[...] Bei den Überwachungsplänen in Brüssel, die vom EU-Rat und der EU-Kommission mit Nachdruck vorangetrieben werden, geht es prinzipiell um die Speicherung der Verbindungs- und Standortdaten, die bei der Abwicklung von Diensten wie Telefonieren, SMS, E-Mailen, Surfen oder Filesharing anfallen.[...]
Es ist echt krass was die dort in Bruessel so alles anstellen. Langsam habe ich Probleme meiner Unmut noch mit normalen Worten Ausdruck zu verleihen. Diese verdammten Minister in Kommission und Rat machen genau das, was die Terroristen schon immer versuchen: Die Freiheiten und Grundrechte aller Buerger zu untergraben und einzuschraenken. Mit dem einzigen Unterschied, dass es bei den Ministern auch tatsaechlich funktioniert.
Edit: Ueberschrift angepasst
Dieser Beitrag wurde von hullbr3ach: 01 Nov 2007, 15:45 bearbeitet
Die Stasi wurde verflucht , doch inzwischen existiert ein viel schlimmeres Regime.
Alles mit einem (eher fragwürdigem) Einzelfall begründen zu wollen fühlt sich einfach an wie ein Schlag direkt ins Gemächt.
Nehmen wir zB.: Verbot von Flüssigkeiten an Board ! Hintergrund : es existierte ein Plan , der zwei an sich Harmlose Flüssigkeiten betraf , die zusammen ein wahres Feuerwerk darstellen sollten, tja , denkste : Sehen wir uns zum Beispiel die Sprengstoffe an, die in der ganzen Diskussion genannt wurden. Top-Favorit war TATP alias Triacetontriperoxyd, ein binärer Sprengstoff, der aus Wasserstoffperoxyd und Aceton gebildet wird. Wasserstoffperoxyd – damit bleicht man doch Haare, nicht wahr? Und Aceton gibt’s zum Beispiel im Nagellackentferner. Trotzdem ist die Sache weitaus schwieriger als man denkt. Zum einen braucht man nämlich recht konzentriertes Wasserstoffperoxyd, das man nicht einfach in der Apotheke kriegt. Und wer die handelsüblichen Mischungen durch Abkochen konzentrieren will, der hat gute Chancen, sein Haus dabei niederzubrennen. Zum zweiten braucht man für die Sprengstoffherstellung auch noch eine Säure als Katalysator. Und schon hat man drei Flüssigkeiten, die man irgendwie an Bord schmuggeln soll. Wer mag, darf natürlich das Peroxyd und das Aceton schon vorher zusammenschütten, denn den Platz im Handgepäck braucht man für ein paar ordentliche Thermotaschen mit Kühlakkus. Wenn sich der Terrorist nämlich auf die Flugzeugtoilette zurückzieht, um ein paar Ungläubige in die Luft zu sprengen, muss er die Herstellung seines TATP kühlen, damit er nicht einfach nur einen kleinen Wumms im Klo entfacht, der das Flugzeug ziemlich unbeeindruckt lässt. Die Säure muss tröpfchenweise und unter dauerndem Rühren hinzugegeben werden, wobei diverse Dämpfe (die so ziemlich wie Tränengas wirken) entstehen. Das muss der Terrorist aber abkönnen, ebenso die entnervten Passagiere, die sich fragen, warum ein Idiot mehrere Stunden lang das Klo besetzt hält und augenscheinlich Giftgas ausscheidet – weniger Zeit sollte man nicht veranschlagen für die ganze Aktion. Nachdem man nun also genug TATP erzeugt hat (hat Ähnlichkeit mit Kristallzucker), muss also nun der Ipod benutzt werden, um das Zeug zu zünden. Der einfachste Weg ist, kräftig damit auf den Sprengstoff zu schlagen. Ehrlich. Geht aber auch mit Schuhen oder sonstigen harten Dingen. Das erklärt übrigens auch, warum man nicht fertiges TATP ins Flugzeug schmuggeln kann. Höchstwahrscheinlich sprengt man sich damit schon unabsichtlich in die Luft, sobald man versehentlich im Bus zum Flughafen einen Fahrgast anrempelt. Diese ganzen Schwierigkeiten gibt’s auch bei den anderen Sprengstoffen, die in Frage kämen. Ich möchte es also mal so ausdrücken: Wer in einem Flugzeug sitzt und zulässt, dass auf dem Klo stundenlang ein Alchimist seine Experimente durchführt, der hat auch den Tod verdient.
In Deutschland hingegen macht man sich Sorgen über Bomben in Zügen, angeblich weil zwei Libanesen ihre Kofferbomben am Bahnhof in Koblenz vergessen haben. Ich hingegen glaube, die Deutschen wollen sich auch mal so wichtig fühlen wie die Spanier oder Engländer, die wirklich schon Terroranschläge auf Züge erleiden mussten, obwohl die Deutsche Bahn es schon aufgrund ihres Tarifsystems mal verdient hätte. Blöderweise haben echte Bombenexperten nämlich schon kurz nach dem Fund der Bomben gemeint, dass sie selten so stümperhafte Arbeit gesehen hätten, also die deutsche Terrorzelle wohl kaum zu Bin Ladens Elite zu zählen ist. Dafür sind die Deutschen in Panikmache unübertroffen, so fand zum Beispiel laut Medienberichten eine Putzfrau in einem ICE eine Bombenattrappe mit „täuschend echt aussehender Zündvorrichtung“. Nun bin ich kein Mensch, der einer Berufsgruppe automatisch ein intellektuelles Defizit unterstellt, aber dass eine Putzfrau eine selbstgebastelte Zündvorrichtung von einem selbstgelöteten Transistorradio unterscheiden kann, wage ich mal schwer zu bezweifeln. (Ich könnte ja testweise mal einen ollen Funkwecker mit Klingeldraht verzieren, die Drahtenden in ein paar Gramm rotbraune Knetmasse stecken und bei Putzfrauen eine Umfrage machen, was das ihrer Meinung nach darstellt.) Hier in Potsdam wurde letztens stundenlang Bombenalarm gegeben, weil der Chef des Vereins zum Wiederaufbau der Garnisonkirche beim Vereinstreffen einen herrenlosen Koffer auf dem Gehweg gesehen hat. Normalerweise müsste die Logik einem sagen, dass ein ziemlich popliger Traditionsverein wohl kaum ein lohnendes Ziel für terroristische Anschläge ist. Aber in dieser panikdurchfluteten Welt wurden natürlich gleich Spreng- und Wachtmeister geholt, die dann nach mehreren Stunden feststellten, dass sich im Koffer nur Zeitungen und Geschirr befanden.
Und so zeigt sich eigentlich, dass man für terroristische Anschläge eigentlich den ganzen Bombenquatsch nicht braucht. Prinzipiell reicht nur ein Koffer, den man stehen lässt, ein wenig Mehl, welches man per Brief verschickt, einen Ipod, den man ins Flugzeugklo schmeißt oder einen blöden Spruch á la „Ich hoffe, Sie gehören zu den 72 Jungfrauen, die im Himmel auf mich warten“, den man zur Stewardess kurz nach dem Abheben sagt, um das Leben von vielen hundert oder gar tausend Menschen zum Stillstand zu bringen, da allein die Panik und die Sicherheitsmaschinerie mittlerweile vollkommen unabhängig von gesundem Augenmaß anspringen. Für die Terroristen sind das tolle Nachrichten, denn sie wollen uns wahrscheinlich gar nicht alle umbringen. Sie wollen, dass wir Angst haben. Sie wollen, dass wir unser Leben nicht mehr so leben können wie bisher. Und sie wollen vermutlich auch nicht mehr für mieses Bombenbasteln ausgelacht werden.
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Zeit ist relativ - es kommt immer drauf an auf welcher Seite der Klotür du bist