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post 08 Dec 2008, 01:03
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Der Dresdner und sein Auto

… aus der subjektiven Sicht eines Wahl-Dresdners

Michael Winkler, Herbst 2008



Es fällt manchmal nicht schwer, in Dresden mit dem Auto zu fahren. Einige (nicht alle) Straßenbahnfahrer machen auch nach mehrmaligem Knopfdrücken und Winken definitiv nicht die Türe auf und manchmal hilft es wirklich nur, sich auf die Schiene zu stellen und zu winken, damit der Mann (meist sind es die männlichen Mitglieder des Spezies homo straßenfahrensis) hinter dem Steuer merkt ‚Hey, da will noch einer mit und dessen Zufriedenheit sichert letztlich meinen Arbeitsplatz.’ Zweifelsohne gibt es Situationen, in denen man Fahrgäste mal übersieht, kann in den besten Straßenbahnfahrerfamilien vorkommen. Doch so oft wie ich das in Dresden bereits erlebt habe und es mir von anderen Einheimischen und Touristen bestätigt worden ist, kann es kein Zufall sein. Eine Freundin aus Spanien meinte mal scheinbar etwas entsetzt, dass die Straßenbahnfahrer fast schon unmenschlich (sinngemäß) handeln würden. Sie sagte dies als der Bus, in dem wir saßen, den Postplatz verließ und eine nach dem Bus rennende Person dann wohl auf den nächsten Anschluss warten durfte. Im Grunde kein Beinbruch, doch es war nachts gegen 23 Uhr … und ca. 10 Grad minus. ‚Tja, c’est la vie.’, wird sich der Fahrer mit der Lizenz zum „Entscheiden-wer-mit-darf-und-wer-nicht“ vielleicht gedacht haben. Gelegentliches Daraufhinweisen mündet mitunter in einem „Ich habe mich ordnungsgemäß verhalten.“ (selbst schon erlebt). Ja, ordnungsgemäß verhalten sich die meisten, denn die gute deutsche Pünktlichkeit hat Vorfahrt vor Kundenservice*. Und somit dürften einige Straßenbahnfahrer auch pünktlich irgendwann ihre Kündigung erhalten, wenn es technisch mal soweit sein wird, dass die Bahnen quasi führerlos durch Dresden fahren können.

Doch was schreibe ich über Straßenbahnen, es sollte doch ein Artikel über Autos werden. Ich bin wohl etwas abgeschweift. Das kann schnell passieren, wenn man über Dresden und einige seiner Bürger spricht. Nicht alles verläuft so geradlinig wie eine Durchfahrt von Dresdens Norden bis in den Süden; innerhalb der letzten 15 Jahre ja auch fast nahezu unbemerkt vierspurig ausgebaut. Nur die Königsbrücker Straße sträubt sich noch trotz jahrelanger K®ämpfe** gegen die Vierspurigkeit, vielleicht ist es der Spirit Erich Kästners, dessen Geburtshaus auf der Königsbrücker Straße 66 (schräg gegenüber vom Kino „Schauburg“) steht, der da ein bisschen Ruhe sorgt.

Erich Kästner war wahrscheinlich in dem Alter, in dem die meisten von uns ihren Führerschein machen, als das Automobil sich langsam seinen Weg durch die Landschaft bahnte. Zwei Weltkriege ließen einige Nationen die weltweiten Erdölvorkommen unter sich aufteilen. Hitler baute – zur Freude der Massen, auch der Dresdner – die „gute deutsche Autobahn“. Die wenigstens hinterfragen wohl heute die Rolle der Bau- und Automobilindustrie zu dieser Zeit. Wie auch, da würde man ja glatt auf die Namen stoßen, die heute immer noch und mittlerweile weltweit Profit machen.

Autos und Hitler … da sind wir recht schnell bei Begriffen wie Werbung und Propaganda; beide gehen Hand in Hand. Wie und warum bleibt dem Bürger meist so weit undurchsichtig, bis das Ding durchgezogen ist. Menschen vor vollendeten Tatsachen zu stellen, ist einfacher als das ewige Hin- und Her von Workshops und Bürgerwerkstätten. Wer Profit machen will, kann sich nicht lange beim demokratischen Blabla aufhalten. Nicht umsonst beginnt das 1928 erschienene Buch „Propaganda“ des PR-Pioniers und Sigmund-Freud***-Neffen Edward Bernays (1891-1995) mit den viel sagenden Worten: „Die bewusste und intelligente Manipulation der organisierten Gewohnheiten und Meinungen der Massen ist ein wichtiges Element in der demokratischen Gesellschaft.“ [1]
Bernays war es auch, der Anfang der 1950er Jahre half, das "National System of Interstate Highways" der USA zu propagieren. Er tat dies im Auftrag der Mack Truck Company, die mit der Eisenbahn konkurrieren wollte bzw. vielmehr eben keine Konkurrenz mehr haben wollte. Bernays überzeugte letztlich auch den amerikanischen Congress und dabei war seine einfache Idee jene, dass da wo erst einmal große Straßen sind, auch (große) Autos fahren würden. Diese Strategie funktioniert in Deutschland auch 50 Jahre später noch, insbesondere in Dresden. In Dresden reichen Slogans wie „Wachstum braucht Mobilität“ oder „Wachstum schafft Arbeit“, zusammengefasst „Arbeit braucht Mobilität“, und der Durchschnittsbürger, welcher sein Leben über seinen Arbeitsplatz definiert (und nicht umgekehrt) nickt eifrig mit dem Kopf und macht sein Kreuzchen bei den ab und zu stattfindenden Wahlen „an der richtigen Stelle“.


bild kann nicht angezeigt werden

Spaghetti Junction in der Nähe von Birmingham [5]

Was US-Amerikaner können, können übrigens auch Briten - wenn auch ein paar Jahre später


In den USA musste man sich da noch ganz andere Gründe einfallen lassen, um den Highwaybau, mit rund 75.000 km mittlerweile angeblich das größte Straßennetz der Welt (Stand: 2004), zu rechtfertigen. Robert Fishman schreibt im Tagungsband zur vor einigen Jahren initiierten Ausstellung „Shrinking Cities – schrumpfende Städte“ (Link), dass das „größte öffentliche Arbeitsprogramm seit den [ägyptischen, M.W.] Pyramiden“, auch zum Teil damit gerechtfertigt wurde, dass im Falle eines Atomangriffes die Städte evakuiert werden könnten.[2] Tja, vielleicht könnte man dieses Argument aus der noch von der Kommunisten-Atomkrieg-Phobie der McCarthy-Ära (Link) genährten Zeit Mitte der 1950er Jahre auch für Dresden reaktivieren. Jetzt gilt es eben schnelle Straßen für eine mögliche Evakuierung im Falle eines Angriffs der Russen auf die US-amerikanischen Raketenstationen in Polen und Tschechien, falls die Raketen mal weiterfliegen sollten, zu bauen. Was der US Air Force passiert, kann schließlich auch mal bei der Wojenno-Wosduschnye Sily vorkommen, oder? Ich bin mir momentan nicht so sicher, ob der Dresdner das nicht auch glauben würde.

Dass die Interessen von Baubranche und Militär nicht weit auseinander liegen, wussten einige US-Amerikaner sicher nicht erst seit Hitlers Deutschland. Zudem hatten sie durch jahrelange Geschäftsbeziehungen zu Deutschland einiges lernen können. Ach übrigens, hat jemand eine Ahnung, wen das renommierte Time-Magazin im Jahre 1938 zur „Person of the Year“ wählte? Wenn nicht, dann einfach mal googeln.

Doch zurück nach Dresden und ins Jahr 2008. Nicht ganz eine Viertelmillion Kraftfahrzeuge nennen die Dresdner Bürger ihr Eigen, wobei die Anzahl der PKWs sich wohl um ein paar Tausend darunter befinden dürfte (2001: 238 451 registrierte Kraftfahrzeuge in Dresden, darunter 211 079 Pkw [3]). Wobei die Stadt Dresden noch kräftig aufholen könnte. Denn im Jahr 2008 liest sich die Kernraum-Umland-Statistik in einem Nebensatz einer Pressemitteilung der Dresdner Stadtverwaltung dann ungefähr so: „So standen den 439 Pkw je 1000 Einwohner in Dresden weit über 550 in allen Gebieten des Umlands gegenüber.“ [4] Der Dresdner fährt und fährt, offenbar ... und will dabei auch Spaß haben (auch auf dem Arbeitsweg), selbst wenn der Sprit 1,55 Euro kostet. Da sind wir so Pi mal Daumen umgerechnet bei den „drei Mark zehn“ aus NDW-Markus’ Spaß-Hit aus dem Jahre 1982.

Der Spaß scheint einigen jedoch in Dresden immer mehr zu vergehen, spätestens seit dem ewigen Nr.-1-Thema Dresdens … ihr wisst ja sicher, worum es geht. Und dabei wird es vielleicht erst so richtig spaßig in den nächsten Monaten. Dresden baut sich Tag für Tag den Welterbetitel selbst ab und wenn die Preisgleitklauseln (heißt wirklich so) für Beton und Stahl nicht mehr halten, dann kostet die Brücke Dresden eben einige Millionen Euro mehr als noch vor Jahren berechnet. Tja, woher das Geld dann nehmen? Von der Sachsen-LB? Wird kaum gehen, die ist mittlerweile in Baden-Württemberg. Ja, dann wird’s wohl wieder eine Frauenkirchen-ähnliche Spendenaktion geben, oder? Das wäre doch wirklich ein friedensstiftendes Zeichen der Dresdner Autofahrer und der neuen Oberbürgermeisterin Helma Orosz. Alle wären happy und würden sich in den Armen liegen oder im großen Hupkonzert durch die Stadt düsen … während am anderen Ende der Welt der letzte Tropfen Erdöl aus der Erde gefördert würde. Ende gut, alles gut.



Quellen:

[1]: Edward Bernays: “Propaganda”, Horace Liveright, New York 1928. Neuauflage: Ig Publishing, Brooklyn N.Y. 2005. (Deutsch von Patrick Schnur, orange-press, Freiburg i. Br. 2007, deutsche Erstausgabe)
[2] Robert Fishman: Suburbanisierung: USA. In: Schrumpfende Städte - Band 1: Internationale Untersuchung (Philipp Oswalt, Hsgb.), S. 64–73, Hatje Cantz Verlag, Ostfildern-Ruit, 2004.
Projekt-Homepage: http://www.shrinkingcities.com/
[3]: Link: http://www.dresden.de/de/02/035/01/2001/07/c_2437.php
[4]: Link: http://www.dresden.de/de/02/035/01/2008/04/pm_077.php
[5]: Link: http://www.dailymail.co.uk/news/article-50...d-junction.html



Weitere Links:

- Geschichte des US-Straßensystems: http://members.a1.net/wabweb/frames/abhistUSAf.htm
- Edward Bernays: http://de.wikipedia.org/wiki/Edward_Bernays
- TIME Magazin - Person of the Year: http://de.wikipedia.org/wiki/Person_of_the_Year
- United States Air Force (US-Amerikanische Luftstreitkräfte): http://de.wikipedia.org/wiki/US_Air_Force
- Wojenno-Wosduschnye Sily (Russische Luftstreitkräfte): http://de.wikipedia.org/wiki/Russische_Luftstreitkr%C3%A4fte
- „Teurer Stahl bringt Zulieferer in Not“, Handelsblatt-Online, 30.06.2008,
Link: http://www.handelsblatt.com/unternehmen/mi...n-not;2005576;2
- Link zum Thema "Pi mal Daumen": http://cweiske.de/tagebuch/Pi%20mal%20Daumen.htm (selbst noch nicht verifiziert smile.gif)
- YouTube-Video Markus "Ich will Spaß": http://www.youtube.com/watch?v=EqJCRs23TJ8



Ergänzungen, Änderungen etc. nach "Leser-Hinweisen" sozusagen:

* Das Wort Kundenservice ist günstigerweise durch "Freundlichkeit" oder "Rücksichtnahme" zu ersetzen. Prinzipiell ging es um die Wichtung einzelner Kundenservice-Faktoren wie Pünktlichkeit, Rücksichtnahme, Freundlichkeit. Die geschilderte Situation entstand im Grunde aus einer unterschiedlichen Wichtung der Faktoren seitens der Straßenbahnfahrer(in) bzw. des Autors. Während DVB-Angestellte im Zwiespalt zwischen (Zeit)Planerfüllung und Arbeitsverhältnis stehen, interessiert den Kunden hauptsächlich, ob er oder sie (noch) mitfahren kann oder nicht.
** Das Wort "K( r )ämpfe" wird ohne Leerzeichen vor und nach dem "r" offenbar bei der Textformatierung in "K®ämpfe" geändert
*** Sigmund hieß natürlich "Freud", nicht "Freund" - Danke für den Hinweis ... offenbar ein "Freud'scher Verschreiber" smile.gif


Dieser Beitrag wurde von Michael13: 11 Dec 2008, 17:10 bearbeitet


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/mod: deleted
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post 08 Dec 2008, 01:29
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Bazinga
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Zitat(Michael13 @ 08 Dec 2008, 00:03)
... Sigmund-Freund-Neffen Edward Bernays (1891-1995)...
*


Dein Lusterwerb liegt in der Ausschaltung desselben...


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I'm gonna make you an offer you can't refuse.

Meine Störung hat kein Verhalten!
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post 08 Dec 2008, 01:32
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life sucks.
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Zitat(asmo @ 08 Dec 2008, 00:29)
Dein Lusterwerb liegt in der Ausschaltung desselben...
*


Trollfutter Güteklasse C.

abd@Kategorie:C.


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[PSYOPS] Capture their minds - and their hearts and souls will follow. www.scl.cc
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post 08 Dec 2008, 01:37
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Are you afraid?
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seit: 11.10.2007

Zitat(Michael13 @ 08 Dec 2008, 00:03)
[…], denn die gute deutsche Pünktlichkeit hat Vorfahrt vor Kundenservice.
*


Und Puenktlichkeit ist _kein_ Kundenservice?

Zitat(Michael13 @ 08 Dec 2008, 00:03)
In Dresden reichen Slogans wie „Wachstum braucht Mobilität“ oder „Wachstum schafft Arbeit“, zusammengefasst „Arbeit braucht Mobilität“, […]
*



Die Zusammenfassung ist schwachsinnig, das wuerde bestenfalls funktionieren, wenn der Slogan „Arbeit braucht Wachstum“ (offensichtlich nicht aequivalent zu „Wachstum schafft Arbeit“, da letzteres die Moeglichkeit offen laesst, das auch etwas anderes Arbeit schafft) dabei waere, alternativ koennte man mit „Mobilitaet schafft Wachstum“ auch „Mobilitaet schafft Arbeit“ ableiten. So, wie das allerdings da oben steht, kann man keinerlei Aussage ueber den Zusammenhang zwischen Mobilitaet und Arbeit treffen.

#Kategorie Cat


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I am drunk with this vision. God: the title suits me well.
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post 08 Dec 2008, 01:52
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@asmo, abadd0n, mmarx
Zunächst: Ihr habt alle erst einmal recht mit Euren Sichtweisen.

Zitat(mmarx @ 08 Dec 2008, 00:37)
(1) Und Puenktlichkeit ist _kein_ Kundenservice?
(2) Die Zusammenfassung ist schwachsinnig, das wuerde bestenfalls funktionieren, wenn der Slogan „Arbeit braucht Wachstum“ (offensichtlich nicht aequivalent zu „Wachstum schafft Arbeit“, da letzteres die Moeglichkeit offen laesst, das auch etwas anderes Arbeit schafft) ...
*


zu (1): Pünktlichkeit ist durchaus Kundenservice, da hast du ganz Recht, mmarx ...
Statt "Kundenservice" würde wohl "Freundlichkeit" oder "Rücksichtnahme" besser passen, denn Kundenservice umfasst beides bzw. noch mehr.
zu (2): Ist auch durchaus richtig ... werde drüber nachdenken.
Die Frage ist ja in gewisser Weise auch vielmehr, warum viele Menschen offenbar genau diese Zusammenhänge herstellen bzw. sich herstellen lassen (in ihren Köpfen), welche du - richtigerweise - gar nicht sehen kannst, weil sie so auch gar nicht wirklich existieren?

Alles Gute, Micha.
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post 08 Dec 2008, 10:21
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32. Schein
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seit: 26.06.2005

Zitat(Michael13 @ 08 Dec 2008, 00:03)
[...]
1)
wird sich der Fahrer mit der Lizenz zum „Entscheiden-wer-mit-darf-und-wer-nicht“ vielleicht gedacht haben.
[...]
2)
es sollte doch ein Artikel über Autos werden.
[...]
3)
Nur die Königsbrücker Straße sträubt sich noch trotz jahrelanger K®ämpfe gegen die Vierspurigkeit, vielleicht ist es der Spirit Erich Kästners, dessen Geburtshaus auf der Königsbrücker Straße 66 (schräg gegenüber vom Kino „Schauburg“) steht, der da ein bisschen Ruhe sorgt.
[...]
4)
Hitler baute – zur Freude der Massen, auch der Dresdner – die „gute deutsche Autobahn“. Die wenigstens hinterfragen wohl heute die Rolle der Bau- und Automobilindustrie zu dieser Zeit. Wie auch, da würde man ja glatt auf die Namen stoßen, die heute immer noch und mittlerweile weltweit Profit machen.
[...]
5)
Er tat dies im Auftrag der Mack Truck Company, die mit der Eisenbahn konkurrieren wollte bzw. vielmehr eben keine Konkurrenz mehr haben wollte.
[...]
6)
Jetzt gilt es eben schnelle Straßen für eine mögliche Evakuierung im Falle eines Angriffs der Russen auf die US-amerikanischen Raketenstationen in Polen und Tschechien, falls die Raketen mal weiterfliegen sollten, zu bauen.
[...]
7)
Doch zurück nach Dresden und ins Jahr 2008. Nicht ganz eine Viertelmillion Kraftfahrzeuge nennen die Dresdner Bürger ihr Eigen, wobei die Anzahl der PKWs sich wohl um ein paar Tausend darunter befinden dürfte (2001: 238 451 registrierte Kraftfahrzeuge in Dresden, darunter 211 079 Pkw [3]). Wobei die Stadt Dresden noch kräftig aufholen könnte.
[...]


Ad 1)
Du als hervorragender Pkw-Fahrer, weißt sicher wie das ist mit dem Schulterblick und dem Auf-den-Verkehr-achten, dem Pünktlich-sein, und, und, und, ...
Ad 2)
Wird's nicht. Kann ich mir nicht vorstellen.
Ad 3)
Der Ausbau der Königstbrücker (um die notwendigen Kapazitäten für den MIV zu schaffen) ist absolut überflüssig. Gleiches gilt für die WSB, weshalb ich mich dazu im Späteren nicht mehr äußern werde.
Ad 4)
Hitler ließt Autobahnen bauen. Darauf fahren Autos. Alle, die an der Herstellung von Autobahnen und Autos beteiligt sind/waren, sind Nazis. Logisch.
Ad 5)
Auf dem US-amerikanischen Gütertransportmarkt kennst Du nicht so gut aus, oder?
Und: Noch ein Wort gegen die Mack Truck Company und ich weise Dich auf die Dicke des Eises hin, auf welchem Du Dich bewegst.
Ad 6)
Ist zwar auch bullshit, aber trotzdem: Aha!
Ad 7)
Allerdings! Ich kenne einen Landkreis, in dem der Motorisierungsgrad 111,2% (=1112 Kfz pro 1000 Einwohner) beträgt.

Ach, 13er-michl, weißt Du eigentlich warum die fly-overs über den Albertplatz nie gebaut wurden?

... und? Bist Du jetzt satt?

Zitat(abadd0n @ 08 Dec 2008, 00:32)
abd@Kategorie:C.


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Man sieht sich ... wetten?
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post 08 Dec 2008, 10:38
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Automatix
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Punkte: 5196
seit: 09.11.2005

Zitat(Michael13 @ 08 Dec 2008, 00:03)
Dresden baut sich Tag für Tag den Welterbetitel selbst ab und wenn die Preisgleitklauseln (heißt wirklich so) für Beton und Stahl nicht mehr halten, dann kostet die Brücke Dresden eben einige Millionen Euro mehr als noch vor Jahren berechnet.
*


Willst du nicht davon ausgehen, das die Verantwortlichen so intelligent waren, den Wert einer schwankenden Währung nicht an selbiger festzumachen, sondern an einem stabileren Medium? Dem Goldpreis zum Beispiel...

Mein Eindruck: Nach dem Lesen ist man verwirrt... ist doch eigentlich nicht Sinn der Sache, oder doch? Wenn du bei DIskussionen auch so ausschweifst, dann müssen deine Gegenüber sicher vor Müdigkeit einschlafen... sleeping.gif

Dieser Beitrag wurde von Sigurd: 08 Dec 2008, 10:39 bearbeitet


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Barbarus hic ego sum, quia non intellegor ulli.
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post 08 Dec 2008, 22:36
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Buchbindermeister
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Punkte: 464
seit: 03.12.2006

das liegt glaub ich nicht an der währung, sondern eher am sehr großen öffentlichen interesse an der vollendung des baus. nächstes jahr wird dann irgendwann hiob vom dach klettern und meinen, dass die gute brücke mal eben 30% mehr kosten wird.

wer hier vergleiche zum dynamostadion ziehen kann, darf sich auch jetzt pop-eye nennen wink.gif

zum kundenservice der dvb: ist euch mal aufgefallen, dass der gemeine homo straßenfahrensis vornehmlich männer warten lässt und für junge frauen gern mal die tür offen lässt?

Dieser Beitrag wurde von LuigiVieri: 08 Dec 2008, 22:38 bearbeitet


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post 09 Dec 2008, 15:17
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Punkte: 324
seit: 31.05.2008

Hallo 32-er-maul, Sigurd & Luigi Vieri,

ich fange mal chronologisch hinten an ...

Zitat(LuigiVieri @ 08 Dec 2008, 21:36)
zum kundenservice der dvb: ist euch mal aufgefallen, dass der gemeine homo straßenfahrensis vornehmlich männer warten lässt und für junge frauen gern mal die tür offen lässt?
*


Interessanter Punkt, doch ich würde mal so behaupten, dass - neben der individuellen "Tagesform" - Straßenbahnfahrer eher Männer und Straßenbahnfahrerinnen möglicherweise eher Frauen stehen lassen ... vermute, dass es so einfach sein könnte; auch wenn es zugegebenermaßen sehr stark verkürzt gesehen ist. Wäre vielleicht mal eine Projektidee für die Verkehrswissenschaftler und Soziologen an der Uni smile.gif
Das bisher "krasseste" Erlebnis hatte ich persönlich als ich mal am Pirnaischen Platz einem Rollstuhlfahrer mit aus der Bahn half und als ich dann die - mittlerweile zugegangene - Tür wieder öffnen wollte, fuhr die Bahn einfach los ... tja, c'est la vie:) ...
Neben dem durchaus berechtigten Einwurf von 32-er-Maul (maul) mit dem Schulterblick etc., würde ich jedoch auch die folgenden "Entschuldigungsgründe" einbringen:
1. die StraBa-führerInnen sitzen den ganzen Tag im verschlossenen Raum und sollen auch gar nicht mit den Fahrgästen sprechen (siehe Hinweisschilder) ... ergo: gewisse soziale Verarmung am Arbeitsplatz sozusagen ... und das trotz der vielen Menschen um sie herum
2. vorgefertigte Fahrwege, -pläne ... immer auf Schienen, immer nach Plan ... mir fällt momentan nicht viel ein, was die Entscheidungsfreiheit anbetrifft ... außer eben, wann er oder sie die Türe zumachen darf
3. der Straßenverkehr ist auch in Dresden nicht gerade eine Sache, die zur Entspannung anregt
4. jeder Mensch hat sein Ego und das braucht etwas Abregung ...

Alles verständlich für mich ... doch deshalb heißt es noch lange nicht, dass mich das "Stehen-gelassen-werden" völlig kalt lässt ... auch bei Temperaturen um die Null nicht smile.gif

Zitat(Sigurd @ 08 Dec 2008, 09:38)
(1) Willst du nicht davon ausgehen, das die Verantwortlichen so intelligent waren, den Wert einer schwankenden Währung nicht an selbiger festzumachen, sondern an einem stabileren Medium? Dem Goldpreis zum Beispiel...

(2) Mein Eindruck: Nach dem Lesen ist man verwirrt... ist doch eigentlich nicht Sinn der Sache, oder doch? (3) Wenn du bei Diskussionen auch so ausschweifst, dann müssen deine Gegenüber sicher vor Müdigkeit einschlafen...  sleeping.gif
*


zu (1): Nein davon will ich nicht ausgehen, habe es allerdings auch noch nicht nachgefragt ... insofern vielleicht ein interessanter Punkt. Doch es geht ja um die Rohstoffpreise, nicht die Währungsschwankungen ... dem Stahl ist das sozusagen egal, wie gut der Euro oder Dollar steht; steigt die Nachfrage steigen (meist) auch die Preise ... und in China ist noch lange nicht genug gebaut smile.gif
Und überhaupt: warum gerade am Goldpreis, Sigurd? ...
Die Goldpreisbindung ist doch schon Jahrzehnte lang aufgehoben, oder? ... Vietnamkrieg, 1971 ... siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Goldpreisbindung
zu (2): kann gut sein, dass man verwirrt ist ... Sinn der Sache ist wie immer "Man nehme sich das heraus, was einen interessiert."
zu (3): es gibt prinzipiell mindestens drei Möglichkeiten - a.) kein Interesse -> schon vorher gehen, nicht lesen etc., b.) prinzipielles Interesse, doch irgendwie macht's keine richtige Freude zuzuhören/zu lesen -> aufstehen & "Schönen Abend" wünschen, gehen bzw. Internetseite wechseln, c.) Interesse bleibt bestehen bzw. entwickelt sich -> Diskussion entsteht bzw. wird später fortgesetzt ...
Du schwankst offenbar zwischen b.) und c.), Sigurd smile.gif

@32-er-maul
Eigentlich wollte ich gerade auf deine Argumente eingehen, doch irgendwie bin ich gerade bei Variante b.) angelangt (siehe oben drüber) ... ich vermute, der Grund liegt darin, dass du deine sachlichen Argumente mit so viel persönlichen Befindlichkeiten durchzogen hast, dass mir die Lust etwas vergangen ist ... doch ich komme drauf zurück ...

Kleiner Hinweis am Rande:
Sätze wie dein "... und? Bist Du jetzt satt?" klingen so wie der klischee-umwobene Hinterher-Satz "Na, Schatz, wie war ich?" ...
Da ich für vieles Verständnis habe, kann ich auch mit deinem 32-er-maul ganz gut umgehen, doch das heißt noch lange nicht, dass ich dazu immer auch gleich Bock habe ... doch wie bereits gesagt, ich melde mich ... dann konkret.

Allen alles Gute, Micha.
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post 10 Dec 2008, 01:08
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3. Schein
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seit: 06.10.2006

Also ich muss sagen, ich versteh den Artikel leider nicht wirklich.

Das Thema, der Dresdner und sein Auto, wird letzlich nicht wirklich behandelt. Und auch ansonsten finden sich massig Themen, die angerissen, aber nicht besprochen werden.

Vorne angefangen:
Es wird behauptet, in Dresden falle es nicht schwer mit dem Auto zu fahren. Allein dieser Satz kann meiner Meinung nach nicht unwidersprochen stehengelassen werden, einfach nur, weil die meisten Autobesitzer, die ich kenne, sich in Dresden dauernd über schlechte Straßen und unangenehmen Verkehr beschweren, und ihr Auto oft stehenlassen, weil sie mit dem ÖPNV einfach besser an ihr Ziel kommen. Allein schon, dass in Dresden abends nach 11 jede Straße ausgestorben, Straßenbahnen aber häufig nahezu überfüllt sind, sollte doch schon zu denken geben.
Allgemein kann ich die Anschuldigungen an die DVB in keinster Weise nachvollziehen. Sicherlich passiert es, dass der Fahrer nicht wartet, im Regelfall wird auf rennende Fahrgäste aber durchaus gewartet. Und in den meisten Großstädten Deutschlands beschwert man sich lieber über Probleme mit Pünktlichkeit, Sauberkeit, Sicherheit und vor allem darüber, dass in vielen Städten nachts überhaupt kein öffentlicher Nahverkehr stattfindet. Da ist diese Beschwerde für mich ein reines Luxusproblem, aber bestimmt kein Grund aufs Auto umzusteigen.
Aber an diesem Punkt kommt mir die Frage auf, wie viele der Personen, die sich über das Nicht-Warten eines Straßenbahnfahrers aufregen, sich jemals bei einem Fahrer bedankt haben, falls er gewartet hat. Oder gilt es als selbstverständlich, dass man 50 Fahrgäste warten lässt, weil ein Einzelner es nicht geschafft hat, trotz hervorragender Fahrplanauskunft an Haltestellen, im Internet und per SMS, pünktlich an der Haltestelle zu sein?

Danach kann ich dem Gedankengang des Artikels leider nicht mehr folgen.
Die Anspielung auf Kästner bleibt für mich in gewisser Weise sinnfrei, einfach weil mir nicht bekannt wäre, was Kästner gegen breite Straßen haben sollte. Sicherlich war Kästner ein Freidenker, aber nicht jeder Freidenker hat Probleme mit Automobilen oder Straßen.

Dann kommt das unvermeidliche Thema "Hitler" - der Zusammenhang zum Thema des Artikels bleibt mir zutiefst verborgen - jedoch fällt mir persönlich auf, dass im vorherigen Abschnitt des Artikels Straßenbahnfahrer - biologischen Sprachgebrauch zu Grunde gelegt - zu einer eigenen Rasse gemacht wurden. Ein Nazi-Vergleich ist hier - wie nahezu jedesmal - natürlich absolut schwachsinnig, zeigt aber eben doch, dass er überall möglich ist, deswegen aber nicht überall hingehört. Und zum Thema "Der Dresdener und sein Auto" gehört er meiner Meinung nach auch nicht!

Den Nachfolgenden Exkurs in Amerikanische Lobbyismusgeschichte finde ich prinzipiell durchaus interessant. Leider bleibt mir aber auch hier der Zusammenhang zum Thema verborgen. Außerdem werden hier massig Themen angeschnitten, aber keines besrochen. Bei genügendem Vorwissen kann man möglicherweise einige Andeutungen verstehen, aber welche Aussage damit getroffen wird, ist mir schleierhaft.
Wirklich ärgerlich fand ich die Andeutung auf die "Person of the Year" von 1938. Ich gehe davon aus, dass kein einziger Leser des Artikels auf Anhieb die Antwort auf diese Frage kennt. Eine solche Frage erfordert für mich auch eine Antwort. Wenn mein Interesse an einem Thema durch den Artikel geweckt wurde, werde ich vielleicht wirklich anfangen Suchmaschinen zu nutzen, um mich weiterzubilden. Wenn ich aber ohne Suchmaschine den Artikel nicht einmal verstehen kann, dann fühle ich mich als Leser schlecht behandelt!

Letzlich kommt der Artikel tatsächlich zum Thema Dresden und Autos zurück. Jedoch verstehe ich hier die Botschaft nicht. Zum einen wird eine Statistik genannt, dass in Dresden jeder Mensch weniger als 0,5 Pkw besitzt. Das liegt unterhalb des Bundesdurchschnitts, und zeigt mir als Leser erst einmal, dass Dresdner nicht besonders autovernarrt sind. Der Artikel verknüpft die Statistik jedoch damit, das Dresdner besonders viel Auto fahren würden. Diese Kausalkette erschliesst sich mir jedoch leider in keinster Weise!

Und der abschliessende Rundumschlag auf auf WSB und Sachsen-LB hat wiederum keinen für mich erkennbaren Zusammenhang zum Thema.

Letztlich muss ich leider sagen, dass der Artikel für mich allgemein kein erkennbares Thema, keine erkennbare Struktur und keine schlüssige Argumentationsweise hat.
ProfilPM
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post 10 Dec 2008, 02:06

Neuling


Punkte: 2
seit: 10.12.2008

Tach Micha.

Da kann ich dir nur beipflichten. Vor allem bei der Misere um die Freundlichkeit des DVB Personals. Heh, jeder hat mal einen schlechten Tag. Aber die Kundschaft 10 Minuten im Regen warten lassen, ist schon leicht faschistisch angehaucht. Jaja der Zeitplan verschiebt sich sonst... Na und! Wen interessiert das an einem verregneten Feierabend gegen 20 Uhr ab der Umleitung, zwecks Thema numero uno, des EV Linie 11.

Stichhaltige Argumente und Quellenangabe. Genau biste ja. Kein Faselkopp. Des Deutschen liebstes Kind. So ein schmarrn. Und nun soll jeder sich noch schnell eien Neuwagen anschaffen, dann ist die Finanzkrise überwuden und die Depression abgewandt, sowie alle Fahrzeugbauer noch voll beschäftigt. Ob die schon mal was von Umschulung gehört haben? Wenn nicht sollen die Autokonzerne Opel und Co. sich mal mit Vertretern der Arge an den grünen Tisch setzen. "Es ist was faul im Staate Dänemark".

In diesem Sinn: Barack rockt! ;-)
ProfilPM
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post 10 Dec 2008, 15:01
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Froschologe
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Punkte: 5016
seit: 01.10.2003

Zitat(Michael13 @ 08 Dec 2008, 00:03)
Einige (nicht alle) Straßenbahnfahrer machen auch nach mehrmaligem Knopfdrücken und Winken definitiv nicht die Türe auf und manchmal hilft es wirklich nur, sich auf die Schiene zu stellen und zu winken, damit der Mann
*


Zitat
Heh, jeder hat mal einen schlechten Tag. Aber die Kundschaft 10 Minuten im Regen warten lassen, ist schon leicht faschistisch angehaucht.


doh.gif

Zitat
‚Hey, da will noch einer mit und dessen Zufriedenheit sichert letztlich meinen Arbeitsplatz.’


eine schöne dskussionsgrundlage, orientiert an wirtschaftlichen gesichtspunkten. was willst du denn nun spaß und hartz4 für alle oder wirtschaftlichen neoliberalismus (ich weiß selber das ich überspitze)?

mir fehlen die worte...

Dieser Beitrag wurde von wombat1st: 10 Dec 2008, 15:19 bearbeitet


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@Bibero:
für mich lag die Antwort auf die Frage, wer "Man of the Year 1938" wurde auf der Hand, auch wenn ich es nicht wusste. Viel ärgerlicher finde ich, dass nach ein bisschen googeln der Aufschrei, den diese Frage erzeugen soll, wieder verstummt. Das Time Magazine bewertet nämlich nicht - wie man denken könnte - die Güte der Handlungen des Jahresmenschen, sondern welche Person, egal ob gut oder böse, am meisten Einfluss auf das folgende Jahr hat.

@Straßenbahndiskussion:
Rennst du zur Bahn hin, willst du dass sie wartet.
Wartest du auf die Bahn, willst du dass sie pünktlich kommt.
Sitzt du in der Bahn, willst du dass sie möglichst schnell zu deiner Haltestelle fährt.
Sitzt du im Auto, willst du, dass es keine Vorrangregelungen und schon gar nicht ÖPNV gibt.

Man muss immer sehen, dass möglichst viele Personen möglichst schnell an ihr Ziel befördert werden. Und da ist es nunmal häufig hinderlich, wenn man die kurze "Grünphase" verpasst und bis zu 260 Menschen drei Minuten warten müssen. Das wäre ein Gewinn von 9 Mann-Minuten für den Zu-Spät-Kommer und ein Verlust von 13 Mann-Stunden für den Rest. Zudem kommen an belebten Haltestellen immer neue Leute hinzu, so dass es immer jemanden geben wird, dem die Bahn vor der Nase wegfährt, egal, wann sie losfährt.


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post 12 Dec 2008, 00:05
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Hallo Bibero, PeterL., wombat1st & Chris, 32-er-Maul,

ist wohl wieder mal etwas länger geworden, doch versuchsweise mit selektiver Auswahl smile.gif ...
Einiges hat sich z.T. schon durch Chris' Antwort "erledigt", doch ich war einfach zu faul, dass ganze nochmals danach abzuchecken ... Geht ansonsten ein bisschen durcheinander, auch dafür schon mal vorweg ein "Sorry" ...

Zitat(wombat1st @ 10 Dec 2008, 14:01)
eine schöne diskussionsgrundlage, orientiert an wirtschaftlichen gesichtspunkten. was willst du denn nun spaß und hartz4 für alle oder wirtschaftlichen neoliberalismus (ich weiß selber das ich überspitze)?
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Gute Einstieg, wombat1st ...
Ich bin prinzipiell für ein Grundeinkommen, meinetwegen zunächst auf Hartz-IV- bzw. ALG-II-Höhe ... wegfallen sollte der Bewerbungszwang für sog. Arbeitslose. Die Vater-Staat- und Mutter-Kindergarten-Mentalität, ausgedrückt durch den theoretischen Slogan "Fördern und Fordern" ist völlig verquer, weil in der Realität "Fordern und Fördern" draus wird ... Gefördert wird dann häufig genau das, was man eigentlich bekämpfen will (Faulheit, Betrug & Bereicherung, Armut - was auch immer das alles sein kann usw.). Gefördert werden in erster Linie ABMs (richtige und Quasi-ABMs) für viele Bereiche, die es gar nicht geben würde und wenn, dann wesentlich wirtschaftlicher und freiheitlicher ...
Und genau an dem Punkt werden dann die "fürsorglichen Maßnahmen" des Staates zum Bumerang. Hinzukommt die Angst bei vielen Institutionen, etwas Neues zu machen bzw. ihre bisherigen Kunden nicht zu benachteiligen (ARGEn, IHKs usw.) ... folglich sichert sich jede/r erstmal seinen Arbeitsplatz ... gesellschaftliches Denken im Endeffekt nahezu Null. Habe das mal etwas anders hier beschrieben (insbesondere im Endabschnitt).

Um auf den Punkt zu kommen: ich bin durchaus für Hartz-IV für alle als Ausgangsbasis, d.h. als Bedingungsloses Grundeinkommen, und für wirtschaftlichen Liberalismus ... es gab in dieser Welt m.E. noch nie eine wirklich freie Marktwirtschaft. Durch die ganzen Subventionen ist es auch im Westen ein Staatskapitalismus - genauso wie in der DDR.
Kurzum: wenn schon Kapitalismus, dann richtig. Ich sehe den Kapitalismus als nichts schlechtes an ... ohne ihn hätten wir evtl. kein Internet und all die Sache um uns herum, doch bisher war es nur eine verkappte Form ... und das soziale dabei wird immer untergeordnet bleiben. Deshalb sind auch Kriege offenbar immer wieder an der Tagesordnung ... und irgendwie kommen wir da an der Zinsproblematik nicht vorbei; doch das würde jetzt zu weit führen.

@PeterL.
Ich war am überlegen, ob das Wort "faschistisch" hier vollkommen passt ... würde vielleicht eher faschistoid sagen ... unser beider Punkt ist ungefähr derselbe, doch faschistisch würde ich es vielleicht nicht sofort nennen; es geht jedoch in die Richtung.
Hmm, schwieriges bzw. komplexes Thema ...

@Bibero
Prinzipiell sind viele Artikel so angelegt, dass sie zur Selbst-Recherche anregen sollen. Manchmal steht der "Google-Hinweis" auch schon direkt dabei smile.gif

Es ging mir nicht primär darum Antworten zu geben ... auch wenn es sicher einige Antworten zu finden gibt ... sondern Fragen zu stellen.

Was die PKW-Dichte anbetrifft, so ist diese Graphik (allerdings von 1996) vielleicht sehr interessant: http://www.stuttgart.de/lhs-services/komun...ents/2247_1.PDF

Dresden hat dort die höchste PKW-Dichte im Osten Deutschlands. Wenn es um PKW-Dichten geht, ist ein Vergleich zu westdeutschen Städten zwar durchaus angebracht, doch der globale Blick ist m.E. genauso, wenn nicht gar wichtiger ...
Dresden hat ein hervorragendes ÖPNV-Netz, was sicherlich auch mit der langen Tradition der Forschung hier in Dresden zusammenhängen kann ... und dennoch gibt es recht viele PKWs ... und rund 1 Auto auf 2 Dresdner heißt im Prinzip, dass jede "Wohnungseinheit" eins hat (die EW-Dichte pro Wohnung beträgt in Dresden wohl um die 1,9-2 Pers./Wohg.).

Zur Pünktlichkeit:
Ein Freund aus Brasilien meinte mal, dass ihn es auch stören würde, wenn die Busse oder Bahnen hier in Dresden/Deutschland eine Minute später kommen würden. In Brasilien hätte man das mancherorts einfach so gelöst "6 Busse pro Stunde" ... da weiß der Kunde, dass immer mal einer kommt, eben sechsmal die Stunde, im Schnitt alle zehn Minuten. Das mit der Pünktlichkeit ist sowieso meist ein gefühlte Sache ...
Er erzählte im Übrigen auch, dass man in Brasilia (? - erinnere mich nicht mehr so genau) bei irgendeinem Projekt mal die Fußwege erst später in ein Planungsprojekt integrierte. Man ließ die Fußgänger "Trampelpfade" machen und baute dann dort die Fußwege drüber ...
Und was geschieht in Deutschland zu 95%?
Man legt - alles schön nach Plan - fest smile.gif ... und jahrzehntelang regen sich dann einige auf, dass es sog. "Trampelpfade" gibt. Möchte nicht wissen, wieviele Menschen sich dadurch schon gegenseitig bekriegt haben smile.gif

@Chris
Zum Thema "Person of the Year" beim TIME-Magazin ... ich weiß, was du meinst, mit der "Güte der Handlungen des Jahresmenschen", doch ebenso verrät Wikipedia, dass Gründer und jahrelanger TIME-Chefredakteur Henry Luce "in den 1920er- und 1930er-Jahren ein begeisterter Förderer des Faschismus [war]." ... Sei es wie es sei, ab einer gewissen politischen Ebene ist es meist eigentlich auch egal, wie du die Handlungen eines Menschen bewertest, Hauptsache du profitierst davon. Ob Frieden oder Krieg ... Geldmachen lässt sich mit allem smile.gif ... ja, war plakativ und vielleicht auch etwas polemisch, doch ganz wegdiskutieren lässt sich dieser Punkt m.E. nicht.

"@Straßenbahn-Problem"
Letztlich ist es eine Frage zwischen Quantitäten und Qualitäten. In erster Linie habe ich nichts gegen pünktliche Straßenbahnen, doch ich denke, so richtig nachvollziehen lässt es sich erst daran, welches Gefühl man hat, wenn man in der Bahn sitzt, jemanden draußen rennen und dann sekundenlang umsonst drücken sieht, bis die Bahn dann dennoch losfährt. Macht es da 'Tja, Pech gehabt.' im Kopf? Oder 'Naja, vielleicht hat ihn/sie der Fahrer nicht gesehen? Oder oder ...

@32-er-Maul
Hmm, einige Punkte überspringe ich mal ... was für mich Interessantes übrig blieb, sind folgende Fragen:
1. Was gibt's zu Mac Truck zu berichten? Schieß los, bin ganz Ohr ... bzw. Auge
2. Wie heißt der Landkreis mit 111 % Motorisierungsgrad?
3. Was hat es mit den Fly-overs am Albertplatz auf sich?

Okay, genug geschrieben ... alles weitere wahrscheinlich später ... ich weiß, dass einige Fragen noch offen sind ...

Alles Gute, Micha.

PS: Übrigens, 32-er-Maul, du darfst mich gern 13er-Michl nennen und ich werde mich diesbezüglich auch nicht bei den ModeratorInnen beschweren ... und auch sonst bei niemanden smile.gif
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post 12 Dec 2008, 10:58
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seit: 06.10.2006

zu faschistoid: das wort faschistoid hatte ich immer zu wichtigen teilen auch mit obrigkeitsgläubig in verbindung gesetzt, wobei mich Wikipedia da in gewisser Weise auch stützt.
Die durchaus "selbstständige" Handlungsweise des Bahnfahrers passt für mich aber nicht ins Schema...

vielleicht ist ja doch nich alles adolf.

zum man of the year: natürlich lag adolf als antwort auf der hand, ich find die formulierung trotzdem unglücklich. "gewusst" hat das ganze wahrscheinlich trotzdem kaum einer, hier entsteht aber auf minderwertigkeitskomplexbeladene personen, wie mich, der eindruck, dass ich dumm bin, wenn ich das nicht weiß. und das ärgert mich.
außerdem: die öffentliche amerikanische haltung zum faschismus in den dreißigern des vorjahunderts kann ja nicht als wirklich ablehnend bezeichnet werden, da ist es nur logisch, dass es auch einige anerkennung für das naziregime in der öffentlichkeit stattgefunden hat. das hat sich nach kriegseintritt, aber noch viel mehr nach der entdeckung der KZ, aber grundlegend geändert.
letztlich beweist der hinweis also höchstens, dass anno 38 auch in den usa nicht alle wahr haben wollten, und vllt zum teil auch wirklich nicht wussten, was für ein regime nazideutschland wirklich war... daraus kann man aber glaub ich kaum rückschlüsse auf irendeine entwicklung nach '45 ziehen.
zumal chris richtig feststellte, dass der titel "man of the year" keine echte anerkennung ist. 39 war stalin der "gewinner", später Chrusschtschow.
In der galerie fühle ich mich persönlich als preisträger von 2006 leider gar nicht wohl, werde den preis wohl zurückgeben

und zur statistik:
ich weiß nicht, aus welcher gegend des landes du kommst, aber für mich als wessi kann ich über "ein Auto pro Haushalt" nur müde lächeln. Der durchschnittshaushalt den ich in meiner Jugend kennengelernt habe, hatte ein Auto pro Person. auch wenn hessen 2007 auch nur mit 594 PKW pro 1000 Einwohner protzen kann. #
Trotzdem kommt mir der Dresdner ziemlich autoabstinent vor.

Dieser Beitrag wurde von Bibero: 12 Dec 2008, 11:00 bearbeitet
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