Das ist leicht gesagt. Ich wette, dass sehr viele Menschen auf so etwas reinfallen.
- Du bist in einer Situation in der du überraschend angesprochen wirst, hast evtl. wenig Zeit. - Du wirst belabbert und mit einem Thema konfrontiert, welches einen Ausstieg direkt am Anfang schwierig macht. Wer will denn schon als jemand gelten, der der armen Schulklasse, dem Hartz IV - Empfänger, usw. einfach den Rücken kehrt. Vorallem an einem öffentlichen Ort, wo andere es mitbekommen - Du hast vorher tausende von Konversationen mit dir fremden Leuten geführt, in denen dein Vertrauen bestätigt wurde und "soziales Vertrauen" ist ja auch irgendwann Routine. Und selbst wenn du das ganze nach einer Zeit hinterfragst, versichert dir der Betrüger ja dauernd, dass alles in Ordnung ist, er gibt dir sogar deine Handynummer, was für ihn ja ein hohes Risiko darstellt. - Oder in meinem Fall gibt er dir den Originalvertrag zurück und lügt dir ins Gesicht, dass da nix mehr kommt. - Wenn auch das nicht funktioniert dreht er den Spieß eben um und konfrontiert dich mit dem Selbstbild, dass du paranoid bist "Wir sind hier ja in Deutschland", "Warum sollte ich das tun?" "Bekomme dann doch selbst Ärger" - Vll. kommt auch noch der Kollege dazu, der die ganze Geschichte bestätigt - Wenn du selbst mit Freunden da bist, wie stehst du dann vor ihnen da?
Guck dir mal das Milgram-Experiment aus den 60ern an. Da werden ganz ähnliche situative Bedingungen erzeugt, allerdings mit einer stärkeren Autorität als der des "Verkäufers". Und da haben damals ca. 2/3 aller Leute versagt...