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Warum gehen die Leute nicht wählen? Wenn ihr nicht wart, warum wart ihr nicht?
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 22 Jun 2008, 19:06
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Straight Esh         
Punkte: 14030
seit: 01.10.2003
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42% Wahlbeteiligung im ersten Wahlgang, 32% im zweiten Wahlgang. Die Werte sprechen nicht von einer großen Beteiligung der Dresdner an der Politik. Und das, obwohl doch Themen wie Waldschlösschenbrücke, Neumarkt, Postplatz etc. viele Dresdner zum Agieren bringen. Was ist also das Problem?
Wenn ihr nicht wählen wart, gebt einfach euren persönlichen Grund an, wenn ihr wählen wart, schätzt einfach, warum die anderen nicht wählen waren.
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bonum agere et bonum edere, sol delectans et matrona delectans (Verlängere dein Leben indem du hier und hier und hier und hier klickst!)
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Antworten(60 - 74)
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 23 Jun 2008, 16:54
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eXma Poltergeist         
Punkte: 6729
seit: 20.10.2004
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Ich sage nicht, dass ich das schlecht finde, ich sage lediglich, dass es so ist. Das Argument Arbeitsplätze lasse nicht ganz gelten. Pin hat schließlich auch "Arbeitsplätze" geschaffen, bevor sie feststellen mussten, dass die den lächerlichen Stundenlohn von 9,81 mit ihrem auf Lohndumping ausgerichteten Geschäftsmodell wohl nicht hinkriegen können und schwups war die Bude wieder zu. Selbst wenn Gazprom "gute" Arbeitsplätze geschaffen hat, wird hintenrum ein riesen Reibach mit völlig überteuerten Gaslieferungen gemacht. Aber ich denke, das ist ein anderes Thema. Fakt ist: Arbeitsplätze schaffen ist nicht gleich Arbeitsplätze schaffen und ich würde dem Gerd mal unterstellen, dass das für ihn völlig bums war. Sein Verdienst am Volk als Kanzler ist die Agenda und nichts anderes.
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 23 Jun 2008, 17:12
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Vordiplom     
Punkte: 587
seit: 01.10.2003
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Zitat(Stormi @ 23 Jun 2008, 17:22) Ich befasse mich regelmäßig mit Politik, gehe sogar freiwillig in Vorlesungen der Politikwissenschaft. Dort habe ich u.a. gelernt, dass 1. direkte Demokratie absoluter Quatsch ist und die Väter unserer Verfassung sich aus gutem Grund für ein parlamentarisches System entschieden haben und 2. die führenden Politiker tatsächlich mehr an ihrem eigenen Fortkommen (im Wesentlichen der Ausgang der nächsten Wahl), als an dem der Wähler interessiert sind. Dem ließe sich aber mit einer Verlängerung der Legislaturperioden entgegenwirken. Fakt ist, dass es gar nicht so einfach ist mal eben so Sachen wie Dresden oder Deutschland zu regieren. Laß du dich mal lieber nicht von dem ganzen linken Blech einlullen. Ich denke wir treffen uns in der Mitte (uh gefährlicher Begriff heutzutage)   Ich wollte doch gar nicht abstreiten, dass Du Dich mit der Theorie auskennst.. Leider sieht es in der Praxis allerdings ganz anders aus. Wie kommst Du darauf, dass ich mich von irgend jemanden einlullen lasse? Das mache ich doch gerade nicht mehr! Wenn Du die direkte Demokratie für eine bescheuerte Idee hälst, dann musst Du uns auch erklären warum... Ich meine es gibt doch so gar Vorreiter, bei denen es Wunderbar zu funktionieren scheint.
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Erden-Engel
Gib mir Deine Hand Und ich Führe Dich Zurück zu Dir.....
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 23 Jun 2008, 17:31
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Straight Esh         
Punkte: 14030
seit: 01.10.2003
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Direkte Demokratie leidet an mehrerlei Problemen. Zum einen kommt es dort zu keinem richtigen Diskurs Sachverständiger, dann gibt es immer wieder Probleme bei der Fragestellung und zuletzt schlägt das Skalierungsproblem zu.
Zu 1.: Die Leute, die direkte Demokratie ausüben, haben im Gegensatz zu Politikern keinen Expertenstab im Hintergrund, der die Lage einschätzen kann. Sie müssen darauf vertrauen, dass sie von den Befürwortern/Gegnern nicht-manipulativ informiert werden. Den meisten Leuten ist aber selbst das Lesen einer fünfseitigen Abhandlung zu einer Fragestellung zuviel, so dass sie nur über die Slogans auf den Plakaten/Vorderseiten entscheiden. Zu 2.: Eine distinkte Fragestellung kann meiner Meinung nach keinen Volkswillen präzise wiedergeben. So kann man durchaus zu einem Problem mehrere Fragestellungen formulieren, die je nach angesprochener Teilthematik unterschiedliche Ausgänge haben können. Eine Möglichkeit seine eigenen Einschränkungen einzubringen (wie es bei einem Diskurs im Landtag z.B. passiert) gibt es für den Großteil der Bevölkerung nicht. Zu 3.: direkte Demokratie hängt massgeblich von den Quoren zur Erstellung und zur Beteiligung ab. Leider ist es so, dass mit der Größe einer Bevölkerung auch die Varianz in den Meinungen zunimmt, man also nicht prozentual gleich viele Mitstreiter finden wird. Weiterhin nimmt auch der Aufwand um Mitstreiter zu finden zu. Schließlich muss man ab einer gewissen Größe sich nicht mehr nur in seiner eigenen Fußgängerzone bewegen sondern auch andere Städte bereisen.
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 23 Jun 2008, 19:41
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2. Schein  
Punkte: 129
seit: 26.10.2006
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Zitat(Chris @ 23 Jun 2008, 18:31) Direkte Demokratie leidet an mehrerlei Problemen. Zum einen kommt es dort zu keinem richtigen Diskurs Sachverständiger, dann gibt es immer wieder Probleme bei der Fragestellung und zuletzt schlägt das Skalierungsproblem zu. Zu 1.: Die Leute, die direkte Demokratie ausüben, haben im Gegensatz zu Politikern keinen Expertenstab im Hintergrund, der die Lage einschätzen kann. Sie müssen darauf vertrauen, dass sie von den Befürwortern/Gegnern nicht-manipulativ informiert werden. Den meisten Leuten ist aber selbst das Lesen einer fünfseitigen Abhandlung zu einer Fragestellung zuviel, so dass sie nur über die Slogans auf den Plakaten/Vorderseiten entscheiden. Zu 2.: Eine distinkte Fragestellung kann meiner Meinung nach keinen Volkswillen präzise wiedergeben. So kann man durchaus zu einem Problem mehrere Fragestellungen formulieren, die je nach angesprochener Teilthematik unterschiedliche Ausgänge haben können. Eine Möglichkeit seine eigenen Einschränkungen einzubringen (wie es bei einem Diskurs im Landtag z.B. passiert) gibt es für den Großteil der Bevölkerung nicht. Zu 3.: direkte Demokratie hängt massgeblich von den Quoren zur Erstellung und zur Beteiligung ab. Leider ist es so, dass mit der Größe einer Bevölkerung auch die Varianz in den Meinungen zunimmt, man also nicht prozentual gleich viele Mitstreiter finden wird. Weiterhin nimmt auch der Aufwand um Mitstreiter zu finden zu. Schließlich muss man ab einer gewissen Größe sich nicht mehr nur in seiner eigenen Fußgängerzone bewegen sondern auch andere Städte bereisen.  zu 1.: Mag sein, dass Politiker prinzipiell bessere Quellen haben, als Bürger. Aber gerade diese Quellen machen Politiker extrem beeinflussbar durch wenige "Hintermänner". Solche Experten haben auch gemeint, dass Biosprit aus Mais und anderem Grünzeug eine Zukunft hat. Die Regenwälder und Entwicklungsländer danken. zur Wahl in Dresden: Mich würde mal interessieren welche Altersschichten brav wählen waren. Ich glaube, dass "mündige" Bürger wie wir Studenten niemals eine Wahl beeinflussen können. Uns entgegen stehen massenweise Rentner (größtenteils cdu-treu) und der sogenannte Plöbs (cdu-wähler, weil Sozialministerin?). Der Rest der Wähler (Politiker, Gutverdienende, unsere Eltern und Freidenker) ist zahlenmäßig auch nicht so stark und wählt bunt durcheinander, ungültig oder gar nicht. Zusammenfassend möchte ich behaupten, dass der Großteil der Menschen die wirklich wählen gehen in Zielgruppen stecken, die entweder durch Mundpropaganda (Kaffeekränzchen oder Ähnliches, von Politikern oder Meinungsmachern veranstaltet) oder langfristig durch die Medien (Zeitungen, TV, Internet haben einen quasi unbeschränkten Einfluss auf das Ansehen von Politikern und die sog. öffentliche Meinung) oder kurzfristig durch Plakate beeinflusst werden. (Ich hatte den Eindruck, dass weit mehr CDU-Plakate zu sehen waren als andere.) Meiner Meinung nach Leben wir nicht mehr in einer Demokratie, sondern in einer Gesellschaft die unter dem Diktat der Massenmedien steht. Und ändern wird sich daran erstmal nichts, solange wir nicht direkt mitbekommen, dass unser Wohlstand auf dem Rücken der Menschen ruht, die jetzt in diesem Augenblick hungern oder ihre Kinder nicht so versorgen (Medikamente, Bildung) können wie wir. Und ich nehme mich nicht davon aus. Selber kaufe ich auch keine Artikel ausm Eine-Welt-Laden. Ich kann´s mir noch nicht leisten. Dieser Beitrag wurde von huepfer: 23 Jun 2008, 20:11 bearbeitet
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