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Rauchen - Das Ende der Toleranz Die Jagd auf ein jahrhundertealtes Kulturgut.
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 28 Jun 2006, 22:11
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BILD-Sympathisant     
Punkte: 611
seit: 30.07.2005
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Ich benutze gern die Rubrik Feuilleton, da sich in ihr meist kulturvolle Diskussionen entwickeln, und Themen im freien Wettbewerb stehen. (the spirit of commerce)
Nun ganz konkret zum RAUCHEN.
Der Autor: Ich habe bei der Bundeswehr kurz damit angefangen und gleich wieder aufgehört, dann an der Uni ging es wieder los. Die Tochter eines medizinischen Klinikleiters saß immer neben mir und fragte, ob ich mit raus komme, eine rauchen. Da dachte ich, so schädlich kann es ja nicht sein.
Die körperliche Abhängigkeit: Es ist nahezu unmöglich, wirklich körperlich davon abhängig zu werden. Vielmehr verbindet man irgendwannn positive Erinnerungen damit. Das ist die psychische Abhängigket.
Und eben weil man wirklich jederzeit aufhören könnte, wenn man wöllte, muß man das ja nicht tun. Ich bin zur Zeit seit einem Jahr nahezu 100%ig clean, vorher gelang es nicht, weil ich ja jederzeit sofort hätte aufhören können, wenn ich nur gewollt hätte. Ich habe maximal eine Schachtel am Tag, noch dazu nicht wirklich inhalierend, aber die ersten körperlichen Warnzeichen haben mich dann doch abgeschreckt.
Die körperlichen Folgen: Raucher sterben acht Jahre früher, werden allerdings auch elfmal öfter vom Bus überfahren.
Man darf also Ursache und Wirkung nicht verwechseln. Besonders oft rauchen Bauarbeiter und Ärzte, besonders selten Blumenverkäuferinnen und Lehrer.
Die Gesundheitskosten sind gegen Ende des Leben am höchsten und Raucher bekommen weniger Rente.
Wenn man wirklich viel raucht, merkt man es ein ganz wenig beim Rennen oder gar frühmorgens im Hals. Beides erfordert eine gewisse Dosis. Es enthält viele Schadstoffe, die der gesunde Körper wohl bis zu einem Maß problemlos abbauen kann, aber darüber hinaus nicht mehr.
Etwa seit drei Jahren werden Raucher gejagdt. Es gibt sogar Forderungen nach generellem Verbot in Kneipen. Als wenn das die Kneipen nicht selbst entscheiden könnten.
Einmal war ich in Berlin und hatte einfach übersehen, dass man in den U-Bahn-Haltestellen nicht darf. Da kam so ein Witzbold (25 Jahre) und belehrte mich. Ich bedankte mich für den Hinweis und war schon beim Ausmachen, da ging es ihm nicht schnell genug. Ich hatte das Gefühl, er hatte Ansgt als Passivraucher daran zu sterben, obwohl ich 50 Meter weg war. Der war nervlich völlig am Ende.
Manche wohnen im Block und denken sie sterben auf dem Balkon, wenn unter ihnen jemand raucht. Ich frage mich, wie die das überhaupt merken. Manche haben echt nix zu tun.
Besonders lustig ist, wenn die so richtig fett sind, und ihren ganzen Frust mal belehrend rauslassen können.
Also, obwohl ich jetzt clean bin, habe ich gestern ein Raucherzimmer eingerichtet, gegen den gesellschaftlichen Trend, wo vorher rauchen verboten war. Das nenne ich Stärke und außerdem bin ich nun der Held.
Ich will das Rauchen aber natürlich nicht gutheißen, ist im Gegenteil ganz dumm und schlimm. Die Militanz vermeintlicher Passivraucher ist genauso schlimm wie jemandem ungefragt den so empundenen Gestank in´s Gesicht zu blasen.
Dieser Beitrag wurde von Unscheinbar: 28 Jun 2006, 22:17 bearbeitet
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Antworten(120 - 134)
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 30 Jun 2006, 16:17
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Ironieresistenz I.         
Punkte: 2231
seit: 02.06.2005
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Zitat(baren @ 30 Jun 2006, 14:55) Erklär uns doch mal, wieso Du dich als Nichtraucher so vehement gegen unseren Schutz aussprichst. Wenn Du Dich der Sache aussetzen möchtest, dann ist das Deine Sache.  Ich spreche mich nicht gegen raucherfreie Zonen aus. Ich spreche mich nur gegen eine obrigkeitsdiktierte Lösung des Problems aus. Wenn ihr denn eine Veränderung wollt, dann müsst ihr dafür selbst aktiv werden. Also Nichtraucher-Clubs/-Kneipen, etc. aufmachen oder bestehende Einrichtungen überreden, dazu überzugehen. Nicht mehr aus falscher Freundlichkeit oder Willensschwäche die Raucherfreunde in Raucherclubs begleiten, sondern sie dazu bringen, die eigenen Vorstellungen zu übernehmen. Dann gibt es auch keine Probleme. Aber meines Erachtens gehört Rauchen in den Bereich der Selbstbestimmtheit des Menschen und dieser Bereich ist für mich heilig. €: Schlecht deutsch gemacht zu gut deutsch. Dieser Beitrag wurde von JoSchu: 01 Jul 2006, 10:49 bearbeitet
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Seine Majestät, Kaiser Ironieresistenz I.
... validiert nach dem Isso-Standard 1.0 ...
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 01 Jul 2006, 01:07
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Vordiplom     
Punkte: 528
seit: 03.11.2005
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Nach dem sauguten Beitrag von rakete bleibt mir nicht mehr viel zu sagen...außer vielleicht noch:
Passivrauchen IST gesundheitsschädlich, auch wenn diese eine Studie nicht ganz einwandfrei durchgeführt wurde, es gibt noch ne ganze Menge Untersuchungen die das belegen. Und wie kommt sonst die Gaststättenbesitzerin die zur zeit in der Uniklinik liegt und nie eine Zigarette geraucht hat zu ihrer Raucherlunge???
Für mich muß nicht unbedingt ein absolutes Rauchverbot her. Man kann schon in Raucherbereicht und Nichtraucherbereiche trennen, so lange das wirklich 2 eigene Räume sind (mit Tür und so). Wobei man in der Bahn ja sieht wies dann läuft: Die wenigsten Raucher wollen in ihrem eigenen Gestank sitzen und gehen nur mal schnell alle 10 Minuten rüber in den Raucherwagen. Nicht nur, daß das ganz schön nerven kann, wenn man im Wagen dahinter sitzt, es stinkt auch gewaltig. JA, ich reg mich auch über den Gestank auf. Bin zwar mehr um meine Gesundheit besorgt, aber Raucher stinken mir zuweilen auch im wahrsten Sinne des Wortes. Das muß ich euch jetzt mal an den Kopf werfen: Die meisten Gerüche wie LKWs, n Furz etc. sind doch von relativ kurzer Dauer und auch recht erträglich. Wenn einer raucht, sitzt man schon ne ganze Weile im Dunst, und dann bleibts ja meistens nicht bei einer Fluppe. Und selbst wenn er dann mal ne Pause macht stinkt der Mensch noch weiter. Gut, n Kaugummi danach machts besser, aber auch net wirklich gut. Hängt ja auch in der Kleidung. Also sitz ich in der Bahn und alle 2 Minuten läuft ein lebender Aschenbecher vorbei. Da werd ich schon mal fuxig!
So zum Abschluß noch 2 Zitate zur so viel diskutierten Freiheit:
Die Freiheit besteht darin, daß man alles tun kann, was einem anderen nicht schadet. Schopenhauer
Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann, was er will, sondern das er nicht tun muss, was er nicht will. Jean-Jacques Rousseau
Und ich will keinen Rauch einatmen und mir damit meine feine rosa Lunge abdunkeln!
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Wissen ist Macht - nichts wissen macht auch nix!
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 01 Jul 2006, 03:54
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Alles Kapot!       
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seit: 08.04.2004
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Zitat(loco @ 30 Jun 2006, 15:09) ja, ich weiß auch, dass der artikel 2 seiten hat, ändert aber nichts an meinem zitat  Du kannst doch aber nich einfach aussagen aus nem artikel nehmen, die zwei sätze weiter so quasi ins lächerliche gezogen werden, nej nej @JoSchu Mein Reden, nützt aber irgendiwe nix  @Hot Doc Auch Zustimmung. Meinetwegen Raucherbereiche, rauchfreie Bahnen, rauchfreie Dissen etc pp. Passivrauchen gesundheitsschädlich? Klar! Leuchtet ein! Wir stinken? Klar! Sorry dafür. Aber kommt mir nich mit 3200 Tote pro Jahr ...
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 01 Jul 2006, 04:37
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Nu, so isser halt.      
Punkte: 801
seit: 06.12.2005
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Zitat(Pummel @ 01 Jul 2006, 04:54) @Hot Doc Auch Zustimmung. Meinetwegen Raucherbereiche, rauchfreie Bahnen, rauchfreie Dissen etc pp. Passivrauchen gesundheitsschädlich? Klar! Leuchtet ein! Wir stinken? Klar! Sorry dafür. Aber kommt mir nich mit 3200 Tote pro Jahr ...  Und wenn es nur einer ist, oder die Wirtin in der Uniklink gerade: Einer zu viel!
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 06 Jul 2006, 18:29
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BILD-Sympathisant     
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seit: 30.07.2005
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München/Dresden/dpa. Der Tabakkonzern Philip Morris will sein Werk in München im Jahr 2009 schließen. In dem immer schwierigeren Marktumfeld wolle man sich auf die Zigaretten-Produktionsstätten Berlin und Dresden konzentrieren, teilte die Philip Morris GmbH heute in München mit.
Von der Entscheidung seien voraussichtlich 400 Mitarbeiter betroffen. Einem Viertel von ihnen sollen Ersatzarbeitsplätze in Berlin und Dresden angeboten werden. Die deutsche Hauptverwaltung mit 450 Beschäftigten soll in München bleiben.
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 07 Jul 2006, 00:13
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Straight Esh         
Punkte: 14030
seit: 01.10.2003
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Toll, was mir hier noch zu dem tollen Vergleich mit dem Auto einfällt ist, dass hier nur halbherzig hingeschaut wird. Autofahren unterliegt nämlich vielen Regeln. Zuerst muss man einen Schein machen, der belegt, dass man weiß, wie man niemand anderen gefährdet, dann gibt es ganz viel Regeln,die es zu beachten gibt, und zum Schluss ist Autofahren in ziemlich vielen öffentlichen Bereichen verboten.
Besonders schöne Ausschnitte aus dem Regelwerk sind: Autofahren auf den Fußgängerwegen ist verboten. Der Autofahrer muss seinen Fahrstil so anpassen, dass er niemanden gefährdet. Ein Fußgänger hat immer Vorrang.
Würden wir das auf Raucher anwenden, dann müsste jeder Raucher immer erst mit einem Beleg wedeln, bevor er überhaupt Zigaretten kaufen kann, für den er alle Zusatzstoffe und die Auswirkungen auf den menschlichen Körper bis ins kleinste Detail auswendig kennen müsste. Dann gäbe es Zonen, in denen man innerhalb von 24 Stunden nur eine Zigarette geraucht werden darf. Und schliesslich wäre Rauchen sowieso nur in Zonen erlaubt, in denen sich Nichtraucher nicht aufhalten, die zudem baulich untereinander getrennt sind. Zudem würde jeder, der seine Zigischachtel außerhalb des zulässigen Bereiches zückt, mit einer Strafe von 50 Euro Minimum belegt, wer sich eine anzündet wandert gleich ins Gefängnis. Und, wenn ein Nichtraucher die Raucherzone betritt, haben alle die Zigaretten sofort zu löschen.
Oder doch lieber das Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden? Wer Vergleiche zieht, muss sie auch zu Ende ziehen. Und dort stellt man eben fest, dass es in allen Bereichen, in denen Belästigungen der Umwelt vorkommen können, viele Regeln und auch empfindliche Strafen gibt. Warum sollte es der Raucher also besser haben?
Auch beim Beispiel von Handys schädigen sich die Menschen zum Großteil selbst, wenn das Handy die 2 Watt durch den Kopf bläst. Gegen die auditive Belästigungen wurden von den meisten Betreibern von auditiven Veranstaltungen (Oper, Kino,...) auch schon klare Regelungen ausgegeben, dass das zu unterlassen sei, bzw. baulich forciert (Handyjammer, Stahlgitterverkleidungen).
Und wenn hier danach geschriehen wird: "nehmt es selbst in die Hand" ... führt nicht ein Weg es selbst in die Hand zu nehmen über die Politik? Wir sind Deutschland. Der Staat ist das Volk und das Volk ist der Staat. Also hab ichs eigentlich ganz gut in der Hand nicht nur meinen Lieblingsclub sondern auch die Lieblingsclubs von 80 Millionen Menschen rauchfrei zu gestalten.
@Joschu: Wie definierst du Selbstbestimmtheit? Das würde mich mal interessieren ...
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bonum agere et bonum edere, sol delectans et matrona delectans (Verlängere dein Leben indem du hier und hier und hier und hier klickst!)
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 07 Jul 2006, 10:48
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Ironieresistenz I.         
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seit: 02.06.2005
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Zitat(Chris @ 07 Jul 2006, 01:13) Und wenn hier danach geschriehen wird: "nehmt es selbst in die Hand" ... führt nicht ein Weg es selbst in die Hand zu nehmen über die Politik? Wir sind Deutschland. Der Staat ist das Volk und das Volk ist der Staat. Also hab ichs eigentlich ganz gut in der Hand nicht nur meinen Lieblingsclub sondern auch die Lieblingsclubs von 80 Millionen Menschen rauchfrei zu gestalten. Staat != Volk != Du Du bist ein Teil des Volkes, genau wie ich. Wenn ich mich in einem geschlossenen Raum von Rauchern zuqualmen lassen möchte, dann hast du kein Recht, mir das zu verbieten. Im Übrigen: Wenn es eine Mehrheit gäbe, die ein absolutes Rauchverbot unterstützt, dann wäre das doch längst umgesetzt. Im Klartext haben wir hier also eine Minderheit, die versucht, ihre Ziele an der Masse vorbeizudrücken, um sie ihnen dann zu von oben zu oktroyieren, anstatt diese Ziele der Masse auseinanderzusetzen, um eine Mehrheit für sich zu finden. Zitat @Joschu: Wie definierst du Selbstbestimmtheit? Das würde mich mal interessieren ...
Selbstbestimmtheit ist für mich auch und nicht zuletzt die Möglichkeit, die eigene Gesundheit auf jede für das Individuum angenehme Weise zugrunde zu richten. Ich möchte ja nicht in Abrede stellen, dass Rauchen dabei einen Grenzfall darstellt, weil es auch die Umgebung schädigt. Es stellt sich aber auch die Frage nach dem Grad er Schädigung. Und da sieht es so aus, dass ein richtig starker Raucher die ersten körperlichen Symptome um die 50 verspürt (bzw. ist das die Zeit, wo die Leute dann zur Suchttherapie kommen). Wenn ich mal unterstelle, dass die vom Raucher aufgenommenen Giftstoffe in ihrer Konzentration um ein Vielfaches höher sind als das, was er in seine Umgebung bläst, kann ich wohl davon ausgehen, dass der Nichtraucher die ersten Symptome einige Jahrzehnte später verspürt - und seien wir ehrlich, dann spielt das nun wirklich keine Rolle mehr. Ich rede im Übrigen nicht vom Rauchen in der Nähe von Kindern oder anderen Risikogruppen - die halten sich ja aber auch eher selten in Clubs und Kneipen auf.
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 07 Jul 2006, 11:12
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Alles Kapot!       
Punkte: 1459
seit: 08.04.2004
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Ich hab gestern mal bei Berlin Mitte reingezapt. Wurde das Thema zwar nicht direkt angesprochen, aber ich fand schon interessant, daß die Einnahmen aus der Tabaksteuer (glaub warn so 4Mrd €) zukünftig nicht mehr in die Kassen fließen sollen. Dafür kommen dann Beitragserhöhungen und andere Steuerfinanzierungen ins Spiel. Erklärt mir das mal einer? Frau Schmidt konnte es jedenfalls nicht. Die gute Clara auf Gesundheitsreform.de weiß auch nicht so recht weiter ("Rauchen ist nicht meine Sache." ; "Rauchen gefährdet die Gesundheit, heißt es auf jeder Zigarettenschachtel.").
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 07 Jul 2006, 12:17
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Straight Esh         
Punkte: 14030
seit: 01.10.2003
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Zitat(JoSchu @ 07 Jul 2006, 11:48) Staat != Volk != Du Du bist ein Teil des Volkes, genau wie ich. Wenn ich mich in einem geschlossenen Raum von Rauchern zuqualmen lassen möchte, dann hast du kein Recht, mir das zu verbieten. Im Übrigen: Wenn es eine Mehrheit gäbe, die ein absolutes Rauchverbot unterstützt, dann wäre das doch längst umgesetzt. Im Klartext haben wir hier also eine Minderheit, die versucht, ihre Ziele an der Masse vorbeizudrücken, um sie ihnen dann zu von oben zu oktroyieren, anstatt diese Ziele der Masse auseinanderzusetzen, um eine Mehrheit für sich zu finden.
Nö. Ich setze mich nur dafür ein, dass der geschlossene Raum irgendwo in der Antarktis liegt. Da darfst du gerne und oft. Andererseits, selbst wenn es keine Mehrheit gibt, Demokratie heisst nicht automatisch, dass die Mehrheit gewinnt. Nein auch der Minderheitenschutz ist eine wichtige Aufgabe der Demokratie. Zitat(JoSchu @ 07 Jul 2006, 11:48) Selbstbestimmtheit ist für mich auch und nicht zuletzt die Möglichkeit, die eigene Gesundheit auf jede für das Individuum angenehme Weise zugrunde zu richten. Ich möchte ja nicht in Abrede stellen, dass Rauchen dabei einen Grenzfall darstellt, weil es auch die Umgebung schädigt. Es stellt sich aber auch die Frage nach dem Grad er Schädigung. Und da sieht es so aus, dass ein richtig starker Raucher die ersten körperlichen Symptome um die 50 verspürt (bzw. ist das die Zeit, wo die Leute dann zur Suchttherapie kommen). Wenn ich mal unterstelle, dass die vom Raucher aufgenommenen Giftstoffe in ihrer Konzentration um ein Vielfaches höher sind als das, was er in seine Umgebung bläst, kann ich wohl davon ausgehen, dass der Nichtraucher die ersten Symptome einige Jahrzehnte später verspürt - und seien wir ehrlich, dann spielt das nun wirklich keine Rolle mehr. Ich rede im Übrigen nicht vom Rauchen in der Nähe von Kindern oder anderen Risikogruppen - die halten sich ja aber auch eher selten in Clubs und Kneipen auf.  Bist du dann gegen die Verbote aller Drogen etc.? Dort richtet man sich ja auch nur selbst zugrunde. Und wie siehst du dass, wenn ich dir im Vollrausch die Flasche am Kopf zerschlage oder dir mit dem Auto ins Kreuz fahre. Ist dass dann auch Selbstbestimmung? Im Übrigen spürt man die körperlichen Symptome früher als ab 50. Es fällt dir nur nicht auf, weil die Veränderungen klein und schleichend sind und man sich dran gewöhnt. Man gewöhnt sich halt dran, dass man nicht mehr so gut Luft holen kann, dass im Klo alles steinhart herauskommt oder dass man häufiger husten muss. Klar hast du Recht, dass man erst mit 50 den Lungenkrebs diagnostiziert bekommt oder das Raucherbein weg muss. Aber wer gibt dir das Recht für die Nichtraucher zu bestimmen, dass sie mit 75 nicht mehr wert sind, die Belastung nicht spüren zu dürfen? Da kannst du auch gleich dafür sein, dass es ein Gesetz gibt, bei dem jeder über 75 bei Rot über die Ampel muss. Denn der Tod ist sowieso nahe. Und was ist, wenn einige Erwachsene auch zur Risikogruppe gehören? Wie willst du das festmachen? Zitat(Pummel @ 07 Jul 2006, 12:12) Ich hab gestern mal bei Berlin Mitte reingezapt. Wurde das Thema zwar nicht direkt angesprochen, aber ich fand schon interessant, daß die Einnahmen aus der Tabaksteuer (glaub warn so 4Mrd €) zukünftig nicht mehr in die Kassen fließen sollen. Dafür kommen dann Beitragserhöhungen und andere Steuerfinanzierungen ins Spiel. Erklärt mir das mal einer? Frau Schmidt konnte es jedenfalls nicht.  Eine Steuer ist eine Steuer und fließt damit in einen allgemeinen Topf und ist nicht zweckgebunden. Man könnte auch sagen, dass die Tabaksteuer in den Autobahnbau fließt und die Maut in die Gesundheitskassen. Das ist doch alles nur Rechnerei. Man denkt doch zur Zeit auch darüber nach, ob man die Gesundheitskassen mit 45 Milliarden aus Steuermitteln unterstützen soll. Wie soll man denn entscheiden woher es kommt? Steuern sind nunmal der einzige Weg, wie der Staat Geld verdient. Und solang man nicht sagen kann, dass die Tabaksteuer in der Höhe der Mehrkosten der Krankenkassen sind, zahlen unwillkürlich alle anderen Steuerzahler die persönliche Gesundheitsschädigung des einzelnen mit. Der einzig richtige Weg wäre, dass man die Krankenkassenkosten die durch Rauchen entstehen, einem Raucher auf die Versicherung schlägt. Dieser hätte dann dementsprechend mehr Lasten zu tragen. Dann wären auch ganz schnell die meisten Arbeitsstellen rauchfrei. Dann könnte man noch über eine Extrasteuer für Lokalitäten in denen Rauchen erlaubt ist nachdenken, dann könnten wir uns auch das Gesetz zur Rauchfreiheit sparen.
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 07 Jul 2006, 13:08
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Ironieresistenz I.         
Punkte: 2231
seit: 02.06.2005
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Zitat(Chris @ 07 Jul 2006, 13:17) Bist du dann gegen die Verbote aller Drogen etc.? Dort richtet man sich ja auch nur selbst zugrunde. Ja, bin ich. Zitat Und wie siehst du dass, wenn ich dir im Vollrausch die Flasche am Kopf zerschlage oder dir mit dem Auto ins Kreuz fahre. Ist dass dann auch Selbstbestimmung? Hast du dich nicht vorhin noch über sinnfreie Vergleiche beschwert? Ein Autounfall ist wohl kaum mit den schleichenden Folgen des Passivrauchens vereinbar. Zitat Aber wer gibt dir das Recht für die Nichtraucher zu bestimmen, dass sie mit 75 nicht mehr wert sind, die Belastung nicht spüren zu dürfen? Da kannst du auch gleich dafür sein, dass es ein Gesetz gibt, bei dem jeder über 75 bei Rot über die Ampel muss. Denn der Tod ist sowieso nahe. 1) Rechte bekommt man nicht, man nimmt sie sich. Pflichten bekommt man. 2) Dem Rentensystem würde es definitiv gut tun. Zitat Und was ist, wenn einige Erwachsene auch zur Risikogruppe gehören? Wie willst du das festmachen? Unter Risikogruppe fallen für mich Kinder und alte Menschen. Ansonsten vielleicht noch Asthmatiker, aber die müssen sich in ihrem Leben ja sowieso einschränken. Zitat Der einzig richtige Weg wäre, dass man die Krankenkassenkosten die durch Rauchen entstehen, einem Raucher auf die Versicherung schlägt. Dieser hätte dann dementsprechend mehr Lasten zu tragen.
Das ist sicher eine Möglichkeit. Aber so im Ganzen halte ich Raucher durchaus für gesellschaftsdienlich. Zahlen höhere Steuern, sterben früher weg, so dass sie das Rentensystem nicht so lange in Anspruch nehmen. Man müsste mal durchrechnen, inwiefern das eventuell höhere Gesundheitskosten aufwiegt.
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 07 Jul 2006, 14:19
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Straight Esh         
Punkte: 14030
seit: 01.10.2003
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Zitat(JoSchu @ 07 Jul 2006, 14:08) Hast du dich nicht vorhin noch über sinnfreie Vergleiche beschwert? Ein Autounfall ist wohl kaum mit den schleichenden Folgen des Passivrauchens vereinbar.
Irrtum, ich hab mich nicht über einen sinnfreien Vergleich beschwert, ich hab mich darüber beschwert, dass die Vergleiche nicht zu Ende gedacht wurden. Aber ich kanns auch ohne Vergleich sagen. Es ist mir im Grunde egal, ob es unter Suchteinfluss oder ohne entsteht, mein Menschenrecht besagt, dass ich ein Recht darauf habe, dass andere mich nicht schädigen. Sei es nun schleichend oder nicht. Niemand mag es wenn der andere ihn schädigt. Woher nimmst du also das Recht zu sagen, dass du es darfst, bloss weil die offensichtlichen Folgen in deinen Augen nicht so schlimm sind? Zitat(JoSchu @ 07 Jul 2006, 14:08) 1) Rechte bekommt man nicht, man nimmt sie sich. Pflichten bekommt man.
Auch Rechte bekommt man. Es nur so, dass mit dem Recht des einen meist die Pflicht des anderen verbunden ist. Und meistens der Rechteinhaber darauf achten muss, dass der Pflichteninhaber auch schön brav ist. Zitat(JoSchu @ 07 Jul 2006, 14:08) 2) Dem Rentensystem würde es definitiv gut tun. Unter Risikogruppe fallen für mich Kinder und alte Menschen. Ansonsten vielleicht noch Asthmatiker, aber die müssen sich in ihrem Leben ja sowieso einschränken.
Wenn Raucher kurz vor dem Eintritt ins Rentensystem sterben würden. Und Passivraucher auch. Tun sie aber meistens nicht, meistens krankeln sie noch ewig rum, um dann 5 Jahre früher als die anderen zu versterben. Zitat(JoSchu @ 07 Jul 2006, 14:08) Aber so im Ganzen halte ich Raucher durchaus für gesellschaftsdienlich. Zahlen höhere Steuern, sterben früher weg, so dass sie das Rentensystem nicht so lange in Anspruch nehmen. Man müsste mal durchrechnen, inwiefern das eventuell höhere Gesundheitskosten aufwiegt.  Ja aber bitte mit einrechnen: Renovierungskosten (schonmal versucht den Qualmgeruch aus einer Bude zu bringen) Umsatzeinbrüche durch Raucher (weil Nichtraucher nicht in die Kneipen gehen) Reinigungskosten für Aschenbecher (und es sind eine Menge Ascher zu reinigen) Einrichtungskosten für Aschenbecher etc. pp. Wobei ich nicht denke, dass die Kosten sich aufwiegen. Man denke nur an die teuren Operationen und Krankenhausaufenthalte. Die verschlingen meistens mehr, als jemand jemals als Rente bekommt.
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 07 Jul 2006, 14:26
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.o0o.       
Punkte: 1331
seit: 20.01.2004
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Zitat(JoSchu @ 07 Jul 2006, 14:08) Aber so im Ganzen halte ich Raucher durchaus für gesellschaftsdienlich. Zahlen höhere Steuern, sterben früher weg, so dass sie das Rentensystem nicht so lange in Anspruch nehmen. Man müsste mal durchrechnen, inwiefern das eventuell höhere Gesundheitskosten aufwiegt.  bei dem bisschen rentenanspruch und den steuern, die man beim selbstdrehen spart kannste gut rechnen.. raucher sind scheißteuer.. ist ja nicht nur die krebstherapie - chemo,strahle,op- sondern genauso beinamputationen, herz-ops, und sonstnochwas.. und die leute stehn dann mit krücken vor der klinik und gönnen sich erstmal eine.. ich finds nur ärgerlich, dass ich später nicht sagen darf "es hat sie ja keiner gezwungen zu rauchen" sondern, dass ich freundlich beratungsgespräche führen darf über die folgen, die sie sich aufgehalst haben und welche therapiemaßnahmen nun anstehen und welche gefahren da bestehen.
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° Wer will, findet Wege. Wer nicht will, Gründe! °
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 07 Jul 2006, 14:51
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Straight Esh         
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seit: 01.10.2003
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Zitat(Pummel @ 07 Jul 2006, 15:41) Klar, wir können Raucher auch zusätzlich privat versichern (wie die Privat-Sportler und Piercing-Freunde demnächst). Was macht dann aber die hohe Tabaksteuer noch für einen Sinn? Mir ist bewußt, daß Steuern nich immer dafür eingesetzt werden wofür sie mal gedacht waren, aber muß ich das gutheißen?  Wie schon oben erwähnt. Alle Steuern fließen in einen Pott und daraus werden die Staatsaufgaben bezahlt. Somit kannst du erst sagen, wenn die Steuern über der Höhe des Zweckes aus der Begründung liegen, dass die Steuern nicht dafür eingesetzt werden, wofür sie gedacht sind. Im Moment werden den Kassen 4,2 Milliarden Euro aus Steuergeldern zugeführt. Ob man jetzt kürzen oder erhöhen will, ist noch nicht klar.
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