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Aberkennung Weltkulturerbe droht...
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 08 Dec 2007, 16:02
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Straight Esh         
Punkte: 14030
seit: 01.10.2003
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Zitat(tingel @ 08 Dec 2007, 15:21) Die überwiegende Mehrheit der Dresdner haben in einer freien Abstimmung entschieden (ist zwar egal, aber: ich habe damals dagegen gestimmt). Der Stadtrat hat die Entscheidung des obersten Souveräns ignoriert - ist das demokratisch?
Dem Gutachten zufolge (und auch dem gesunden Menschenverstand und deutscher Rechtsprechung zufolge) ist der "oberste" Souverän auf "unterster" Stufe nicht befugt über die Waldschlößchenbrücke abzustimmen. Demnach ist die Weigerung des Stadtrates die Brücke zu bauen sehr wohl demokratisch gewesen. Zitat Nenne mir bitte jemand einen Grund, zur nächsten Kommunalwahl zu gehen. So wie es jetzt aussieht, wird das die erste Wahl werden, wo ich mich mal den Nichtwählern anschließen werde.  Politikverdrossenheit drückt man nur durch ungültig wählen aus, nicht durch Nichtwahl.
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bonum agere et bonum edere, sol delectans et matrona delectans (Verlängere dein Leben indem du hier und hier und hier und hier klickst!)
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 09 Dec 2007, 15:05
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Vordiplom     
Punkte: 528
seit: 03.11.2005
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Ich war gerade am Waldschlösschen, wo Günter Grass sich den Demopnstranten angeschlossen, als erster eine Forderung gegen die Brücke und für das Welterbe unterschrieben und zu friedlichen Prostesten in Frm von Sitzblockaden aufgerufen hat. Für eine so kruzfristige Aktion waren doch noch ne Menge Leute gekommen. Mogen ist in aller Früh eine Vollsperrung der Bautzener Straße geplant um den ältesten Baum der Allee, eine mehrere hundert Jahre alte Buche, zu fällen. Dagegen wird schon ab ca. 5 Uhr mit allen (friedlichen) Mitteln protestiert. Der Baum steht übrigens zur Hälfte auf einem Grundstück, einer Pension. Diese Haus stand bis vor kurzem unter Denkmalschutz, den es in einem fadenscheinigen Hau-Ruck-Verfahren kurzfristig und zum passenden Zeitpunkt verloren hat. Der Besitzer wurde dann auch noch schnell zwangsenteignet, damit die Straße an der Stelle für den Tunnel (der zur Brücke führen soll) verbreitert werden kann. Was hier an krummen Dingern - ich möcht das Wort Verbrechen (noch) nicht benutzen - geschieht, ist einfach unfassbar. Und die Regierung ist auch noch stolz darauf. PROST!!!
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Wissen ist Macht - nichts wissen macht auch nix!
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 09 Dec 2007, 16:04
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3. Schein   
Punkte: 170
seit: 06.11.2003
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Wenn nicht die Aberkennung des Weltkulturerbetitels drohen würde und die Brückengegner nur eine kleine Gruppe wären: Würdet ihr dann auch um die Bäume weinen?
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www.thalheim-e-ontour.de
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 09 Dec 2007, 17:58
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Vordiplom     
Punkte: 528
seit: 03.11.2005
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Zitat(schennster @ 09 Dec 2007, 16:04) Wenn nicht die Aberkennung des Weltkulturerbetitels drohen würde und die Brückengegner nur eine kleine Gruppe wären: Würdet ihr dann auch um die Bäume weinen?  Um einzelne Bäume, die aus Sicherkeitsgrüngen o.ä. gefällt werden, ist es zwar schade. Das ist aber noch einsehbar. Eine komplette Allee aus uralten Bäumen abzuholzen ist schon was anderes. Die Genehmigung zur Fällung konnte übrigens nur gegeben werden, weil ein Gutachter - der exta aus Chemnitz geholt werden musste - die Bäume als krank eingestuft hat. Wenn man sich die Bäume anschaut und nur ein bisserl davon versteht, sieht man sehr gesunde Bäume, an denen noch nicht ein Ast abgesägt werden musste um sie zu pflegen. Wenn diese Bäume wegen Krankheit weg müssen (oder dürfen), kann man jeden Baum in Dresden umhauen!!!
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 09 Dec 2007, 18:20
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6. Schein       
Punkte: 1244
seit: 12.08.2006
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Mücke war zunächst für einen Tunnel, ist nun schon ein paar Jahre her. Die Brücke ist eine Schwingkonstruktion ohne Pfeiler. Allein das Schwingen hört man mindestens 200 Meter weit, zu bestimmten Zeiten vielleicht auch 800 Meter. Betrachtet man nun den ganzen neuen Verkehrsweg, fällt auf, dass eigentlich so wie so ein Tunnel gebaut wird, den man nur noch unter der Elbe verlängern müsste, was technisch banal ist - selbst bei einem schweren Erdbeben und entsprichenden Rissen in der Tunnelröhre würde er nicht zusammenbrechen und auch nicht sofort volllaufen, kann man im Gartenteich ausprobieren. Eine Brücke der Größe ohne Stützpfeiler ist da schon schwieriger. Stellt Euch die Straßenbahn U6 zum Neustädter Bahnhof mal vor, eine Weltsensation. Und dann vom Blauen Wunder, parallel zur Elbe, in den alten Elbtunnel rein. Niemand will eine U-Bahn von Gorbitz nach Pillnitz, es geht hier nur um paar Hundert Meter Röhre, stellen wir uns nicht so an.
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 09 Dec 2007, 18:27
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lala     
Punkte: 749
seit: 23.06.2005
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könnte eine oder einer mal bitte eine Zusammenfassung geben ein pro und contra und den Hintergrund der ganzen Sache aufzeigen DANKE
Dieser Beitrag wurde von 123: 09 Dec 2007, 18:28 bearbeitet
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Engel kotzen
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 09 Dec 2007, 18:34
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6. Schein       
Punkte: 1244
seit: 12.08.2006
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In Sachsen und Dresden existieren SPD und Grüne nur als Splitterparteien, was historische Gründe hat. Die Linksgrünen waren zum Beispiel mehrheitlich gegen stadtnahe A17, gegen Gläserne Manufaktur, für die Bewahrung der Frauenkirche als Ruine, und karrten aus NRW sogar Atomtransportgegner nach Rossendorf, sie zelteten in Bäumen gegen die A17 und hatten ein linksradikales Coloraio auf der Energy-Frenquenz. CDU und FPD waren für die Brücke, die als unescogeprüft beworben leichtes Spiel gegen die Linksspinner hatte. Nach der Wahl fragte man sich dann, wo der Verkehr südlich der Elbe (etwa am Großen Garten) hin soll, wozu man die Brücke überhaupt braucht, warum ein Tunnel wie in Hamburg 1907 nicht möglich sein soll und so weiter eben. Außerdem hat es sich die Unesco doch noch anders überlegt oder wurde falsch informiert oder informierte sich falsch, wie man will. Die ersten ernsthaften Planungen für die Brücke gab es in der Nazizeit, sie wurden in der DDR auf Planungen für eine achtspurige Brücke, zu bauen ab 1990, ausgeweitet. Der Bau begann unter Dr. Herbert Wagner, CDU-Bürgermeister aus MeckPomm, der mit einem Bagger vor einem Wahlabend den Bau begann, den die DDR nicht fertigbrachte. Er war zwanzigstes Mitglied der Gruppe der 20 und hatte den Spitznamen die Mumie, weil viele meinten er wäre seit 30 Jahren tot, aber er regierte Dresden still und leise immer noch. Man hielt ihm besonders vor, dass bis etwa 2003 20 Uhr die Bürgersteige hochgeklappt wurden und man draßen niemand mehr fand. Aber auch CDU-Wähler haben manchmal Angst im grünen Gewölbe hocken zu bleiben und deswegen wollen sie die Brücke als Option auf die Zukunft, während andere den Dreiklang Elbiesen, Tal, Frauenkirche zerstört sehen. Zitat(123 @ 09 Dec 2007, 18:27) könnte eine® mal bitte eine Zusammenfassung geben ein pro und contra und den Hintergrund der ganzen Sache aufzeigen DANKE  Dieser Beitrag wurde von Niveau: 09 Dec 2007, 18:43 bearbeitet
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 09 Dec 2007, 20:30
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Vordiplom     
Punkte: 528
seit: 03.11.2005
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PRO (von der Webseite www.pro-waldschloesschenbruecke.de), (Mein Kommentar dazu): Die Waldschlößchenbrücke ist der seit 1859 gewollte und heute dringend notwendige Lückenschluss im Hauptstraßennetz. Genauso lange ist er aus vernünftigen Gründen NICHT gebaut worden! Die Waldschlößchenbrücke ist zur Entlastung der Carola- und Albert-Brücke und des Blauen Wunders unbedingt erforderlich. Diese Aussage basiert - wie so viele der Befürworter - auf einer Berechnung aus den 90er Jahren, die von einem dramatisch ansteigenden Verkehrsaufkommen ausgeht. De Fakto sinken aber die Verkehrszahlen in Dresden. Auch sind werder das Blaue Wunder noch die anderen Brücken das Problem, sondern die verkehrlich schwierig zu lösenden Kreuzungen an den Enden der Brücken. Am Schillerplatz werden mit der WSB ca. 2500 Autos MEHR erwartet, wodurch die Stauproblematik zunehmen wird! Die Waldschlößchenbrücke führt gesamtstädtisch zu einer Umweltentlastung. Die Waldschlösschenbrücke wird in Dresden ca. 20.000 Autofahrten pro Tag induzieren. Wie dadurch die Umwelt profitieren soll erklärt mir mal einer! DAS GEHT NICHT! Mit der Waldschlößchenbrücke kann im Havarie-Fall der Albertbrücke oder des Blauen Wunders der Verkehr über die Elbe im Dresdner Osten aufrechterhalten werden. Sollen wir jetzt neben jeder Brücke eine zweite bauen für den Havariefall? Wenn das Blaue Wunder mal gesperrt ist, ist das ärgerlich und es gibt an einigen Stellen etwas Stau, aber weder entsteht ein komplettes Verkehrschaos, noch loht es sich für diesen Fall eine komplette Brücke zu bauen. Das ist höchstens ein netter Nebeneffekt, der nur an wenigen Tagen im Jahr überhaupt Bedeutung hat. Der Bau des Verkehrszuges Waldschlößchenbrücke ist genehmigt, die Fördermittelzusage ist da und es besteht Baurecht. Grossartig! Tolles Argument! Nebenbei: Der Bund will (oder hat er schon?) seine Fördermittel zurücknehmen, wenn eine WKE-Aberkennung droht. Schafft die Waldschlößchenbrücke eine Abkürzungsstrecke für den Fernverkehr? Nein! Da bin ich anderer Meinung. Und einige Verkehrsexperten auch. Gibt es eine Verkehrszunahme in der Innenstadt? Nein! Wenn man die Innenstadt nur als den Bereich um Frauenkirsche und Zwinger definiert ist das sogar richtig. Wie schon oben geschrieben, werden bis zu 20.000 Autofahrten mehr in DD erwartet. Die müssen ja irgendwo hin, wenn sie über die Brücke gefahren sind (außer die parken direkt auf dem Parkplatz, der unter der südlichen Seite der WSB geplant ist). Der Verkehrszug Waldschlößchenbrücke schafft Mobilität für die Bürger, für Handwerk, Handel und Gewerbe. Die (Auto-)Mobilität der Bürger ist in Dresden so ungestört wie in keiner anderen Grossstadt in Europa und wie oben erklärt, sind die positiven Auswirkungen der Brücke sehr zu bezweifeln.CONTRA (ein bisschen kürzer): Die Brücke ist bei der heutigen Verkehrsbelastung und aus heutigen Prognosen für den Individualverkehr überhaupt nicht mehr sinnvoll. Die Bevölkerungszahlen stagnieren oder nehmen ab, die Zahl der Autofahrten pro Tag nimmt ab und dieser Trend wird sich aller Vorraussicht nach fortsetzen. Dresden hat eine der höchsten Durchschnittsgeschwindigkeiten beim Autoverkehr im europäischen Bereich, die wenigsten Staus und einen exzellenten öffentlichen Nahverkehr. Das alles setzt man aufs Spiel um sich ein Denkmal zu setzen. Die Aberkennung des WKE ist wohl der größte kulturpolitische Selbstmord den ein Land wie Deutschland begehen könnte. DAS wird Schlagzeilen um die Welt geben, wenn es so weit kommt. Hier kann man noch Die Verdrehungen und Falschaussagen der Brückenbauer nachlesen, die fast alle Argumente für die Brücke widerlegen und die meisten dagegen beinhalten. (Auch hier darf man nicht unkritisch sein. Nicht alles ist zu 100% aktuell, aber der größte Teil stimmt.) Dieser Beitrag wurde von Hot Doc: 09 Dec 2007, 20:34 bearbeitet
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 09 Dec 2007, 22:23
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Anti-Gegner      
Punkte: 802
seit: 25.11.2005
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8.12.2007 @ "Sachsenspiegel"/ MDR-TV: Zwölf 100 Jahre alte Eichen gefällt.
Direkt-Link zum TV-Bericht Als nächster Baum ist wohl eine 300 Jahre alte Buche dran, wurde eben bei Radio MDR Info gemeldet. Erklärung der Initiativen von heute, 09. Dez. 2007Zitat daraus: "Wo bist Du, Deutschland, wo ist deine Vertragstreue gegenüber der UNESCO-Weltorganisation?
Alle Bürger dieses Landes sind aufgerufen, diesen Feldzug gegen die Kultur und das Völkerrecht zu tadeln und die Verantwortlichen zu zwingen, dem unerhörten Spiel sofort ein Ende zu setzen!
Die Lösung des Problems wurde mehrfach von weltrangigen Fachleuten (ILF-Ingenieure Innsbruck, GMP-Architekten, Hamburg) vorgeschlagen: Die bereits geplanten Tunnel bau werke für die Brückenzufahrten - zu zwei Dritteln besteht das Projekt bekanntlich aus Tunneln - sollten auch unter der Elbe konsequent als Tunnel weitergeführt werden."
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 12 Dec 2007, 19:06
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6. Schein       
Punkte: 1244
seit: 12.08.2006
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Um gegen den bereits begonnenen Bau der Waldschlösschenbrücke zu protestieren, haben Umweltschützer in Dresden gefährdete Bäume besetzt. Eine 300 Jahre alte Buche sowie eine danebenstehende Linde sollen der umstrittenen neuen Brücke im Dresdner Elbtal weichen, wie die Aktivisten der Umweltschutzorganisation Robin Wood am Mittwoch mitteilten. Mit der Aktion wolle man Parteien sowie die Öffentlichkeit aus Dresden und Deutschland zum Umdenken in der Verkehrspolitik aufrufen. Die Naturschützer kritisieren, dass Deutschland sich seiner Vorreiterrolle beim Klimaschutz rühme und gleichzeitig eine Verkehrspolitik fördere, die mehr Autoverkehr und Umweltbelastung zur Folge habe. Am Sonntag hatte sich auch Schriftsteller Günter Grass bei einer Demonstration im Elbtal gegen den Bau der Brücke ausgesprochen. „Diese Stadt hat schon genug gelitten“, sagte Grass in Anspielung auf die Zerstörung der sächsischen Landeshauptstadt im Zweiten Weltkrieg. http://www.focus.de/kultur/kunst/dresdner-...aid_229103.htmlDieser Beitrag wurde von Niveau: 12 Dec 2007, 22:11 bearbeitet
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 15 Jan 2008, 09:52
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4. Schein    
Punkte: 470
seit: 01.10.2003
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ist es eigentlich verboten den baum da zu gießen? also auch wenn die "umweltschützer" sich daran gekettet haben?
da würd ich vielleicht mal vorbei gehen und bei -10°C die baum mit kaltem wasser gießen wollen...
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