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> Wird der Treibstoff bald zu teuer?

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post 22 May 2008, 10:30
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4. Schein
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Punkte: 480
seit: 18.11.2004

Der Ölpreis bricht Rekord auf Rekord: 135 Dollar kostete ein Fass im asiatischen Handel. Auch Diesel ist teuer wie nie. Es wächst die Sorge vor wirtschaftlichen Schäden

Der US-Ölpreis hat seine Rekordjagd der vergangenen Handelstage noch einmal beschleunigt und erstmals die Marke von 135 US-Dollar erreicht. Nachdem bekannt geworden war, dass die Bestände der Rohöllager in den USA überraschend geschrumpft waren, stieg der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Sorte West Texas Intermediate (WTI) mit Auslieferung im Juli im asiatischen Handel in der Spitze auf 135,04 Dollar - so hoch wie noch nie. Im weiteren Handelsverlauf rutschte der Preis wieder auf 134,67 Dollar. Damit kostete US-Öl aber immer noch 1,50 Dollar mehr als im späten Mittwochhandel.

In den USA, der größten Volkswirtschaft der Welt, sind die Vorräte an Rohöl Angaben des US-Energieministeriums zufolge um 5,4 Millionen Barrel auf 320,4 Millionen Barrel gesunken. Auch wenn die Weltwirtschaft nach wie vor gut mit Rohöl versorgt werde, habe sich die Sorge vor künftigen Versorgungsengpässen an den Ölmärkten verstärkt, sagte der Rohstoffexperte Victor Shum vom Beratungshaus Purvin und Gertz in Singapur.

Inzwischen ist Öl fünfmal so teuer wie im Jahr 2002. Der jüngste Preisanstieg schürt die ohnehin virulente Sorge vor einer allgemeinen Teuerung und Konjunkturproblemen. Die US-Notenbank Federal Reserve hat ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr am Mittwoch auf 0,3 bis 1,2 Prozent zurückgeschraubt. Zugleich äußerte sie sich besorgt über die Gefahren einer anhaltend hohen Inflation und eines deutlichen Anstiegs der Arbeitslosigkeit. Die Zentralbank signalisierte auch, dass deshalb ihre Politik der Zinssenkungen vorläufig an ein Ende gelangt sei.

Den New Yorker Börsen bescherte das die stärksten Tagesverluste seit zwei Wochen. Zusammen mit dem hohen Ölpreis nährt die Analyse der Fed die Sorge vor einer Stagflation, also einer Inflation bei stagnierender Konjunktur. Auch in Deutschland wächst die Furcht, dass Öl immer teurer werde, könne dem Wachstum schaden.

Jenseits aller Faktoren, die kurzfristig den Ölpreis beeinflussen - wie etwa die sinkenden Ölvorräte in den USA, die angespannte Lage in Nigeria, das Wirtschaftswachstum Chinas - mehren sich offenbar auch die Anzeichen für eine langfristige Ölknappheit, vor der auch Experten der Energy Watch Group am Mittwoch warnten. Am gleichen Tag berichtete die Financial Times in ihrer Online-Ausgabe, eine wachsende Anzahl von Investoren setze ihr Kapital auf einen baldigen Höhepunkt der Ölförderung. Experten der Energieindustrie prognostizierten, dass das Ölangebot frühestens im Jahr 2012 die Nachfrage wieder decken werde, schrieb das Blatt.

Der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) in Hamburg kritisierte die Haltung der Pessimisten. Die wirtschaftlich förderbaren Ölreserven seien mit 181 Milliarden Tonnen so hoch wie noch nie, teilte der Verband mit. "Berechnungen zum nahenden Ende der Ölreserven gibt es seit Jahrzehnten», sagte der Hauptgeschäftsführer Klaus Picard in Hamburg. "Wären sie richtig gewesen, wäre uns das Öl längst ausgegangen." Die Endzeit-Szenarien ließen außer Acht, dass der technologische Fortschritt die Reichweite der Ölreserven um viele Jahrzehnte verlängern werde.

Die Grünen im Bundestag forderten am Donnerstag einen Krisengipfel der internationalen Gemeinschaft. Durch die drohenden Versorgungsengpässe aufgrund der weltweit rückläufigen verfügbaren Ölmengen sei dringender Handlungsbedarf gegeben, sagte die Fraktions-Vizevorsitzende der Partei, Bärbel Höhn, der Bild-Zeitung. "Das Problem lässt sich nur international lösen. Wir brauchen einen Gipfel, um gemeinsam die Nachfrage zu senken und die Spekulation in den Griff zu bekommen."

Ein weiteres Ziel einer konzertierten Aktion müsse es sein, unabhängiger von fossilen Rohstoffen zu werden, erklärte die Politikerin weiter: "Die Welt muss durch sparsamere Technik und erneuerbare Energien endlich von der Droge Öl loskommen."

Bislang hatte der starke Euro dafür gesorgt, dass der Höhenflug des Ölpreises sich nur begrenzt auf die Benzinpreise in Deutschland auswirkte. Auch die Tatsache, dass ein großer Teil des Benzinpreises aus Steuern besteht, dämpfte die Teuerung an den Tankstellen. Doch das scheint sich gerade zu ändern - zumindest Diesel ist in Deutschland deutlich teurer geworden. Seit Mittwoch müssen Autofahrer in Deutschland für Diesel ebensoviel zahlen wie für Benzin. Im bundesweiten Durchschnitt kosteten alle Sorten an Markentankstellen rund 1,52 Euro je Liter, wie Sprecher der Mineralölwirtschaft in Hamburg und Bochum mitteilten.

Ursache seien die hohen Preise für Diesel am europäischen Ölmarkt in Rotterdam. Dort kostete eine Tonne Benzin am Mittag 1088 Dollar, eine Tonne Diesel dagegen 1290 Dollar. Dieser Preisunterschied habe den steuerlichen Vorteil von Diesel von rund 22 Cent je Liter aufgezehrt. Diesel hat damit abermals ein Rekordniveau erreicht und sich allein seit Mitte März um mehr als 15 Cent je Liter verteuert.

Bereits im vergangenen Dezember hatte der Dieselpreis in einigen Regionen den Benzinpreis überflügelt, doch war der Grund damals ein kurzfristiger Preiskampf beim Benzin. "Jetzt haben wir den Eindruck, dass sich diese Tendenz verfestigt", sagte Barbara Meyer-Bukow vom Mineralölwirtschaftsverband (MWV) in Hamburg. Ursache sei die steigende Nachfrage nach Diesel auf den Weltmärkten. So kauft China nach Aussagen von Experten offenbar vor den Olympischen Spielen große Mengen des Treibstoffs, auch die steigende Zahl von Diesel-Aggregaten zur Stromerzeugung in Afrika, Südamerika und Asien trage zur Erhöhung der weltweiten Nachfrage bei.


Quelle



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Wir, die Willigen, geführt von den Unwissenden, verrichten das Unmögliche für die Undankbaren.
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Ein guter Kaffee muss schwarz sein wie die Nacht, heiß wie die Liebe und so bitter wie das Leben.
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Antworten(45 - 52)
post 26 May 2008, 19:34
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Leisetreter
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Punkte: 1723
seit: 20.10.2004

Zitat(papajoe @ 24 May 2008, 21:45)

Die Antwort darauf sollte man auch nicht verheimlichen:
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post 26 May 2008, 20:24
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seit: 01.10.2003

Zitat(Chris @ 26 May 2008, 10:05)
Die Gaspreise sind an die Ölpreise gekoppelt, deswegen steigen alle Energiepreise, wenn der Ölpreis anzieht. Ein überflüssiges Relikt aus den 60er Jahren?
*

Absolut.
Wundert mich auch, dass der Staat da nicht mal eingreift und die Koppelung auflöst.
Ist eine gute Einnahmequelle, daher passiert wohl nichts.

Die Idee mit dem "Tankt nicht bei XY, weil die zu teuer sind" klappt in Kanada z.B sehr gut, nur hier eben nicht, warum auch immer. Aber selbst wenn man damit die Preise senken könnte würden sie doch über kurz oder lang steigen.
Wenn man daran glaubt, dass wir den sogenannten "Peak" der Ölförderung erreicht haben, dann ist es eigentlich schon fast zu spät nach Ausweichmöglichkeiten zu suchen, da die Preisentwicklung einfach viel zu rasant ansteigt um schwerere Folgen rechtzeitig abzuwenden.
Solange alles was wir machen Öl verbraucht und nicht mit absolutem Willen nach Alternativen gesucht wird, wird es fürher oder später eine weltweite Wirtschaftskatastrophe geben, die Bankenkrise war nur den Anfang (und stand auch in Verbindung mit den Ölpreisen...)

Die Hoffnung stirbt zuletzt ...

Grüsse
C°°°
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post 27 May 2008, 00:34
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Straight Esh
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seit: 01.10.2003

@silenzium:
naja, da ist Mercedes es leider nicht gelungen die Anzeige von VW zu persiflieren. Stattdessen wirken sie eher wie ein beleidigtes Kind, da sie nicht das Hauptargument angreifen, sondern das von VW mit einem Augenzwinkern nachgeschobene. Witzlos. Zumal sich jeder fragt, wo es auf die Technik ankommt, wenn der VW Bus aus den 60ern einen niedrigeren Pro-Kopf Verbrauch hat, als der Smart.


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bonum agere et bonum edere,
sol delectans et matrona delectans

(Verlängere dein Leben indem du hier und hier und hier und hier klickst!)
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post 27 May 2008, 18:28
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Leisetreter
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Punkte: 1723
seit: 20.10.2004

Ich fand den Konter jetzt auch nicht so toll, aber der Werbe-Schlagabtausch ist spaßig. Gibt es viel zu selten. smile.gif

Dieser Beitrag wurde von Silenzium: 27 May 2008, 18:28 bearbeitet
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post 27 May 2008, 19:10

2. Schein
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Punkte: 126
seit: 08.07.2007

@Chris:

Naja ich find aber auch das Nachgeschobene von VW nich so lustig, selbst wenn man den Bus nur mit drei Leuten besetzt, hat er fast nen verbrauch für 6...okay beim smart isses auch fast egal ob einer oder zwei fahren, aber immerhin hat er nicht den selben luftwiederstand wie meine schrankwand ^^
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post 10 Jun 2008, 12:03
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6. Schein
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Punkte: 1244
seit: 12.08.2006

8,2% Inflation, höchste seit 1982.

Die Inflationsrate ist diesen Monat auf 8,2% geschossen, allein gegenüber dem April stiegen die Preise im Einzelhandel um 1,4%. Wahrscheinlich wird jetzt der Leitzins stark angehoben, dann geben die Leute weniger aus und die Preise fallen, wirkt aber auch die Investitionsneigung ab und schafft überflüssige Bestände.

Ist es in Zeiten des elektronischen Geldverkehrs überhaupt sinnvoll, so einzugreifen, schließlich sind die Nebenwirkungen auch nicht ohne.

Ich denke, die meisten Preissteigerungen kommen einfach durch den Ölpreis und die neue Kauflaune nach längerer Zurückhaltung. Das gibt sich auch so wieder und Öl ist ein Thema für sich.


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Apprendre à chanter à un cochon, c'est gaspiller votre temps et contrarier le cochon.
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post 10 Jun 2008, 12:19
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Automatix
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Punkte: 5198
seit: 09.11.2005

Hmm, der Wert einer Währung hängt immer von irgendetwas ab, dass den Wert vorgibt, sei es nun Gold, Öl, oder die Wirtschaftskraft. Die Erfahrung hat uns bereits gelehrt, dass alle Faktoren miteinander verkettet sind, so bieten Leitzinsanhebungen imho keine nachhaltige Lösung... aber naja, was will man machen..

no.gif


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Barbarus hic ego sum, quia non intellegor ulli.
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post 16 Jun 2008, 08:10
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32. Schein
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Punkte: 1131
seit: 26.06.2005

Wenn's bergab geht macht Gas geben noch mehr Spaß! cool.gif

Saudi-Arabien erhöht Ölfördermenge

Naja, mal schau'n was passiert ... smile.gif


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Man sieht sich ... wetten?
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