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> Wir sind keine Sozialhilfestation

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post 01 Mar 2007, 08:18
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Straight Esh
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"Wir sind keine Sozialhilfestation, sondern ein Wirtschaftsunternehmen"

http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen...94_REF4,00.html
So hat das der Audi-Chef ausgedrückt. Und das sollte doch alle klar machen - wenn sich Vater Staat nicht um das Soziale kümmert, dann tut das keiner. Also müssen wohl gegen das Geschrei der Unternehmen (die ja offensichtlich keine Ahnung von Sozialem haben) härtere Gesetze her, die den Sozialstaat stärken. Die Mitarbeit von Unternehmern sollte dabei ausgeschlossen werden. Mit so einer Aussage sind doch die Hartz-4 Gesetze auch nicht mehr haltbar. Denn auch diese wurden von dem Chef eines Wirtschaftsunternehmens entworfen ... und können demnach nicht sozial sein.
Wann wacht Deutschland auf?


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bonum agere et bonum edere,
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post 01 Mar 2007, 14:57
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Schonmal mal dran gedacht, dass man den mündigen Bürger selbst entscheiden lassen sollte, vor welchen Schädigungen er geschützt werden will. Schließlich sind Terroranschläge und Amokläufe auch nicht ganz unschädlich für Menschen.

Edit:
Ihr macht dasselbe wie die Politik und die Medien in der Killerspielediskussion. Ihr schaut auf die Symptome und deklariert eins davon als Ursache, anstatt die wirkliche Ursache zu erkennen.

Dieser Beitrag wurde von JoSchu: 01 Mar 2007, 15:00 bearbeitet


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post 01 Mar 2007, 15:00
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.. das ist die Theorie.
In der Praxis hat die Masse des "mündigen Volks" doch wenig bis gar nichts zu sagen.

Grüsse
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post 01 Mar 2007, 15:01
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Zitat(JoSchu @ 01 Mar 2007, 14:57)
Schonmal mal dran gedacht, dass man den mündigen Bürger selbst entscheiden lassen sollte, vor welchen Schädigungen er geschützt werden will. Schließlich sind Terroranschläge und Amokläufe auch nicht ganz unschädlich für Menschen.

der Zusammenhang zw. "Killerspiel" und Amoklauf oder Kamera die angeblichen Terror verhindern soll ist nicht erbracht.. dagegen bei Luftverschmutzung schon wink.gif


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post 01 Mar 2007, 15:04
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Zitat(Chino @ 01 Mar 2007, 15:00)

In der Praxis hat die Masse des "mündigen Volks" doch wenig bis gar nichts zu sagen.


Falsch. Sie sagt nur nicht das, was ihr gerne hören würdet. Und auch hier sucht man den Fehler dann lieber in der Politik als bei sich selbst. Glaut ihr denn ernsthaft, man könnte eine unpopuläre Entscheidung gegen den massiven Widerstand des Volkes durchboxen? Nein, Tatsache ist, dass das Volk alle Entscheidungen gutheißt oder zumindest toleriert.
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post 01 Mar 2007, 15:14
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Zitat(JoSchu @ 01 Mar 2007, 15:04)
FGlaut ihr denn ernsthaft, man könnte eine unpopuläre Entscheidung gegen den massiven Widerstand des Volkes durchboxen?

.. natürlich, denn sowas wie "massiven Widerstand" entsteht doch erst gar nicht, weil die Faulheit siegt.

Das ist doch in allen Bereichen so.
Hartz4, Studiengebühren, Dresdner gegen Rechts, GEZ für Handys und Internetfähige Computer, Erhöhung der Diäten der Abgeordneten, Rentenkürzung, Sparerfreibetrag usw. ...

Wo war der Widerstand, bzw. der "massive Widerstand"?
Ich hab keinen gesehen ...

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post 01 Mar 2007, 15:20
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Richtig. Weil es den Bürger nicht/nur ungenügend interessiert. Dann schiebt doch aber die Verantwortung bitte nicht auf die Ausführenden, sondern auf den Bürger.
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post 01 Mar 2007, 15:22
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jo aber das liegt an der deutschen menatlität... hatte doch marx schon treffend festgestellt (oder war es lenin?)


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post 01 Mar 2007, 15:26
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Die Ausführenden, sprich die Politiker, sind doch vom Volk gewählt (wenn auch indirekt) und sollen dieses auf dem Wege vertreten ...
Wenn die Wahlversprechen nicht gehalten werden, wer ist dann schuld?
Der/die welche ihr Versprechen brechen oder die Wähler, sprich das Volk?

Aber du hast schon Recht, wir sind daran ja nicht ganz unschuld ...


Grüsse
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post 01 Mar 2007, 17:22
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Zitat(JoSchu @ 01 Mar 2007, 14:44)

... hier aber nicht mehr. Das ist genau das, was ich oben bemängelt habe. Du schiebst die Verantwortung von dir selbst weg hin zum Unternehmen. Tatsache ist aber, dass das Unternehmen sich nach der Nachfrage richtet. Gäbe es keine Nachfrage nach großen Dreckschleudern, würde Audi auch keine bauen. Die Verantwortung liegt hier also ganz klar bei der Masse der Privatpersonen, die nichts vom Umweltschutz halten. Dafür kann aber Audi oder sein Vorstandsvorsitzender nichts, das liegt an einem selber. Insofern wird hier größtenteils nur versucht, die eigene Teilschuld für die Misere abzuwälzen. *


Naja nee, ich schieb das nicht aufs Unternehmen, was ich meinte ist, dass in einem Unternehmen eben auch Menschen arbeiten, die aber in bestimmten Situationen eben nur fürs Unternehmen denken und nich mal einen Schritt weiter. Auch das is nix neues und daran wird man wohl auch wenig dran tun können. Klar ist auch, dass das Angebot durch die Nachfrage bestimmt wird, trotzdem kann man nix kaufen was es nich gibt um es mal ganz platt und vereinfacht zu sagen. Da müsste eben eine Verzahnung stattfinden, eben in eine Richtung wie von Chris vorhin schon angezeichnet... Gibts nich mehr und kriegt man auch nirgendwo anders. Da wollen die aber auch gar nich mitmachen und sowieso is auch hier wieder jeder sich selbst der Nächste. Was ich im übrigen schon wieder sehr bezeichnend finde is der terminius technicus "Sozialstation". Das drückt ja man wieder ne totale Distanz aus, geht mich nichts an, habbich nichts mit zu tun, sollen andere machen. Naja, so ist sie wohl, die Welt.


Zitat(JoSchu @ 01 Mar 2007, 14:44)
Dass der Staatsapparat sich immer mehr als Unternehmen begreift, finde ich auch schrecklich. Er sollte eigentlich ein Gegengewicht zum "blinden" Kapitalismus bieten, nur so kann soziale Marktwirtschaft funktionieren. Aber euch dafür kann Herr Stadler nichts.
*


Doch, Herr Stadler findet das offensichtlich super und macht da auch noch mit. Er kann nichts fürs Große, im Kleinen isser aber ganz vorne mit dabei.
Na, man kanns dem Staat ja nich verübeln, hatten ja alle schon mal mehr Patte als heute. Allerdings ist das was da gerade läuft jenseits von Gut und Böse.


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post 01 Mar 2007, 17:42
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Straight Esh
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Zitat(CannonFodder @ 01 Mar 2007, 14:09)
was bringt das wenn man nur noch kleine autos hat in die nix rein past. Ich mein wenn man alleine fährt kein problem klappt super aber wenn man mit der familie in den urlaub fährt oder sonst wohin am besten noch mit viel gepäck fahren wir dann mit 4 autos pro familie damit wir alles mit bekommen anstatt mit einem. Dann haben wir statt einem auto das 200g/km rauspustet 4 autos die 80g/km raushauen was is da wohl besser (sind nur mal fiktive werte). Allerdings muss ich auch sagen das die ganzen firmenwagen in denen nur einer drin sitzt total übertrieben sind und selbst wenn sie wollten sie dürften niemanden mitnehmen das das nicht versichert wäre (mal abgesehen von geschäftskunden).
*

Ich stimme dir zu, dass man sicherlich mit einem großen vollbesetzten Auto weniger CO2 ausstößt, als wenn man man alle 4 Insassen auf 4 Autos verteilt. Allerdings musst du schon sehr komische Ansichten von einer großen Familienkarre und einer kleinen CO2sparKiste haben, damit dein Beispiel hinhaut. Der Toyota Prius ist ein 5 Sitzer, 4,45 Meter lang, 1,3 Tonnen schwer und fährt mit 104 Gramm CO2/km (die Batterie nimmt 20 Liter vom Kofferaum weg). Der Audi A4 ist ein 5 Sitzer, 4,58 Meter lang, 1,3 Tonnen schwer und es soll nicht möglich sein, den mit unter 120 Gramm zu fahren? Deine Familie bringst du im Prius genauso mit Sack und Pack unter wie in der Audi A4 Familienkutsche. Nur dauert das Beschleunigen halt länger, und die Höchstgeschwindigkeit liegt nicht bei 250. Darüber hinaus ist es total übertrieben zuhause die übelste Kutsche rumstehen zu haben, wenn man eh 90% aller Fahrten alleine fährt.
Der Grund, warum man den CO2 Verbrauch nicht senken kann ist nicht, dass das Auto zu schwer ist, sondern dass man unbedingt von 0 auf 300 in 10 Sekunden kommen muss.

Zitat(JoSchu @ 01 Mar 2007, 14:44)
... hier aber nicht mehr. Das ist genau das, was ich oben bemängelt habe. Du schiebst die Verantwortung von dir selbst weg hin zum Unternehmen. [...] Die Verantwortung liegt hier also ganz klar bei der Masse der Privatpersonen, die nichts vom Umweltschutz halten. [...] Insofern wird hier größtenteils nur versucht, die eigene Teilschuld für die Misere abzuwälzen.

Man macht es sich leicht zu sagen, dass die Unternehmen keine Verantwortung übernehmen müssen, bloss weil die Privatpersonen das nicht tun. Du vergisst dabei aber auch, dass ein Unternehmen viel steuern kann, und der Markt nicht immer dem Ideal "Nachfrage bestimmt das Angebot" folgt. Meistens bestimmt das Angebot die Nachfrage und die Firmen das Angebot. Die Bürger würden den A6 auch kaufen, wenn er nur noch 4 Liter Sprit schluckt. Wenn der A6, der 4 Liter Sprit schluckt, aber 20.000 Euro teurer ist, als der normale, dann kauft den niemand. Aber nicht mal beim 3-Liter Lupo (eine Farce ansich) hat man es geschafft einen Preis zu machen, der einen Vorteil schaffen konnte. Statt dessen konzipierte man ein Auto auf Basis eines so schwachen Autos, dass das Spritsparmodell kaum fähig war nicht als Verkehrshindernis aufzutreten. Und das hat auch noch mehr als das normale Modell gekostet.
Zitat
Moment mal, du verdrehst hier die Tatsachen. Der staatliche Eingriff besteht nicht in der Zurücknahme einer CO2-Begrenzung, sondern gerade in der Festlegung der Begrenzung.

Genau. Der Staat legt eine neue Rahmenbedingung für den Markt fest. Eine Rahmenbedingung, die in 5 Jahren den Einsatz fände, also nicht von heute auf morgen, sondern mit genügend Zeit auch entsprechende Autos zu bauen. Herr Stadler heult aber rum, dass er gerne den Markt so erhalten haben möchte, wie er vorher war, damit er seine Unternehmensstrategie nicht umstellen muss. Sehr klug - sicherer Arbeitsplatz für ihn - weiter Luftverpestung für alle.
Zitat
Ich muss mal allgemein sagen, dass ich deine Haltung zum Staat moralisch ziemlich inkonsistent finde. Bei Überwachung und Killerspielen bist du gegen staatliche Eingriffe, bei Rauchverbot und Klimaschutz kann es dir mit der staatlichen Kontrolle gar nicht weit genug gehen. Ich hab das Gefühl, deine Meinung beruht vor allem darauf, ob dir der jeweilige Eingriff persönlich schadet oder nutzt. Du verkaufst hier manchmal wirklich deinen puren Egoismus als absoluten moralischen Standpunkt. Das ist auf der einen Seite ziemlich beeindruckend, weil du es sehr geschickt verschleierst, geht mir auf der anderen Seite aber gerade tierisch auf die Nerven.
*

Eine schwere Anschuldigung. Man kann nicht generell sagen, dass ein Staat eingreifen soll oder dass er das nicht soll. Von daher kann man da auch keine Anschuldigung daraus drehen (außer irgendeiner behauptet wirklich, dass der Staat sich überhaupt nicht einzumischen habe, um dann später nach ihm zu schreien). Natürlich argumentiere ich für meinen Standpunkt, doch das sollte nicht das Problem sein, solang ich es mit guten Argumenten untermauern kann. Es ist natürlich jedem erlaubt mich mit besseren Argumenten aus der Bahn zu werfen und zu überzeugen.
Im Übrigen fordere ich auch bei Killerspielen ein Eingreifen des Staates. Das sieht aber nicht so aus, dass ich Spiele, die sowieso erst ab 16 oder 18 zu kaufen sind, für alle verbiete. Viel eher fordere ich, dass darauf geachtet wird, dass diese Spiele wirklich nur ab der freigegebenen Alterstufe zu erhalten sind, dass den Kindern die Möglichkeit gegeben wird, sich auch anders zu beschäftigen, und dass den Eltern die Möglichkeit gegeben wird, ihre Kinder sinnvoll aufzuklären und in deren Nähe zu sein.
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post 02 Mar 2007, 10:57
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Zitat(Chino @ 01 Mar 2007, 15:26)
Die Ausführenden, sprich die Politiker, sind doch vom Volk gewählt (wenn auch indirekt) und sollen dieses auf dem Wege vertreten ...
Wenn die Wahlversprechen nicht gehalten werden, wer ist dann schuld?
Der/die welche ihr Versprechen brechen oder die Wähler, sprich das Volk?

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Ich bin mir ziemlich sicher, dass die meisten Wahlversprechen nicht am guten Willen der Protagonisten scheitern, sondern an den finanziellen Mitteln. Und da haben wir das Dilemma der Politiker als Volksvertreter: Das Volk will einerseits ein gutes Leben und eine Absicherung bei Problemen, andererseits aber möglichst wenig Steuern zahlen. Egal wie man sich als Politiker entscheidet, man wird einen Teil des Volkes vor den Kopf stoßen und seiner Position als Volksvertreter damit nicht mehr wirklich gerecht.
Nun kann man natürlich fragen, warum man Wahlversprechen gibt, von denen man unter Umständen schon vorher weiß, dass man sie nicht halten kann: Ganz einfach: der Bürger will so etwas hören. Es wird nachgefragt und die Politiker liefern das Angebot. Es wird doch ständig gejammert und gemeckert, dass Wahlversprechen nicht eingehalten werden, das Problem scheint also allen offensichtlich. Trotzdem wird bei der nächsten Wahl wieder derjenige gewinnen, der die tollsten Reden schwingt - völlig unabhängig davon, ob oder was für Substanz dahinter steckt. Der Bürger will also offensichtlich betrogen werden.


Zitat(Katze @ 01 Mar 2007, 17:22)
Naja nee, ich schieb das nicht aufs Unternehmen, was ich meinte ist, dass in einem Unternehmen eben auch Menschen arbeiten, die aber in bestimmten Situationen eben nur fürs Unternehmen denken und nich mal einen Schritt weiter. Auch das is nix neues und daran wird man wohl auch wenig dran tun können.

Gerade bei in solchen Entscheidngspositionen sitzenden Menschen halte ich das eher für eine positive Eigenschaft, weil sie ein wenig die Objektivität wahrt.
Auch in meinem zukünftigen Beruf muss ich unter Umständen so arbeiten. Wenn ich in die Forensik gehe und mir ein Kinderschänder gegenüber sitzt, muss ich auch in der Lage sein, meine persönlichen Empfindungen und Meinungen aus meiner Einschätzung über das Gefährdungspotential dieser Person herauszuhalten.
Zitat
Klar ist auch, dass das Angebot durch die Nachfrage bestimmt wird, trotzdem kann man nix kaufen was es nich gibt um es mal ganz platt und vereinfacht zu sagen. Da müsste eben eine Verzahnung stattfinden, eben in eine Richtung wie von Chris vorhin schon angezeichnet... Gibts nich mehr und kriegt man auch nirgendwo anders.

Dann blüht der Schwarzmarkt. Könnte bei Autos natürlich etwas schwieriger zu organisieren sein, aber Menschen werden ja meist plötzlich ziemlich erfindungsreich, wenn es darum geht, Verbote zu umgehen.
Mir persönlich stellt sich aber auch die Frage des Nutzens. Deutschland trägt 3% zum weltweiten CO2-Ausstoß bei. Davon sind, schätze ich jetzt mal, maximal 33% auf den gesamten Autoverkehr zurückzuführen. Die Dreckschleudern nehmen darin wieder nur einen gewissen Teil ein. Ich würde behaupten, dass sich damit maximal 0,5% des weltweiten Ausstoßes einsparen lassen. Nicht wirklich umwerfend.
Zitat
Doch, Herr Stadler findet das offensichtlich super und macht da auch noch mit. Er kann nichts fürs Große, im Kleinen isser aber ganz vorne mit dabei.

Quelle?

Zitat(Chris @ 01 Mar 2007, 17:42)
Man macht es sich leicht zu sagen, dass die Unternehmen keine Verantwortung übernehmen müssen, bloss weil die Privatpersonen das nicht tun.

Nein, ich sage, das Unternehmen hat gar keine Verantwortung, maximal die dort arbeitenden und alle sonstigen Privatpersonen.
Zitat
Du vergisst dabei aber auch, dass ein Unternehmen viel steuern kann, und der Markt nicht immer dem Ideal "Nachfrage bestimmt das Angebot" folgt. Meistens bestimmt das Angebot die Nachfrage und die Firmen das Angebot. Die Bürger würden den A6 auch kaufen, wenn er nur noch 4 Liter Sprit schluckt. Wenn der A6, der 4 Liter Sprit schluckt, aber 20.000 Euro teurer ist, als der normale, dann kauft den niemand. Aber nicht mal beim 3-Liter Lupo (eine Farce ansich) hat man es geschafft einen Preis zu machen, der einen Vorteil schaffen konnte. Statt dessen konzipierte man ein Auto auf Basis eines so schwachen Autos, dass das Spritsparmodell kaum fähig war nicht als Verkehrshindernis aufzutreten. Und das hat auch noch mehr als das normale Modell gekostet.
Das Lupo-Beispiel widerspricht doch deiner These vom vom Angebot gesteuerten Markt. Es wurde ein Produkt geschaffen, nachdem keine Nachfrage besteht - also kauft es auch niemand. Vielleicht kannst du das Ganze nochmal ausführlicher darlegen, denn einer von uns beiden hat hier wohl offensichtlich einen Denkfehler.
Zitat
Eine schwere Anschuldigung. Man kann nicht generell sagen, dass ein Staat eingreifen soll oder dass er das nicht soll. Von daher kann man da auch keine Anschuldigung daraus drehen (außer irgendeiner behauptet wirklich, dass der Staat sich überhaupt nicht einzumischen habe, um dann später nach ihm zu schreien).

Das kommt sicher auf die Vorstellung an, die man von den Aufgaben eines Staates hat. Ich halte alle Eingriffe, die über eine finanzielle Sicherung von Sozialschwachen und eine gewisse Grundsicherheit (und damit mein ich keine Überwachungskameras und Ganzkörperscanner, sondern "normale" Polizeiarbeit) hinausgehen, für falsch.
Zitat
Natürlich argumentiere ich für meinen Standpunkt, doch das sollte nicht das Problem sein, solang ich es mit guten Argumenten untermauern kann. Es ist natürlich jedem erlaubt mich mit besseren Argumenten aus der Bahn zu werfen und zu überzeugen.
Solange du mit echten Argumenten ins Feld ziehst, habe ich auch kein Problem. Du berufst dich nur auch öfter mal auf eine diffuse, undefinierte Moral als Autoritätsverweis. Und genau das stört mich. Meiner Ansicht nach hat hier keiner die moralische Reife (mich eingeschlossen) (für Chino), um als Moralapostel aufzutreten.

Dieser Beitrag wurde von JoSchu: 02 Mar 2007, 12:58 bearbeitet
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post 02 Mar 2007, 12:16
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Zitat(JoSchu @ 02 Mar 2007, 10:57)
Wenn ich in die Forensik gehe und mir ein Kinderschänder gegenüber sitzt, muss ich auch in der Lage sein, meine persönlichen Empfindungen und Meinungen aus meiner Einschätzung über das Gefährdungspotential dieser Person herauszuhalten.
*


Jetzt vergleichste aber Äpfel mit Birnen... ich hatte in der Vergangenheit mit diversen Vergewaltigern, Mördern und auch Kinderschändern zu tun und zu keiner Zeit das Gefühl, hierbei ginge es primär um Wirtschaftlichkeit. Richtig ist, dass man die Einschätzung der Gefährlichkeit dieser Person und auch den Umgang mit dieser so weit wie es eben geht von persönlichen Empfindungen unbeeinflusst lassen sollte. Trotzdem vergisst man dabei nicht, dass man es auch hier noch mit Menschen zu tun hat, auch wenn es mitunter sehr an die eigenen Grenzen geht, das ist eben die Gratwanderung. Und Arbeit am Täter ist immer auch Opferschutz, insofern geht es hier durchaus um das Wohl der Bevölkerung. Bei der Entscheidung über eine mögliche weitere Sicherheitsverwahrung wird in der Regel danach entschieden, ob diese angezeigt ist und nicht danach ob sie wirtschaftlich ist. Du wirst nicht erleben, dass wenn ein Kinderschänder nach Ende der Haftzeit entlassen und rückfällig wird von Seiten des Entscheidungsträgers dahingehend argumentiert wird, die JVA sei ein Wirtschaftsunternehmen und keine Sozialstation. Ich find der Vergleich ist nicht stimmig, tut mir leid.
(Bevor du jetzt Beispiele über die Aussetzung von Freiheitsstrafen ins Feld führst, mir ist durchaus bewusst, dass diese vielfach auch aus wirtschaftlichen Motiven ausgesprochen werden, was meiner Meinung nach viel zu oft nicht vertretbar ist. Diese Entscheidungen werden jedoch andernorts getroffen unds das hat auch nix mitm Thema zu tun, insofern lass ichs mal dabei.)

Dieser Beitrag wurde von Katze: 02 Mar 2007, 12:20 bearbeitet
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post 02 Mar 2007, 12:28
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Zitat(Katze @ 02 Mar 2007, 12:16)
Jetzt vergleichste aber Äpfel mit Birnen... ich hatte in der Vergangenheit mit diversen Vergewaltigern, Mördern und auch Kinderschändern zu tun und zu keiner Zeit das Gefühl, hierbei ginge es primär um Wirtschaftlichkeit. Richtig ist, dass man die Einschätzung der Gefährlichkeit dieser Person und auch den Umgang mit dieser so weit wie es eben geht von persönlichen Empfindungen unbeeinflusst lassen sollte. Trotzdem vergisst man dabei nicht, dass man es auch hier noch mit Menschen zu tun hat, auch wenn es mitunter sehr an die eigenen Grenzen geht, das ist eben die Gratwanderung. Und Arbeit am Täter ist immer auch Opferschutz, insofern geht es hier durchaus um das Wohl der Bevölkerung. Bei der Entscheidung über eine mögliche weitere Sicherheitsverwahrung wird in der Regel danach entschieden, ob diese angezeigt ist und nicht danach ob sie wirtschaftlich ist. Du wirst nicht erleben, dass wenn ein Kinderschänder nach Ende der Haftzeit entlassen und rückfällig wird von Seiten des Entscheidungsträgers dahingehend argumentiert wird, die JVA sei ein Wirtschaftsunternehmen und keine Sozialstation. Ich find der Vergleich ist nicht stimmig, tut mir leid.
(Bevor du jetzt Beispiele über die Aussetzung von Freiheitsstrafen ins Feld führst, mir ist durchaus bewusst, dass diese vielfach auch aus wirtschaftlichen Motiven ausgesprochen werden, was meiner Meinung nach viel zu oft nicht vertretbar ist. Diese Entscheidungen werden jedoch andernorts getroffen unds das hat auch nix mitm Thema zu tun, insofern lass ichs mal dabei.)
*

Es geht mir gar nicht um die Writschaftlichkeit, sondern um die Verantwortung, die man als Entscheider trägt. Natürlich ist es Stadler lieber, wenn alles beim Alten bleibt und Audi wachsen und neue Leute einstellen kann. Das ist besser, als wenn man einen Teil des Sortiments und die betreffenden Mitarbeiterstellen einstampfen muss. Auch das nutzt der Gesellschaft, wird leider nur viel zu oft übersehen.
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post 02 Mar 2007, 12:32
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Zitat(JoSchu @ 02 Mar 2007, 10:57)
Meiner Ansicht nach hat hier keiner die moralische Reife (mich eingeschlossen), um als Moralapostel aufzutreten.

.. na dann lass es doch einfach.
(so viel Spass muss sein ... biggrin.gif )

Das Volk will nicht belogen werden, das Volk glaubt, als Schnitt durch die Masse, einfach an das Gute im Menschen und fällt deshalb jedes mal auf die Nase. Natürlich ist das auch Faulheit und Dummheit.

Selbstregulierung der Konzerne funktioniert nicht und deshalb muss reguliert werden. Weil viele Menschen zu faul, desinteressiert oder einfach zu doof sind, um sich neben dem "Kampf des täglichen Lebens" um solche Dinge einen Kopf zu machen, haben sie Vertretter gewählt, die sich _hauptberuflich_ um die Belange des Volkes (als Masse, nicht als finanzielle Kraft) kümmern sollen.
Wäre es anders, hätte die Politik keine Daseinsberechtigung.

Klimaschutz fällt auch unter die Belange des Volkes bzw. der gesamten Menschheit und deshalb muss der Staat (als Vertretter des Volks=aller Menschen in Deutschland die Wählen dürfen) dort eingreifen, wo die Konzerne es auch Kostengründen nicht selbständig tun.


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Zitat(Chino @ 02 Mar 2007, 12:32)
.. na dann lass es doch einfach.
(so viel Spass muss sein ...  biggrin.gif )

Ok, ich streich das mit dem "mich eingeschlossen". wink.gif
Zitat
Das Volk will nicht belogen werden, das Volk glaubt, als Schnitt durch die Masse, einfach an das Gute im Menschen und fällt deshalb jedes mal auf die Nase. Natürlich ist das auch Faulheit und Dummheit.

Selbstregulierung der Konzerne funktioniert nicht und deshalb muss reguliert werden. Weil viele Menschen zu faul, desinteressiert oder einfach zu doof sind, um sich neben dem "Kampf des täglichen Lebens" um solche Dinge einen Kopf zu machen, haben sie Vertretter gewählt, die sich _hauptberuflich_ um die Belange des Volkes (als Masse, nicht als finanzielle Kraft) kümmern sollen.
Wäre es anders, hätte die Politik keine Daseinsberechtigung.

Seh ich anders, aber das sind dann wohl unverrückbare Grundpositionen, bei denen eine Diskussion überflüssig wird.
Ist das eigentlich Absicht mit dem "Vertretter"? Also Vert-Retter? Find ich niedlich.
Zitat

Klimaschutz fällt auch unter die Belange des Volkes bzw. der gesamten Menschheit und deshalb muss der Staat (als Vertretter des Volks=aller Menschen in Deutschland die Wählen dürfen) dort eingreifen, wo die Konzerne es auch Kostengründen nicht selbständig tun.

Jetzt stellt sich die Frage, wer definiert, was die Belange des Volkes sind. Idealerweise doch das Volk selbst, was es ja über die Nachfrage kann.
Natürlich kann man auch sagen: "Politik, mach mal bitte dies und jenes. Ich weiß, dass ich nicht stark genug bin, um es selbst zu machen, also regulier du das für mich." Das ist in etwa so, wie wenn man eine Diät machen will, an den Kühlschrank ein Schloss anbringt und den Schlüssel dem Mitbewohner gibt, damit man nicht mehr/ nur noch kontrolliert isst. Neben dem Kriterium der Willensschwäche, die für mich persönlich schon Argument genug ist, um sowas abzulehnen (aber das ist ne subjektive Sache, da muss sich niemand dran hochziehen), sehe ich noch diverse andere Probleme:
Es stellt sich die Frage, wie weit die Regulierung gehen soll. Woher weiß mein Mitbewohner, wieviel ich zu essen brauche, um gesund zu bleiben? Woher weiß die Politik, wieviel sie regulieren soll und wieviel der Einzelne gerne selbst entscheiden möchte? Das ist das derzeitige Problem in der Sicherheitsdebatte - weil niemand der Politik die Grenzen aufzeigt, kommt es zu einer masseiven Überregulierung.
Es stellt sich die Frage nach der Dauer der Regulierung.
Und wir haben wieder das große Problem der Verantwortungsdiffusion. Wenn die Ziele, die mit der Reglierung erreicht werden sollen, nicht erreicht werden, kann ich die Schuld von mir weg auf meinen Kontrolleur schieben. Mein Mitbewohner ist schuld, auch wenn ich mir heimlich jeden Tag ne Tafel Schokolade reingeschoben hab. Aber mein Mitbewohner ist schuld.

Dieser Beitrag wurde von JoSchu: 02 Mar 2007, 12:59 bearbeitet
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