_
toggle menu eXmatrikulationsamt.de
online: 402 gäste

Waldschlösschenbrücke

Aberkennung Weltkulturerbe droht...
Themen Layout: [Standard] · Linear · Outline Thema abonnieren | Thema versenden | Thema drucken
post 29 Jan 2008, 11:28
avatar
Anti-Gegner
******

Punkte: 802
seit: 25.11.2005

Jemand freut sich über in unserer Stadt gefällte Bäume:
Link 1
Link2








--------------------
ProfilPM
AntwortenZitierenTOP
post 29 Jan 2008, 11:34
avatar
4. Schein
****

Punkte: 480
seit: 18.11.2004

Der Elbtunnel ist 'ne bautechnische Herausforderung, die keiner bezahlen kann und will. Darum gibt es in DD keine U - Bahn, darüber ist auch schon mal nachgedacht worden.

Preis Stand 2002 116,8 Mio Euro

Studie zum Tunnel

Was viel trauriger ist, das die Brücke ein Ringkampf der Politik ist die zu Lasten der Dresdner geht.



Dieser Beitrag wurde von silkwing: 29 Jan 2008, 11:48 bearbeitet


--------------------
Wir, die Willigen, geführt von den Unwissenden, verrichten das Unmögliche für die Undankbaren.
Wir haben so viel, mit so wenig, schon so lange vollbracht, dass wir qualifiziert sind, Alles mit Nichts zu erreichen.


Ein guter Kaffee muss schwarz sein wie die Nacht, heiß wie die Liebe und so bitter wie das Leben.
ProfilPM
AntwortenZitierenTOP
post 29 Jan 2008, 15:50

Advocatus Diaboli
***

Punkte: 323
seit: 12.06.2005

na simmer mal gespannt wie's hier weitergeht im irrenhaus.

nach dem offenen Brief der Brückengegner an Herrn Burger, bin ich wieder einmal mehr in meiner Haltung "pro brücke" bestärkt worden.

jede Seite hat der anderen zu verschiedenen Zeiten unterstellt, an Kompromisslösungen nicht interessiert zu sein und wenn nun Herrn Burger "vorgeworfen" wird, dass er womöglich mit dem erarbeiteten Kompromissvorschlag bei der UNESCO Erfolg haben könnte (mit besonderem Hinweis auf seine "Bekanntheit") und damit Brücke und Welterbeerhalt möglich wären, dann finde ich das ziemlich mies von den selbsternannten "Welterbebewahrern" - so nach dem Motto "bitte mischen sie sich hier nicht ein, es sei denn sie sind auf unserer Seite...".

Nunja, was der Schnellschuss mit dem neuen Bürgerbegehren "pro tunnel" mit sich bringt, wird sich auch noch zeigen. Vielleicht müssen alle, die sich bisher in die Listen eingetragen haben ja nochmal ran, wenn die Aussage des Rektors der Fachhochschule der Sächsischen Verwaltung in Meißen, Prof. Peter Musall, stimmt:
"Die Bindefrist des Bürgerentscheids von 2005 pro Waldschlößchenbrücke läuft erst Ende Februar 2008 aus. Dürfen die Initiativen dennoch schon Unterschriften für ein neues Bürgerbegehren sammeln und diese einreichen?

Aus meiner Sicht ist problematisch, ob bereits vor Ablauf der dreijährigen Bindungsfrist des Bürgerentscheids von 2005 Unterschriften für ein neues Bürgerbegehren gesammelt werden dürfen. Nach der Sächsischen Gemeindeordnung (SächsGemO) darf ein Bürgerbegehren nur Angelegenheiten zum Gegenstand haben, über die innerhalb der letzten drei Jahre nicht bereits ein Bürgerentscheid aufgrund eines Bürgerbegehrens durchgeführt worden ist. Daraus folgt, dass erst nach Ablauf der drei Jahre ein Verfahren für ein erneutes Bürgerbegehren möglich ist. Nach § 24 Abs. 4 SächsGemO kann ein Bürgerentscheid auch innerhalb von drei Jahren durch einen neuen Bürgerentscheid abgeändert werden. Dies gilt aber nur, wenn der alte Bürgerentscheid aufgrund eines Stadtratsbeschlusses durchgeführt wurde. Somit wäre es vor Ablauf der Bindungsfrist unzulässig, Unterschriften zu sammeln und entsprechende Listen bei der Stadtverwaltung einzureichen." Quelle: dnn-online.de
ProfilPM
AntwortenZitierenTOP
post 29 Jan 2008, 17:18
avatar
Vordiplom
*****

Punkte: 528
seit: 03.11.2005

@hopi: da kenn ich mich zu wenig im juristischen aus...kann mir aber schon vorstellen, dass man durchaus schon Unterschriften sammeln kann. Evtl. reicht es aus, die endgültige Abgabe der Lsiten nach den 3 Jahren zu machen, denn damit wird ja erst offiziell das Verfahren eingeleitet.
Im Moment ist das ja nur eine "private" Unterschriftensammlung.

Ich verstehe aber immer noch nicht den Grund pro Brücke aber contra Tunnel zu sein?!!?
Entweder geht es mir um die verkehrliche Verbesserung. Die ist mit Tunnel mindestens genau so groß, wenn nicht sogar größer, da wetterunabhängig.
Alle weiteren Gründe die mir einfallen, die für die Brücke aber gegen den Tunnel sprechen sind im Bereich "Wir haben gewonnen, deswegen haben wir den aufgeblaseneren Sack, deswegen wird jetzt eine Brücke gebaut!" zu suchen.

@marco: Wie in einigen Gutachten inzwischen bestätigt, hätte der Tunnel sogar billiger werden können als die Brücke, hätte man nicht mutwillig mit den Baumaßnahmen begonnen, die nur für die Brücke zu gebrauchen sind, sondern wie geplant, mit den Zufahrten zu den, auch bei der Brücke zu bauenden, Tunneln. Auch jetzt noch sind die Kosten nur marginal höher, bei deutlich niedrigeren laufenden Kosten.
Btw, es kommt mir schon ein wenig komisch vor, wenn du hier ständig auf die Leute schimpfst, die sich schlecht informieren, und dann aber hier mehrfach mit der Halbwahrheit hier ankommst, die Elbe müßte umgeleitet werden.
Laut dem von dir mehrfach genannten Gutachten, müsste die Elbe teilweise (also z.B. zuerst die linke Hälfte, dann die rechte) gesperrt werden. Nur wenn dann für die Schiffahrt, oder den ausreichenden Wasserdurchsatz unbedingt notwendig, müsste evtl. auf der gegenüberliegenden Seite das Ufer etwas erweitert werden. Von einer "Umleitung" kann also nicht die Rede sein.
Außerdem ist es durchaus möglich die Sperrung auf 3 oder 4 Teilstücke zu verteilen und so den jeweils gesperrten Teil zu verkleinern.


--------------------
Wissen ist Macht -
nichts wissen macht auch nix!
ProfilPM
AntwortenZitierenTOP
post 29 Jan 2008, 17:53
avatar
4. Schein
****

Punkte: 470
seit: 01.10.2003

Zitat(Hot Doc @ 29 Jan 2008, 17:18)
Ich verstehe aber immer noch nicht den Grund pro Brücke aber contra Tunnel zu sein?!!?
Entweder geht es mir um die verkehrliche Verbesserung. Die ist mit Tunnel mindestens genau so groß,
wenn nicht sogar größer, da wetterunabhängig.
Alle weiteren Gründe die mir einfallen, die für die Brücke aber gegen den Tunnel sprechen sind im
Bereich "Wir haben gewonnen, deswegen haben wir den aufgeblaseneren Sack, deswegen wird jetzt
eine Brücke gebaut!" zu suchen.

@marco: Wie in einigen Gutachten inzwischen bestätigt, hätte der Tunnel sogar billiger werden können
als die Brücke, hätte man nicht mutwillig mit den Baumaßnahmen begonnen, die nur für die Brücke zu
gebrauchen sind, sondern wie geplant, mit den Zufahrten zu den, auch bei der Brücke zu bauenden,
Tunneln. Auch jetzt noch sind die Kosten nur marginal höher, bei deutlich niedrigeren laufenden Kosten.
Btw, es kommt mir schon ein wenig komisch vor, wenn du hier ständig auf die Leute schimpfst, die sich
schlecht informieren, und dann aber hier mehrfach mit der Halbwahrheit hier ankommst, die Elbe
müßte umgeleitet werden.
Laut dem von dir mehrfach genannten Gutachten, müsste die Elbe teilweise (also z.B. zuerst die linke
Hälfte, dann die rechte) gesperrt werden. Nur wenn dann für die Schiffahrt, oder den ausreichenden
Wasserdurchsatz unbedingt notwendig, müsste evtl. auf der gegenüberliegenden Seite das Ufer etwas
erweitert werden. Von einer "Umleitung" kann also nicht die Rede sein.
Außerdem ist es durchaus möglich die Sperrung auf 3 oder 4 Teilstücke zu verteilen und so den jeweils
gesperrten Teil zu verkleinern.
*

zu den kosten: ich kann mir beim besten willen nicht vorstellen, wieso die erhaltungskosten für einen
tunnel weniger sein sollen, als die einer brücke... ich kann dazu auch leider nichts finden ausser die
aussagen der brückenbefürworter...

und ich versuche mich schon mehr oder weniger zu informieren...
ausserdem versuche ich alles recht realistisch zu sehen... und wenn du mir jetzt sagst, dass nur unter
bestimmten voraussetzungen der fluß umgeleitet werden muss, dann wette ich mit dir, dass diese
umstände eintreten...

und wie sieht es nun mit dem grundwasser aus? dazu hab ich bis jetzt nichts gefunden...

ProfilPM
AntwortenZitierenTOP
post 29 Jan 2008, 17:59
avatar
4. Schein
****

Punkte: 470
seit: 01.10.2003

nochwas zum thema mehrheit will tunnnel:

[URL=http://www.sz-online.de/special/wsb/artikel.asp?id=1727173]http://www.sz-
online.de/special/wsb/artikel.asp?id=1727173[/URL]

Mehr als die Hälfte will einer Umfrage zufolge, dass am Waldschlößchen gebaut wird. Was genau, ist
aber umstritten.

Geht es nach der Mehrheit der Dresdner, werden am Waldschlößchen die Bagger weiter rollen. Bei
einer repräsentativen Umfrage unter 554 Einwohnern sprechen sich 57 Prozent gegen den von linken
Stadtratsfraktionen erwogenen Baustopp aus. 35 Prozent sind dafür, die Arbeiten vorerst ruhen zu
lassen, um den Welterbetitel nicht zu gefährden. Also ein klarer Sieg für der Befürworter der Brücke in
ihrer bislang geplanten Form? Nicht ganz. Zu den Überraschungen der Umfrage zählt dieser Fakt: Von
denen, die den Baustopp ablehnen, sind immerhin 49 Prozent dafür, die Brücke zu verändern. Nur 43
Prozent der Baustopp-Gegner wollen, dass im Elbtal nach Plan weitergearbeitet wird.

Und wie tickt die Gegenseite? Auch hier fördert die Umfrage Überraschendes zutage. Die breite
Mehrheit der Baustopp-Befürworter (61 Prozent) ist für Umplanungen zugunsten eines Tunnels.
Immerhin ein Fünftel von ihnen spricht sich dafür aus, die Bauarbeiten für immer ruhen zu lassen und
drängt damit auf eine Null-Lösung am Waldschlößchen. Nur 13 Prozent der Baustopp-Anhänger wollen
eine andere Brücke.

Insgesamt schneidet die unterirdische Tunnellösung eher schlecht ab, und das trotz der vergleichsweise
großen öffentlichen Präsenz durch den Start eines Bürgerbegehrens. Die Mitarbeiter der Saxophon
GmbH fragten am Telefon nämlich, unabhängig von der Haltung zum Baustopp, welche Varianten die
Dresdner bevorzugten: Brücke wie bisher, leicht veränderte Brücke, Tunnel oder gar nichts.

Ergebnis: Nur annähernd jeder Vierte (exakt: 24 Prozent) der zwischen Dienstag und Donnerstag
Befragten favorisiert einen Tunnel
. Satte 62 Prozent wollen eine Brücke. Aber welche? Die bislang
geplante befürworten 28 Prozent. 34 Prozent sind für eine „Brücke mit leichten Veränderungen, um die
Unesco umzustimmen“.

Das versuchen Stadt und Land. Am Montag will Ex-Frauenkirchenbaudirektor Eberhard Burger mit
seinen Mitstreitern Pläne für einen überarbeiteten Entwurf der Berliner Architekten Kolb und Ripke
vorstellen. Er soll schmaler sein, mit kleineren Pfeilern und einem weniger wuchtigen Bogen. Ob das
der Unesco reicht, ist unklar.

Klar ist dagegen, dass der Dauerbrenner weiter für hitzige Debatten sorgt. Die evangelischen
Superintendenten Peter Meis und Albrecht Nollau sehen bereits den Frieden in der Stadt gefährdet und
mahnen zur Versachlichung des Streits.

ProfilPM
AntwortenZitierenTOP
post 29 Jan 2008, 20:02
avatar
Vordiplom
*****

Punkte: 528
seit: 03.11.2005

Zitat(marco @ 29 Jan 2008, 17:53)
zu den kosten: ich kann mir beim besten willen nicht vorstellen, wieso die erhaltungskosten für einen
tunnel weniger sein sollen, als die einer brücke... ich kann dazu auch leider nichts finden ausser die
aussagen der brückenbefürworter...


Das kann ich dir gerne sagen:
1. Da sowieso der größte Teil des Bauvorhabens als Tunnel gebaut wird, sind praktisch alle Anlagen die man für einen Tunnel braucht (Sicherheit, Strom, Entlüftung...) schon vorhanden. Man müsste sie nur etwas an die Größe anpassen.
2. Durch die Witterungseinflüsse entstehen bei einer Brücke deutlich höhere Kosten bei der Wartung, auch Reperaturen und Generalüberholungen sind häufiger anzunehmen. Nicht zu vergessen Winterdienst u.ä.
3. Auch sind z.B. Unfälle auf Brücken häufiger als in vergleichbaren Tunnels.

Den größten Teil wird aber Punkt 1 ausmachen. Tunnel sind im Normalfall teurer als Brücken. Der besondere Entwurf der WSB bedingt aber, dass man für 2 verschiedene Bauten (Tunnel und Brücke) Wartungsgerät und Material etc. vorhält. Da ist es billiger sich auf die einfache Ausführung zu beschränken und davon ein wenig mehr im Ärmel zu haben.

Blöde Frage: Meinst du wirklich irgendjemand außer die Befüworter werden dir vorrechnen, warum ein Tunnel billiger ist?

Zitat
und ich versuche mich schon mehr oder weniger zu informieren...
ausserdem versuche ich alles recht realistisch zu sehen... und wenn du mir jetzt sagst, dass nur unter
bestimmten voraussetzungen der fluß umgeleitet werden muss, dann wette ich mit dir, dass diese
umstände eintreten...

und wie sieht es nun mit dem grundwasser aus? dazu hab ich bis jetzt nichts gefunden...
*


Wenn du dich so gerne informierst, dann tu das doch. Ließ dir das da oben irgendwo verlinkte Gutachten doch durch. Die passenden Absätze stehen auch gleich daneben. Mehr vorkauen kann man das doch nicht. Außerdem habe ich doch wirklich aufgezeigt, dass es genug Möglichkeiten gibt, diese leichte Verschwenkung des Flusses zu umgehen, wenn man es für notwendig hält.
Aber hier von einer Umleitung zu sprechen, wo man sich ausmalt, wie Dresden nach der "Hochwasserumleitung" aussah, ist nicht ganz in Ordnung.
Das mit dem Grundwasser steht auch in dem Gutachten. Klar lieg tder Tunnel da drunter, aber das ist bei jedem Tunnel so, der unter nem Gewässer durchgeht.


Diese Umfrage kannst du meiner Meinung nach wegwerfen. (Genauso wie den damaligen Bürgerentscheid.)
Entweder musst du wirklich ALLE Möglichkeiten erfragen (Brücke so, ohne WKE; Brücke anders, mit WKE; Brücke anders, ohne WKE; Brücke ganz anders, mit WKE; Brücke ganz anders ohne....) und dann jedesmal nachfragen, was am liebsten wäre, wenn die gewünschte Möglichkeit aus irgendwelchen Gründen nicht funktioniert.
Oder du fragst eben wieder einfach: Brücke ohne WKE oder Tunnel mit WKE. Da ist die Stimmung eindeutig pro Tunnel.

Die Frage jetzt ist natürlich, ob die leicht veränderte Brücke den Ansprüchen der UNESCO genügt. Ich zweifele das sehr an. Für mich ist das ein vorgezogener Wahlkampftrick gegen das Tunnelbegehren. Man will zeigen, dann man kompromissbereit ist und behauptet (wie schon einmal) die UNESCO wäre mit dem Entwurf schon zufrieden. Bis sich rausstellt, dass dem doch nicht so ist, ist der Bürgerentscheid abgelehnt und die Brücke so weit gebaut, dass das Geldargument endlich wirklich zieht....

...der Kindergarten geht weiter. no.gif

Dieser Beitrag wurde von Hot Doc: 29 Jan 2008, 20:05 bearbeitet
ProfilPM
AntwortenZitierenTOP
post 29 Jan 2008, 20:34

Advocatus Diaboli
***

Punkte: 323
seit: 12.06.2005

Zitat(Hot Doc @ 29 Jan 2008, 17:18)
Ich verstehe aber immer noch nicht den Grund pro Brücke aber contra Tunnel zu sein?!!?
Entweder geht es mir um die verkehrliche Verbesserung. Die ist mit Tunnel mindestens genau so groß, wenn nicht sogar größer, da wetterunabhängig.
Alle weiteren Gründe die mir einfallen, die für die Brücke aber gegen den Tunnel sprechen sind im Bereich "Wir haben gewonnen, deswegen haben wir den aufgeblaseneren Sack, deswegen wird jetzt eine Brücke gebaut!" zu suchen.


Brücke und Tunnel haben beide das Ziel, ein "Hindernis" zu queren. Die Art und Weise, wie dies geschieht, reduziert diese beiden Alternativen aber keinesfalls auf diesen einfachen gemeinsamen Nenner. Deshalb bedeutet "pro brücke" eben nicht automatisch auch "pro tunnel" für mich.

Ich habe mich mittlerweile endgültig auf eine persönliche Haltung zu diesem Thema festgelegt, und auch alle in den vergangenen Wochen/Monaten von der "Gegenseite" vorgebrachten Argumente konnten mich bisher nicht zu einem Meinungswechsel bewegen. Zu meinen persönlichen Sachargumenten ist mittlerweile auch eine gewisse "emotionale Komponente" hinzugekommen (wie man in meinem vorigen Post lesen kann), das sind aber meist kleine emotionale Schnipsel und keinesfalls die Haltung "Wir haben gewonnen, deswegen haben wir den aufgeblaseneren Sack, deswegen wird jetzt eine Brücke gebaut!", wie es von Hot Doc pauschal unterstellt wird.

Mittlerweile halte ich es für müßig sich alle in den Medien und von beiden Seiten vorgebrachten alten und neuen Argumente und Quellen durchzulesen (mach ich natürlich trotzdem, um informiert zu bleiben) - entweder man glaubt es oder man glaubt es nicht, das muss jeder mit sich selbst abmachen. Bisher gab es doch zu jedem Argument mit "seriöser" Quelle ein Gegenargument mit "seriöser" Untermauerung.

ok, das reicht erstmal. Eine konkrete Begründung für meine persönliche Meinung habe ich hier noch nicht dargelegt, bin aber gerne bereit, einige für mich mehr oder weniger wichtige und interessante Aspekte zu beleuchten und auch darzulegen, warum manches Argument gegen die Brücke für mich persönlich eben kein Argument ist.
ProfilPM
AntwortenZitierenTOP
post 29 Jan 2008, 20:46
avatar
Vordiplom
*****

Punkte: 528
seit: 03.11.2005

Au ja!
Warum "manches Argument gegen die Brücke für mich persönlich eben kein Argument ist", ist nicht so spannend, dass hatten wir schon relativ häufig.
ABER was mich interessieren würde, warum ist die Brücke besser als der Tunnel?
ProfilPM
AntwortenZitierenTOP
post 29 Jan 2008, 22:36
avatar
Anti-Gegner
******

Punkte: 802
seit: 25.11.2005

Mich hat jemand gefragt, was denn bei der Tunnel-Lösung die Klaustrophoben machen sollen. pinch.gif
ProfilPM
AntwortenZitierenTOP
post 29 Jan 2008, 22:55

Advocatus Diaboli
***

Punkte: 323
seit: 12.06.2005

ok, hier sind ein paar persönliche Gründe, warum ich bei einer Wahl "Brücke oder Tunnel" weiterhin für die Brücke stimmen würde:

Ich versuche mal die ausgewählten Punkte in persönliche Entscheidungskategorien zu klassifizieren:
(a) brücke besser tunnel
(b) tunnel nicht besser als brücke
© der derzeitige Informationsstand über die Tunnelalternative reicht mir persönlich nicht aus, um auf dessen Basis einen seriösen und objektiven Vergleich zwischen Brücke und Tunnel zu ziehen

- ich kann als Fußgänger zu Fuß und als Radfahrer auf dem Rad an dieser Stelle die Elbe überqueren, kann auf der Brücke stoppen und habe einen schönen Blick, u.a. elbabwärts auf die Altstadt (a)
- ich werde wohl kaum mich mit meinem Rad in einen Bus zwängen, um die Elbe an dieser stelle zu queren (a)
- ich finde den vorgestellten modifizierten Brückenentwurf ok, und damit ist auch bei einem Brückenbau die Möglichkeit gegeben, den Welterbetitel zu erhalten; der Tunnel als alleinige Welterbetitelbewahreralternative ist für mich kein Argument; die Unesco selbst sagt als Statement zum Thema auf Ihren deutschen und internationalen Webseiten, dass der Titel aberkannt wird, wenn die Brücke entsprechend der ursprünglichen Planungen gebaut wird, dass Alternativvorschläge erwartet werden und dass der Status wieder überprüft wird. Eine entsprechende Garantie bei einem tunnel wird nicht abgegeben (b)
- ich empfinde die Brücke auch nicht als landschaftsbildzerstörend (ein Argument der Initiatoren des neuen Bürgerbegehrens "pro tunnel"). Es gehen sicherlich bestehende Blickbeziehungen verloren, dafür habe ich aber von der Brücke aus selbst neue Blickbeziehungen; Außerdem (und das hatte ich glaub ich schon mal früher als ironisches Beispiel angeführt), wenn ich mich auf der Neustädter Seite hinter einen Brückenpfeiler der Augustusbrücke mitten im Stadtzentrum stelle, dann ist meine Blickbeziehung auf die Altstädter Seite auch gestört. Es kommt halt immer auf die jeweilige Perspektive an. (b)
- Machbarkeit des Tunnels wurde zwar festgestellt und in ersten möglichen Entwürfen im Ansatz dargestellt, aber eine konkrete durchführbare Planung unter Berücksichtigung aller zu beachtenden Aspekte und positiven sowie negativen Auswirkungen die beim Bau eines Tunnels und beim späteren Betrieb relevant sind, existiert nicht; ©
- Kostenschätzung für Tunnel ist vorhanden, aber belastbare Zahlen sind eben aufgrund einer fehlenden detaillierten Planung auch gar nicht möglich; ©
- beim Brückenbau ist der zeitliche Rahmen der Baudurchführung bekannt; Die Freigabe eines Tunnels erfolgt sicherlich um einiges später, ein zeitlicher Mehraufwand für Planungen für einen Tunnel wird aber auch nur als Schätzgröße angegeben (a)
- aufgrund erforderlicher umfangreicher Neu- sowie Umplanungen für den Tunnel werden Kapazitäten in den betroffenen Verwaltungen auf kommunaler und Landesebene gebunden (die eigentlichen Planungen werden sicherlich von IBs im Auftrag ausgeführt), die sonst schon für andere anstehende Vorhaben eingesetzt werden könnten (a)
- eine kleine "emotionale komponente" stellt für mich die Aussage von Umweltverbänden dar, die ankündigen, dass sie auf jegliche neue Klagen und Rechtsmittel bei einem Tunnelbau verzichten würden und damit dem Tunnelbau einen Persilschein ausstellen; das bedeutet ja, dass alle umweltrelevanten Belange, für die sich diese Umweltverbände einsetzen, aus Sicht dieser Verbände vom Tunnelbau garantiert und offiziell nicht beeinträchtigt werden, und das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.

nun gut, das sind ein paar subjektive Gründe meinerseits...
ProfilPM
AntwortenZitierenTOP
post 29 Jan 2008, 22:57
avatar
tangel
*******

Punkte: 1038
seit: 18.01.2005

Zitat(Hot Doc @ 29 Jan 2008, 20:46)
...
ABER was mich interessieren würde, warum ist die Brücke besser als der Tunnel?

Von der Brücke kannst du wunderbar in Richtung Altstadt, die Elbwiesen, das Blaue Wunder und in den Himmel gucken. Man kann bei Grillparties an der Elbe bei Regen drunter flüchten. Möven können sich auf das Geländer setzen und den Elbdampfern in den Schornstein kacken.
Versuch' das alles mal im Tunnel ;-)


--------------------
bild kann nicht angezeigt werden
ProfilPM
AntwortenZitierenTOP
post 29 Jan 2008, 23:00
avatar
old 's cool!
*********

Punkte: 9493
seit: 12.07.2003

meiner meinung nach sollte man, bevor man irgendwelche unterschriften unter dokumente setzt, sich erst mal informieren was für konsequenzen zu erwarten sind und nicht blind auf leute hören, die schon im eröffnungssatz die erste unwahrheit erzählen. so erlebt gestern in der mensa..

tunnel oder brücke? gute frage.. wahrscheinlich geht's nur um zeitschinden in der hoffnung, dass durch einen neuen entscheid die elbquerung nicht zustande kommt.

was ist der vorteil eines tunnels? - man sieht ihn nicht, wenn man direkt auf die elbe schaut.

was wird bei hochwasser? - es gibt meines erachtens zwei möglichkeiten: abschotten, d.h. kein verkehr kann mehr durchrollen (in anbetracht des hochwassers von 2002 sollte das nicht die lösung sein, denn alte und baufällige brücken sollten in diesem moment nicht mehr befahren werden) oder einen wall aufschütten, bzw. den eingang mit hohen betonwänden abgrenzen - da weiß ich nicht was die anwohner auf der südseite davon halten, ganz davon abgesehen, dass das nicht minder hässlich in der landschaft steht..

was ist mit den laufenden kosten? nunja, laut gutachten wäre der tunnel in dieser beziehung nicht teurer als die brücke, wenn man keine abluftzentrale benötigt. in anbetracht zurückgehender emissionen bei kraftfahrzeugen vielleicht auch wirklich möglich, aber was wenn nicht? dann kostet ein tunnel ca. das doppelte an unterhaltungskosten wie die brücke, was läppische 500.000€ jährlich sind. was man auch nie mit sicherheit sagen kann ist, wie der tunnel überhaupt hält, ob nicht vielleicht doch öfter sanierungsmaßnahmen nötig sind usw. das risiko in der beziehung ist mit sicherheit höher als bei einer brücke.

wie lang ist die nutzungsdauer von tunnel bzw. brücke? beide zeiträume sollten gleich lang sein um davon sprechen zu können, dass die kosten vergleichbar sind.

was ist mit dem bau? wenn man eine 40m breite fahrrinne für die schifffahrt lassen möchte, dann muss man sicherlich ein stück von der ach so schützenswerten elbwiese wegbaggern, denn nur mit einseitigen strömungswiderständen erhöht sich nicht automatisch der wasserspiegel der anderen seite um das doppelte - erst recht nicht an der "breitesten stelle der elbe im stadtgebiet".

wie man sieht: es gibt noch viele fragen zu beantworten, bevor ich einen tunnel bevorzugen würde. ich habe ehrlich gesagt nichts gegen diese alternative, da sie mir schon seit der planungszeit sympathischer war, aber man muss sich schon ehrlich fragen, was heute plötzlich so anders ist, dass man hätte ja von vornherein darauf kommen müssen, dass ein tunnel günstiger ist, zumal man sich sicher viel ärger hätte ersparen können..

/edit: zum thema fußgänger und radfahrer.. natürlich isses schade, wenn man eine elbquerung hat, aber nicht jeder diese nutzen kann, aber andererseits wird nun auch kaum die halbe stadt extra zu fuß oder mit dem rad an genau dieser stelle die elbe queren müssen. solange die fähre erhalten bleibt ändert sich für mich nix und deshalb kann das kein entscheidungskriterium, aber vielleicht das zünglein an der waage sein.

Dieser Beitrag wurde von yocheckit: 29 Jan 2008, 23:22 bearbeitet


--------------------
Kleine Aster
Ein ersoffener Bierfahrer wurde auf den Tisch gestemmt. * Irgendeiner hatte ihm eine * dunkelhellila Aster * zwischen die Zähne geklemmt. * Als ich von der Brust aus * unter der Haut * mit einem langen Messer * Zunge und Gaumen herausschnitt, * muß ich sie angestoßen haben, denn sie glitt * in das nebenliegende Gehirn. * Ich packte sie ihm in die Brusthöhle * zwischen die Holzwolle, * als man zunähte. * Trinke dich satt in deiner Vase! * Ruhe sanft, * kleine Aster!
-Gottfried Benn (1912)-
ProfilPM
AntwortenZitierenTOP
post 30 Jan 2008, 07:39
avatar
6. Schein
*******

Punkte: 1244
seit: 12.08.2006

Rechts oben der bisheriger Entwurf. Den neuen nennt der Mediziner Endstatdium.


--------------------
Apprendre à chanter à un cochon, c'est gaspiller votre temps et contrarier le cochon.
ProfilPM
AntwortenZitierenTOP
post 30 Jan 2008, 16:17
avatar
Vordiplom
*****

Punkte: 528
seit: 03.11.2005

Da hat sich ja wirklich was geändert, so schauts ja gleich total anders aus. lol.gif
(Ich weiss, dass die Lichtmasten nicht die einzige Änderung sind, aber davon auszugehen, dass die UNESCO wegen ein paar Masten und einigen Zentimetern an allen Seiten den sonst komplett gleich gebliebenen Entwurf plötzlich top findet halte ich für Scharlatanerei!)

@yocheckit: Alle Fragen, die du in deinem Post aufwirfst sind eigentlich schon längst geklärt.
Hochwasser: Die Ausgänge des Tunnels wären (die die der jetzt auch geplanten Tunnel) oberhalb der Hochwassergrenze vom letzten Jahrhunderthochwasser.
Steigt der Wasserspiegel noch weiter, ist aber auch die Brücke nicht mehr zu benutzen (wahrscheinlich ist sie schon wesentlich früher nicht mehr sicher genug).
Die laufenden Kosten: Also ich denke mehrere unabhängige Gutachten, davon eins, vom renomiertesten europäischen Tunnelplanungsbüro, ohne Auftrag angefertigt, sind meiner Meinung nach belastbar genug, um die Frage einer Abluftzentrale oder ganz allgemein der laufenden Kosten zu machen.
Warum du das allgemeine "Lebensrisiko" eines Tunnels höher einschätzt als das einer Brücke, verstehe ich überahupt nicht. Tunnel sind, durch die sie umgebenden Erdmassen, deutlich weniger Einflüssen ausgesetzt und können Belastungen dadurch deutlich besser absorbieren.
Es kann davon ausgegangen werden, dass die Brücke deutlich früher eine Generalsanierung benötigt als der Tunnel.
Die Elbverbreiterung: Mir ist es wesentlich lieber, man gräbt einige Meter vom Elbufer zeitweise ab und stellt sie nachher wieder her, als dass man auf den selben Platz riesige Stützen für die Brücke stellt, die dann dort für immer stehen bleiben.

@hopi: Die meisten deiner Argumente zielen auf die noch nicht ausreichende Planung. Wie oben schon dargestellt halte ich die Tunnelplanungen für ausreichend um belastbare Zahlen zu haben.
Außerdem wäre bei einem Tunnel geplant (wie ursprünglich auch für die Brücke), zuerst mit den zuführenden Straßen und Tunnlen zu beginnen und gleichzeitig die Planungen für den Tunnel fertigzustellen.

Die knappen Planungsstellen waren übrigens noch nie ein Problem für di öffentliche Hand...das Problem ist immer das Geld.
ProfilPM
AntwortenZitierenTOP
6 Nutzer liest/lesen dieses Thema (6 Gäste)
0 Mitglieder: